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HEISS AUF DIE EM: Recken-Star Kai Häfner, Titel-Held 2016 in Polen.

HEISS AUF DIE EM: Recken-Star Kai Häfner, Titel-Held 2016 in Polen.
© imago

Handball-EM

Recken-Star Häfner glaubt an Titelchance

Kai Häfner (28) startet am Sonnabend mit der Handball-Nationalmannschaft bei der EM in Kroatien das Projekt Titelverteidigung. Der EM-Held von 2016 spricht über seine Nominierung, das Leid der anderen und die Titel-Chancen. „Wir können das schaffen“, sagt der Recken-Star von der TSV Hannover-Burgdorf.

Gratulation zur EM-Nominierung, Herr Häfner! Erleichtert?

Natürlich freue ich mich sehr, dass ich diesmal von Anfang an dabei bin. Ich weiß, dass es ein sehr enges Rennen um die Plätze war. Bei mir überwiegt jetzt die Freude, dass es am Wochenende endlich losgeht.

Wie hat Bundestrainer Prokop Ihnen mitgeteilt, dass Sie dabei sind?

Indirekt. Die vier Spieler, die leider keinen Platz bekommen haben, haben es natürlich erst persönlich erfahren. Dann wurde es im Rahmen der Mannschaft verkündet.

Gab es denn vorher Signale von Prokop, dass Sie mit der EM rechnen können?

Nein. Es war bis nach dem Abpfiff gegen Island offen, wen es treffen wird. Er hat sich da nicht in die Karten schauen lassen. Es war pure Anspannung und Nervosität bei uns Spielern.

Sie können ja sicher sehr gut mit den Betroffenen fühlen, weil Sie vor zwei Jahren selber zunächst ausgebootet wurden. Um dann während des Turniers nachnominiert und zum EM-Helden zu werden.

Auf jeden Fall. Es ist eine absolute Scheißsituation für die betroffenen Spieler. Vor zwei Jahren erging es mir ja genauso. Man kämpft, gibt Gas. Du machst und tust, willst unbedingt dabei sein. Und dann kommt die Absage. Es ist einfach hart. Deswegen tun mir die Jungs schon sehr leid. Es ist natürlich kein Trost – aber das Turnier ist sehr lang, es gibt genügend Wechselmöglichkeiten.

Ihre Position auf dem rechten Rückraum war auch betroffen. Sie sind neben Steffen Weinhold dabei, Fabian Wiede nicht. Kann man sich da noch in die Augen schauen?

Keiner von uns nimmt dem anderen etwas übel. Fabian wird auf keinen Fall böse auf uns sein, Ich war das damals ja auch nicht.

Wie sind Sie damals mit der Situation umgegangen?

So einfach war das nicht. Ich war natürlich enttäuscht. Es dauerte ein, zwei Tage, dann ging bei den Recken ja schon relativ zeitnah die Vorbereitung los. Das war Alltag – darauf hat man sich dann konzentriert. Die EM begann, und was dann passiert ist, ist ja bekannt ... (lacht)

Vom Sofa zum EM-Triumph! Können Sie jetzt noch Ihr Sofa genießen, bevor sich die Mannschaft am Mittwoch wiedertrifft?

Auf jeden Fall. Ich bleibe gemütlich daheim. Akku aufladen. Und ein bisschen die seltene Sonne genießen.

Schon am Sonnabend geht es los gegen Montenegro. Slowenien und Mazedonien sind in Kroatien Ihre wei­- teren Vorrundengegner – mehr Balkan geht nicht ...

Es wird echt brutal. Der WM-Dritte Slowenien und auch die anderen beiden sind nah an Kroatien dran. Gut für deren Fans. Die Halle wird also toben, das Publikum ist bekannt dafür, eine hitzige Stimmung zu erzeugen. Die Mannschaften sind gut, ha­ben gute Spieler in den Reihen. Da musst du hellwach und bereit sein, sonst geht es ganz schnell nach hinten los. Aber das ist jedem bewusst.

Gegen Slowenien treffen Sie auf Ihren zukünftigen Recken-Kollegen Torwart Urban Lejsak. Gab es schon Kontakt?

Nein. Ich kenne ihn noch nicht persönlich. Das wird eine Premiere.

Wie lautet das EM-Ziel?

Wir wollen zunächst gut durch die Vorrunde kommen und die maximale Punktzahl mitnehmen. Das wird schwer genug. Natürlich wollen wir eine Medaille mitnehmen. Das Potenzial ist da. Und wir sind bereit. Trotzdem gibt es sehr viele Mannschaften, die mitmischen wollen. Auch der Gastgeber. Die Konkurrenz ist extrem groß und breit. Es entscheiden Kleinigkeiten. Wie bei der WM vor einem Jahr: souverän durch die Vorrunde, dann auf einmal im Achtelfinale ein schlechtes Spiel – und du bist raus.

Ist der Titel drin?

Natürlich sind die Erwartungen und Voraussetzungen im Vergleich zu 2016 völlig andere. Jetzt sind wir der Titelverteidiger. Ich bin kein Fan davon, das rauszuposaunen, aber natürlich traue ich uns zu, dass wir es erneut packen. Wir können das schaffen.

Von Simon Lange


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