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EIN BÄR ZEIGT STÄRKE: Auf Hannovers Kreis-Hünen Ilija Brozovic ist vor allem in der Abwehr Verlass. Doch auch im Angriff ist der Kroate gefährlich.

EIN BÄR ZEIGT STÄRKE: Auf Hannovers Kreis-Hünen Ilija Brozovic ist vor allem in der Abwehr Verlass. Doch auch im Angriff ist der Kroate gefährlich.
© Fotos: Sielski

TSV Hannover-Burgdorf

Vom Schweiger zum Spaßvogel

Ilija Brozovic blüht bei den Recken auf. Der Kroate gibt insbesondere der Defensive des Handball-Bundesligisten halt.

Hannover. Strahlender Sonnenschein über der Stadt, das gefiel besonders Recken-Riese Ilija Brozovic. „Genau mein Wetter“, sagt der sonnenverwöhnte Kroate am Dienstag, „da macht das Kaffeetrinken noch viel mehr Spaß – und ich kann meine Sonnenbrille rausholen.“ Nur ein bisschen wärmer hätte er es gern. Mittlerweile hat er in der List „zwei, drei Cafés gefunden“, in denen er sein Lieblingsgetränk genießen kann. Brozovic ist längst angekommen in Hannover („eine richtig schöne Stadt“) – und bei den Handball-Recken der TSV Hannover-Burgdorf sowieso.

„Es war seinen Eltern vermutlich nicht bewusst, aber ich glaube, Ilija Brozovic ist nur auf die Welt gekommen, um das Abwehrsystem von Carlos Ortega umzusetzen“, flachste Manager Benjamin Chatton nach dem Sieg gegen Minden über den Kreisläufer, den er vergangenen Sommer von Kiels Er­satzbank nach Hannover ge­holt hatte.

Brozovic muss lachen, als er das Chef-Lob hört. „Das System passt einfach sehr gut zu mir. Ich kann meine Aggressivität ausspielen und meinen Körper zum Einsatz bringen“, sagt der 1,96 Meter große und 110 Kilo schweren Recken-Brocken. Wenn er sich in den Weg stellt, wird es für den Gegner meist dunkel. „Er ist wie ein Joker für uns“, sagt Trainer Ortega und er­klärt: „Ilija kann auf allen vier wichtigen Positionen in der Abwehr spielen“, also im Mittelblock und auf den beiden Halbpositionen, „wenn ir­gendwo ein Loch ist – Ilija stopft es.“

Neben Abwehrchef Sven-Sören Christophersen ist er hinten der wichtigste Mann. Doch auch vorne geht von ihm Gefahr aus. Und man glaubt ihm, wenn er sagt: „Abwehr, Angriff – ich liebe beides!“ Kroatiens Star-Nationaltrainer Lino Cervar sind Brozovics Qualitäten offenbar entgangen. Bei der EM und auch zuvor bei der WM blieb Brozovic zu Hause, dabei hatte er davor schon bei großen Turnieren inklusive Olympia mitgespielt. „Ich fokussiere mich einfach auf Hannover. Und wenn ein Anruf kommt, bin ich bereit“, sagt der 26-Jährige entspannt.

In Kiel nannten sie ihn den „Schweiger“. „Aber nur weil ich die Sprache nicht gut konnte“, erklärt Brozovic. In Hannover wird er den Stempel langsam los. Sein Deutsch wird täglich besser. „Eigentlich rede ich total viel“, schwört Brozovic, der von Kumpel Casper Mortensen (sie kennen sich aus Hamburger Zeiten) schon als Spaßvogel des Teams tituliert wurde. Jedenfalls haben Brozovics ernst gemeinte Sätze Hand und Fuß. „Ich denke, mit der Mannschaft wird es steil bergauf gehen“, hatte er im Sommer prophezeit – und recht behalten, „wir haben eine gute Mannschaft, das Trainerteam ist super, wir trainieren gut – und dementsprechend spielen wir auch gut.“ So kurz und treffend hat wohl noch keiner den aktuellen Recken-Höhenflug zusammengefasst.

Am Donnerstag (19 Uhr) beim Ab­stiegskanditaten Stuttgart soll der nächste Sieg her.

Von Simon Lange


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