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IN TORLAUNE:Linksaußen Casper Mortensen warf gestern gegen Hüttenberg 13 Tore, acht davon verwandelte der Recken-Star aus Dänemark per Siebenmeter.

IN TORLAUNE:Linksaußen Casper Mortensen warf gestern gegen Hüttenberg 13 Tore, acht davon verwandelte der Recken-Star aus Dänemark per Siebenmeter.© Petrow

Handball-Bundesliga

Mortensen wirft Recken zum Sieg

Die Handball-Recken der TSV Hannover-Burgdorf haben am Sonntag ihre Pflichtaufgabe erledigt. Gegen Aufsteiger Hüttenberg feierte das Team von Trainer Carlos Ortega in der Swiss-Life-Hall einen 32:25 Sieg. Überragend: Casper Mortensen mit 13 Toren.

Hannover.  Die Ansprüche steigen bei den Recken – sukzessive. „Wenn wir die Chance sehen, 98 Prozent zu spielen, dann spielen wir auch 98 Prozent“, sagte Benjamin Chatton. Der Geschäftsführer der TSV Hannover-Burgdorf erklärte damit das Nachlassen seiner Bundesliga-Handballer im Angesicht klarer Führungen – das war auch gestern beim 32:25 (15:12)-Erfolg über den TV 05/07 Hüttenberg vor 3673 Besuchern in der Swiss-Life-Hall der Fall. Da brachten die hannoverschen Profis einen Zehn-Tore-Vorsprung (27:17 nach 45 Minuten) nicht ins Ziel. Und das ärgerte sowohl Chatton als auch Trainer Carlos Ortega ein bisschen. „Das müssen wir abstellen“, forderte der Recken-Chef, und der Coach sagte sogar: „Ich bin etwas enttäuscht.“

Die TSV-Führung gibt sich mit den reinen Punktgewinnen nicht mehr zufrieden, auch wenn sie nach dem Spielschluss natürlich betonte, dass Aufsteiger Hüttenberg ein unbequemer Kontrahent gewesen sei. „Die Mannschaft gehört in die Bundesliga“, sagte Chatton über die Hessen und ergänzte, dass es in der höchsten deutschen Spielklasse keine Partien gebe, die man schon von vornherein für sich verbuchen könne. Und Ortega lobte die Gäste: „Sie haben Krieger in der Abwehr und es uns zunächst schwer gemacht, Tore zu erzielen.“

In der Bodenhaftung und dem Understatement der Führung liegt nach wie vor ein Rest Misstrauen über den wundersamen Aufschwung bei den Recken. 26 Punkte haben die Hannoveraner aus 17 Spielen geholt, das sind zwei mehr als in allen 34 Partien der Vorsaison. Die TSV ist aktuell Tabellenvierter mit gerade zwei Zählern Rückstand auf Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen. Die Hannoveraner verloren nur in Mannheim, Leipzig und Melsungen – jeweils bei Mannschaften, die die Europacupteilnahme im Visier haben. Fast makellos ist die Recken-Bilanz gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte – nur gegen Göppingen und in Minden gab es jeweils ein Remis.

Auch personell haben die Hannoveraner Topniveau. Casper Mortensen schob sich mit seinen 13 Toren gestern an die Spitze der Bundesliga-Torschützenliste. Der Däne agiert seit Wochen in bestechender Form, zu der gestrigen Torflut verhalf ihm auch das familiäre Daumendrücken. „Meine Eltern waren in der Halle“, erzählte der Linksaußen. Deshalb lief er nach Spielschluss zu deren Tribünenplätzen hin und holte sich die verdiente Gratulation ab. Mait Patrail (fünf Treffer) hat die Wurfstärke früherer Jahre wiedergefunden. Und auch der wuchtige Kreisläufer Ilija Brozovic sowie die Rückraum-Asse Kai Häfner und Morten Olsen schmücken sicher jedes Erstligateam.

Chatton meint dennoch, dass seine Profis noch einige Schritte machen müssen, um sich vorn zu behaupten. Doch er genießt auch etwas den aktuellen Erfolg. „Solange uns niemand aus der Party he­rauswirft, feiern wir mit“, sagte der Recken-Chef.

Von Carsten Schmidt


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