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Hannover 96 96-Boss: Bergmann muss härter werden
Sportbuzzer Hannover 96 96-Boss: Bergmann muss härter werden
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18:15 07.01.2010
ZU WEICH? So redete 96-Trainer Andreas Bergmann am Donnerstag auf seine Spieler ein. Quelle: zur Nieden
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VON THORSTEN LANGENBAHN

HANNOVER. Es war keine der klassischen Wutreden vor laufenden Fernsehkameras oder auf dem Podium. Nicht so wie Rudi Völlers „Alles Käse“-Gemecker oder Giovanni Trapattonis „Was erlauben Strunz“-Anfall. Aber auch so drang die Kabinenpredigt von 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke (45) nach der 1:2-Pleite gegen Union Berlin gut hörbar nach außen.

Zwar wurde die Alte Försterei zur neuen Saison von den eigenen Fans richtig aufgemöbelt, doch im Kabinentrakt sind die Wände nach wie vor dünn. So dünn, dass Schmadtkes lautstarke Worte durchs labberige Pressholz auch noch in der angrenzenden Mixed-Zone für Journalisten zu hören waren.

„Das hat kein Niveau, das ist Betriebssport“, schrie er die Testspielversager an. Auch Andreas Bergmann (50) hörte stumm zu. „Der Trainer lässt oftmals Dinge sacken, bringt nochmal Ruhe rein und bewertet die Dinge am nächsten Tag in der Mannschaftsbesprechung“, erklärte Schmadtke am Mittwoch im NP-Interview, warum es in Berlin eine Schmadtke-Schnauzerei und keine Berg(mann)predigt gegeben hatte.

Der Monolog könnte als „Betriebssport-Rede“ in die 96-Geschichte eingehen. Es war nicht die erste Standpauke des Sportdirektors, schon in der Saisonvorbereitung hatte er in der Kabine zweimal seinem Ärger Luft gemacht – nach dem 1:2 bei Sechstligist Anker Wismar und nach der Pokal-Blamage in Trier. Aller guten Dinge sind drei, wird sich der 96-Macher gedacht haben: „Ich sag das heute, aber zum letzten Mal. Das geht schief“, orakelte Schmadtke. Damit das nicht so kommt, muss nun Bergmann beispringen. Und zwar nicht als Spieler-Versteher, sondern als harter Hund.

„Jetzt ist der Zeitpunkt, wo Andreas Bergmann sowohl seine Sprache als auch seine Anforderungen verschärfen muss“, fordert Martin Kind (65). „Er muss mehr Härte und Konsequenz entwickeln, verbal als auch inhaltlich“, so der 96-Chef.

Bergmann selbst sieht seine Autorität durch Schmadtkes Einschreiten nicht untergraben. „Das ist ein gutes Zusammenspiel so. Das soll uns weiterbringen“, meint Bergmann. Kind bleibt kritisch: „Ein Appell geht unter Umständen links rein und rechts raus. Es muss mehr als ein Appell sein. Bergmann muss nach jedem Training und jedem Spiel in die Einzelkritik gehen. Er muss in die Köpfe der Spieler hineinkriegen, dass sie sich zu 100 Prozent einbringen müssen.“ Der 96-Boss hat fertig.

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