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Die Recken Recken feiern gegen Kiel – und sind Erster
Sportbuzzer Die Recken Recken feiern gegen Kiel – und sind Erster
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13:02 11.03.2018
Oh, wie ist das schön: Hannovers Handballer jubeln nach dem 28:27-Zittersieg gegen den THW Kiel. In der Mitte gibt Recke Casper Mortensen den Takt vor.  Quelle: Sielski
Hannover

 Acht Sekunden noch auf der Uhr. Letzter Angriff für den THW, doch der Verzweiflungswurf von Christian Dissinger sauste über die hohe Recken-Abwehr übers Tor. Der hauchdünne 28:27-Sieg war perfekt, Hannover ballert sich auf Platz eins. „Am Schluss entscheiden Kleinigkeiten“, befand Recken-Kapitän Kai Häfner, „wir hatten das Glück auf unserer Seite. Aber ich denke, der Sieg war nicht unverdient. Solche Tage sind sensationell.“

Die TSV Hannover-Burgdorf musste den kniffligen Fall dabei ohne Co-Trainer Iker Romero lösen. Der Spanier wurde am Donnerstag Papa, seine Frau Laura brachte Söhnchen Luis auf die Welt. Für Romero neben Cheftrainer Carlos Ortega auf der Bank: Heidmar Felixson, Coach der Recken-Reserve.

Erstmal setzte aber Kiel die Akzente und zog nach 1:1-Recken-Ausgleich durch Casper Mortensen (150. Saisontor) schnell auf 5:3 davon. Doch Hannover reagierte unbeeindruckt. Vier Recken-Tore in Folge zwangen THW-Coach Alfred Gislason zur Auszeit. Er sah sich jetzt schon gezwungen, seinen noch nicht top-fitten Superstar Domagoj Duvnjak zu bringen. Brachte nur nichts, weil Hannover weiter Vollgas gab.

Nach dem Doppelpack von Timo Kastening zum 9:5 brachte Gislason Nationaltorhüter Andreas Wollf für Niklas Landin. Evgeni Pevnov erhöhte trotzdem auf 10:5. Ein 7:0-Lauf der Recken – das Ortega-Team ließ seine Muskeln spielen. Als dann Duvnjak noch nicht mal das leere Tor traf und die Recken trotz zweifacher Unterzahl auf 12:7 stellten, träumten die Fans in der Tui-Arena vom dritten Sieg in Folge (Liga und Pokal) gegen den THW. Doch nach Mortensens zweiten Siebenmeter zum 13:9 fielen die Recken in ein kleines Loch. Kiel konterte eiskalt mit einem 4:0-Lauf. Miha Zarabec traf mit seinem Strahl zum 13:13. Der Vorsprung war dahin. Spielmacher Morten Olsen warf die Recken mit einer Mini-Führung (14:13) in die Pause.

Nach dem Wechsel ging Recken-Ballermann Mortensen Kiels Wolff so richtig auf die Nerven. Im ersten Durchgang hatte er ihn vom Siebenmeter-Punkt mit einem Lupfer genarrt. Jetzt folgten ein Tunnel zum 15:13 und ein weiterer Lob zum 16:15. Wolff hämmerte frustriert mit beiden Fäusten auf den Boden. Zu seinem Glück trafen seine Vorderleute. Kiel holte sich beim 17:16 die Führung zurück, daran konnte auch der inzwischen für Ziemer eingewechselte Malte Semisch nichts machen.

Jetzt ging es Schlag auf Schlag: Ausgleich Recken, Ein-Tor-Führung Kiel – bis hin zum 22:22. Von da an probierte sich Hannover am minimalen Vorsprung, diesmal glich Kiel jedes Mal aus.

Wildwest-Handball in den letzten Minuten. Da kam ein ruhender Ball vom Siebenmeterpunkt gelegen. Mortensen netzte zum 28:25 ein. Die Vorentscheidung? Nein! Hannover musste nochmal zittern. Aber vier Minuten später führten die nun seit 13 Spielen ungeschlagenen Recken ihr Siegertänzchen auf.

Und: Sie grüßen vom Platz an der Sonne – die Rhein-Neckar Löwen spielen erst wieder am 1. März. Der Recken-Wahnsinn geht weiter!

Von Simon Lange

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