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Chiles Star Arturo Vidal bei der Pressekonferenz.

Chiles Star Arturo Vidal bei der Pressekonferenz. © Marius Becker

Fußball

Vidal vor Finale: DFB-Elf fitter als Weltmeister-Team

Mit Joshua Kimmich hatte sich Arturo Vidal schon nach dem Gruppenspiel zum Wiedersehen beim Confed-Cup-Showdown verabredet. Dort will Chile den dritten Titel im dritten Finale in Serie. Doch reicht die Kraft der erfahrenen, aber deutlich älteren Südamerikaner?

St. Petersburg. Ein Duell mit Mats Hummels und Mesut Özil wäre Arturo Vidal in manchen Aspekten lieber als das Confed-Cup-Finale gegen Leon Goretzka und Timo Werner.

Vor dem Showdown bei der Mini-WM schwärmt Chiles Aggressivleader von den jungen deutschen Wilden - und erwartet ein körperlich fordernderes Spiel als gegen die womöglich müde Weltmeister-Generation. "Das deutsche Team hier ist keine Überraschung für mich", sagte der Profi des FC Bayern vor dem Spiel um den Titel am Sonntag (20.00 Uhr). "Jeder spricht davon, dass es ein B-Team ist. Aber von der physischen Fitness sind sie viel besser als die, die nicht spielen."

Nach dem 1:1 im Gruppenspiel hatte er sich mit seinem Münchner Kumpel Joshua Kimmich schon zum Final-Wiedersehen verabredet, dabei dürfte die Kraft eine entscheidende Rolle spielen. Im Schnitt ist die erwartete chilenische Startelf älter als 30 Jahre - kein einziger Spieler aus dem Kader von Bundestrainer Joachim Löw hat diese Marke überhaupt schon erreicht.

Und doch will Juan Antonio Pizzi auch im Finale auf den bewährten kraftintensiven Spielstil des zweimaligen Südamerikachampions mit frühem Druck bis zum gegnerischen Strafraum setzen. "Es ist nicht gut für uns, wenn wir unser Erfolgsrezept aufgeben", erklärte der Coach zu seiner Strategie. "Wir werden versuchen, dem Gegner unseren Stil aufzudrücken."

Für Chile ist es nach den Titeln bei der Copa América 2015 und 2016 das dritte Finale im dritten Jahr nacheinander, die Entscheidung gegen Argentinien kam jeweils wie beim Confed-Cup-Halbfinale gegen Portugal erst im Elfmeterschießen. Auch nun könnte wieder Keeper Claudio Bravo zum Helden werden. "Sein Beitrag auf und neben dem Feld braucht eigentlich keine Erklärung", lobte Pizzi seinen Kapitän. "Wir wissen, welches Können er hat."

Nachdem Bravo die ersten beiden Turnierspiele noch angeschlagen verpasst hatte, steht der 34 Jahre alte Torwart von Manchester City nun für das Duell mit seinem Ex-Barcelona-Teamkollegen Marc-André ter Stegen zur Verfügung. Auch sonst startet Pizzi ohne Personalprobleme in den letzten Schritt zum Titel. "Einige Spieler haben kleinere Verletzungen, aber nichts wichtiges."

Vidal strahlt in diesen Tagen derartige Entschlossenheit aus, dass ihn wahrscheinlich auch ein geschientes Bein nicht vom Auflaufen stoppen könnte. Die Frage, ob er einen Gedanken an eine mögliche Niederlage verschwende, löste zumindest Unverständnis aus: "Wenn wir morgen gewinnen, sind wir das beste Team der Welt und darum sind wir da."

Und so soll der Titelgewinn schon als wegweisendes Signal für die Fußball-WM 2018 dienen und Eindruck bei der Konkurrenz machen. "Wenn wir hier gewinnen, ist das eine klare Botschaft an alle Teams", bekräftigte Vidal. "Wir werden nicht zum Spaziergehen dorthin fahren, sondern um zu gewinnen, wenn wir uns qualifizieren."

dpa


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