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Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel landete nach seinem Reifenplatzer nur auf Rang zwölf.

Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel landete nach seinem Reifenplatzer nur auf Rang zwölf. © Olivier Hoslet

Motorsport

Vettel stinksauer - Hamilton siegt vor Rosberg in Spa

Sebastian Vettel geht beim doppelten Jubiläum in Belgien leer aus. Und schimpft nach seinem Reifenplatzer auf Pirelli. Nico Rosberg kann seinen Teamkollegen Lewis Hamilton wieder nicht schlagen. Der Titelverteidiger fährt ein souveränes Rennen.

Spa-Francorchamps. Sebastian Vettel platzte erst der Reifen und dann der Kragen. Dem Wirbel um seine heftige Pirelli-Schelte entging der Ferrari-Fahrer dann so schnell wie möglich mit dem Helikopter.

Ebenso wie Nico Rosberg, der nach der erneuten Enttäuschung beim Großen Preis von Belgien nur noch zu seiner hochschwangeren Ehefrau wollte. Das deutsche Duo hat sich einmal mehr in dieser Formel-1-Saison dem überlegenen Zweifach-Weltmeister und Titelverteidiger Lewis Hamilton geschlagen geben müssen.

"Wenn es 200 Meter früher passiert, knalle ich mit 300 in die Wand", tobte Vettel nach seinem spektakulären Reifenschaden am Sonntag in Spa-Francorchamps. Für Rosberg endete die Hoffnung von der Aufholjagd nach der Sommerpause gleich zu Beginn des elften WM-Laufs. "Den Start hab ich richtig versemmelt", räumte der Mercedes-Pilot auf dem Siegerpodest als Zweiter ein. Dass Vettel nicht mit dem Silberpfeil-Duo da oben stand, hatte ein wortreiches Nachspiel.

In der vorletzten Runde platzte ein Hinterreifen an Vettels Ferrari. Statt auf Rang drei landete der Heppenheimer nur auf Platz zwölf. "Ich muss jetzt aufpassen, was ich sage", echauffierte sich Vettel unmittelbar nach dem Rennen. "Es muss mal gesagt werden, die Qualität der Reifen ist miserabel."

Der viermalige Champion gab Pneu-Lieferant Pirelli die Schuld, in seinem 150. Rennen und dem 900. Grand Prix von Ferrari nicht den greifbar nahen dritten Platz geschafft zu haben. Vettel verwies dabei auch auf den ominösen Reifenplatzer Rosbergs im Training am Freitag.

Mit den Gummiwalzen hatte der 30 Jahre alte Wiesbadener im Rennen keine Probleme. Pole-Mann Hamilton blieb für Rosberg aber immer außer Reichweite. Der Brite fährt nach seinem sechsten Saisonsieg auch nach der Sommerpause in seiner eigenen Liga. Im Klassement führt Hamilton nun mit 227 Punkten und 28 Zählern mehr als Rosberg. Vettels Rückstand vergrößerte sich auf üppige 67 Zähler.

"Es war ein Zwei- oder Dreistopprennen, kein Einstopp", wehrte sich Pirellis Motorsportdirektor Paul Hembery gegen die harten verbalen Attacken von Vettel. "Ich finde es absolut unfair, wenn er jetzt Pirelli die Schuld gibt", schaltete sich Niki Lauda, Teamaufsichtsratschef von Mercedes und RTL-Experte, ein.

Rosberg musste seine größten Hoffnungen schon am Start begraben. Erstmals waren nun die technischen Starthilfen untersagt. Geübt hatte Rosberg reichlich, es klappte trotzdem nicht wie erhofft. Er verlor binnen Sekunden drei Plätze.

Hamilton verteidigte seine Pole souverän. Boden gut von Startrang acht aus machte auch Vettel, der sich nach einer Runde direkt hinter Rosberg befand. Für Hülkenberg war schon vor dem Start schon wieder Schluss wegen Problemen mit dem Motor.

Hamiltons Wagen funktionierte indes tadellos. Sämtliche Reifenwechsel klappten bestens. Auf dem 7,004 Kilometer langen Kurs in den Ardennen leistete er sich keine Fehler. Dahinter versuchte Rosberg alles. "Es war aber nicht genug, er konnte immer antworten", räumte Rosberg ein. Zu einem Rad-an-Rad-Duell auf der Strecke mit der legendären Mutkurve Eau Rouge kam es so nicht.

Der Vorsprung des Silberpfeil-Duos auf Vettel war so groß, dass der Heppenheimer auch nach dem zweiten Boxenstopp der beiden auf Rang drei blieb. Problem nur: Von hinten drängte Grosjean. Vettel schien ihn auf Distanz halten zu können - bis der Reifen nach der gewagten Ein-Stopp-Strategie nur noch aus Gummifetzen bestand.

"So was darf nicht passieren", betonte auch Rivale Rosberg, ehe er sich zu seiner Frau nach Monaco auf den Weg machte. "Ich hau jetzt ganz schnell ab. Wir erwarten unser erstes Kind jeden Moment."

dpa


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