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So wollen sie weiterjubeln: Die Recken Morten Olsen, Evgeni Pevnov, Runar Karason, Malte Semisch und Sven-Sören Christophersen (von links).

So wollen sie weiterjubeln: Die Recken Morten Olsen, Evgeni Pevnov, Runar Karason, Malte Semisch und Sven-Sören Christophersen (von links).
© Klahn

TSV Hannover-Burgdorf

„Die klar bessere Mannschaft“

Rückraumspieler Runar Karason verspricht einen Sieg gegen Hüttenberg. Er freut sich auf seine neue Aufgabe in Dänemark.

Hannover. Für Sonntag gibt es für ihn nur eines. „Wir wollen und wir werden gewinnen“, sagt Runar Karason. Der Isländer von der TSV Hannover-Burgdorf zeigt durchaus Respekt vor dem abstiegsgefährdeten Gegner TV Hüttenberg (Spielbeginn in der Swiss-Life-Hall ist um 12.30 Uhr). „Aber wir haben die klar bessere Mannschaft“, sagt er. Und das wolle man zeigen; auch, um in der Tabelle obendran zu bleiben

Für ihn ist auch ein kleines bisschen Eigennutz dabei; der Isländer will seine letzte Saison bei den Recken schließlich genießen – und das geht natürlich am besten mit Erfolgen, Karason lässt keinen Zweifel daran, dass er sich in Hannover wohlfühlt. Er hat viele Freunde in den gut vier Jahren hier gefunden und ist in der Mannschaft beliebt und angesehen. Dennoch ist er mit seiner sportlichen Situation nicht so ganz zufrieden; Der 29-Jährige hätte gern mehr Spielanteile.

„Über Spiele holst du dir dein Selbstvertrauen“, sagt er, „und ich habe immer dann meine besten Leistungen gebracht, wenn ich lange Spielzeiten hatte.“ So wie vor zwei Wochen beim Sieg gegen den VfL Gummersbach, als Karason überragend spielte und traf. Oder bei der Nationalmannschaft seines Heimatlandes, wo er fast die ganze Zeit auf der Platte steht.

Doch diese Spielzeiten hat er in Hannover eher selten. Sein Problem bei der TSV: Karasons Konkurrent im rechten Rückraum ist kein Geringerer als Kai Häfner, Kapitän und Aushängeschild der Recken sowie Europameister. Also einer, an dem es sehr schwer ist vorbeizukommen.

Also hat Karason bereits im Oktober beschlossen, die TSV zu verlassen. Er wechselt im kommenden Sommer zum dänischen Erstligisten Riebe-Esbjerg, wo er einen Dreijahresvertrag unterschrieben hat. Klar war für ihn vorher gewesen, dass er keinen anderen Club in Deutschland suchen würde. „Ich bin in der neunten Saison in Deutschland“, sagt er, „bin hier bei meinem fünften Verein. Wir haben als Familie beschlossen, dass wir mal was ganz Neues machen wollen“, sagt er. Und das Angebot aus Dänemark sei sehr verlockend gewesen. „Riebe will etwas aufbauen“, sagt er, „das hört sich spannend an.“ Und auch seine Frau wird beruflich von dem Wechsel profitieren. Ihre spezielle Ausbildung zur Krankenschwester, die sie in Island abgeschlossen hat, wird dort anders als in Deutschland anerkannt. „Sie kann wieder in ihrem Beruf arbeiten“, sagt der Linkshänder.

Verständigungsprobleme wird die Familie Karason in ihrer neuen Heimat nicht bekommen. Zum einen seien sich Isländisch und Dänisch sehr ähnlich. Zum anderen: „Wir haben in Island in der Schule Dänisch als Unterrichtsfach“, sagt er, „und die beiden Kinder (zwei und vier Jahre alt, d. Red.) werden die Sprache ganz schnell lernen.“

Bevor es nach Dänemark geht, hat Karason noch spannende Monate bei den Re­cken vor sich. Und hoffentlich auch erfolgreiche. „Wir haben eine starke Mannschaft“, sagt er, „vielleicht schaffen wir es, bis zum Schluss da oben in der Tabelle zu bleiben.“

Von Jörg Grußendorf


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