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Werder-Trainer Thomas Schaaf

Trainerfrage in Bremen

Wackelt Thomas Schaaf?

Die Trainerfrage traute sich bei Werder Bremen jahrelang niemand zu stellen. Nun aber ist es passiert, das Tabu ist gebrochen.

Auch im scheinbar idyllischen Bremen wird der Coach plötzlich öffentlich infrage gestellt. Doch die Verantwortlichen des Fußball-Bundesligisten verfolgen die Debatte eher amüsiert. „Die Frage finde ich völlig überflüssig“, sagte Clubchef Jürgen Born vor dem Champions-League-Spiel am Mittwoch bei Anorthosis Famagusta.

Angefangen hat es nach dem enttäuschenden 0:3 gegen Athen. Erstmals in der neunjährigen Schaaf-Ära musste Manager Klaus Allofs die Frage nach möglichen Konsequenzen für den Trainer beantworten. Allofs konnte nicht ausweichen. „Bevor da irgendwelche Missverständnisse aufkommen“, antwortete er, „ich weiß, was Thomas Schaaf trainiert, mit welcher Akribie er arbeitet. Da sehe ich überhaupt keine Schuld und keine Veranlassung, über seine Position nachzudenken.“ Doch es wurde in der Öffentlichkeit weiter diskutiert und unter anderem gefragt, wann sich ein Trainer abnutzt. Schaaf ist seit dem 10. Mai 1999 Trainer der Werder-Profis, der mit Abstand dienstälteste der Liga.

„Das ist eine Erfindung der Medien“, sagte Born: „Heutzutage muss angeliefert werden.“ Tatsächlich scheint es schwer vorstellbar in der Medien-Branche, nicht den Trainer infrage zu stellen, wenn die sportlichen Erwartungen unerfüllt bleiben. Wie ein Reflex kommt die Trainer-Diskussion. Aber auch viele Bundesliga-Verantwortliche wirken wie getrieben. Die Mechanismen laufen wie automatisiert ab. Wie schwer diese Eigendynamik entwickelnden Abläufe zu stoppen sind, war zu Beginn der Saison in Frankfurt zu beobachten.

Die Bremer sind bisher weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben, auch hinter den eigenen. Um die Meisterschaft wollten sie mitspielen, liegen stattdessen kurz vor Ende der Hinrunde als Neunter bereits elf Punkte hinter Tabellenführer Hoffenheim. In der Champions League gab es aus den ersten vier Spielen nur drei Punkte. Die Krise ist nicht zu übersehen. Die Trainer-Frage zeigt da eher, wie hoch die Ansprüche und wie schwer die Probleme sind. Aber sie verdeutlicht auch die Aufgeregtheit des Geschäfts.

„Wir wollen da nichts beschönigen“, sagte Born zur sportlichen Situation. Doch der Clubchef versicherte: „Wir werden ganz gelassen weiterarbeiten. Das läuft ganz ruhig weiter.“ Kontinuität ist für ihn und die anderen Werder-Geschäftsführer das Schlüsselwort. „Man darf nicht vergessen, was wir erreicht haben“, sagte Born. Der ehemalige Verteidiger Schaaf hat die Bremer Profis als Abstiegskandidat übernommen, in die Spitze geführt, zum Meister und zwei Mal zum Pokalsieger gemacht. Und zum fünften Mal in Folge spielt Werder in der Champions League.

„Für andere mag das selbstverständlich sein, für uns ist es das nicht“, sagte Allofs. Und ein Verschleiß sei nicht zu erkennen, versicherte Born: „Er ist überhaupt nicht abgenutzt. Er wird immer besser, in allen Bereichen.“


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