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Louis van Gaal attackiert nach der Nullnummer im vermeintlichen Schicksalsspiel die britischen Medien.

Louis van Gaal attackiert nach der Nullnummer im vermeintlichen Schicksalsspiel die britischen Medien. © Peter Powell

Fußball

Van Gaal wettert nach Nullnummer wieder los

Rücktritt? Nein, im Gegenteil. Louis van Gaal attackiert nach der Nullnummer im vermeintlichen Schicksalsspiel die britischen Medien. Sie seien mitschuldig an der Krise von Manchester United, das nun seit acht Spielen auf einen Sieg wartet.

Manchester. Louis van Gaal wollte von einem Rücktritt nichts (mehr) wissen und knöpfte sich die seiner Meinung nach Mitschuldigen vor.

Trotzig ging der 64 Jahre alte Niederländer nach der Nullnummer von Manchester United im vermeintlich schicksalhaften Match gegen Meister FC Chelsea in den Angriff über. Das Umfeld verursache die Krise, und Teil des Umfelds seien die Medien, echauffierte sich van Gaal. "Ich lese Dinge in der Presse, Lügen, die nicht auf Tatsachen basieren", sagte er.

Fakt ist allerdings, dass ManUnited, der ruhmreiche englische Fußball-Rekordmeister, im Moment nicht mehr gewinnen kann. Seit acht Spielen versucht es die Mannschaft des hochdekorierten, aber auch umstrittenen Trainers vergeblich. Zuletzt warteten die Red Devils 1990 so lange auf einen Sieg - das bedeutet aktuell nur Platz sechs in der Premier League mit 30 Punkten aus 19 Spielen. Der FC Liverpool mit Jürgen Klopp kann an diesem Mittwoch mit einem Sieg beim Tabellenvorletzten AFC Sunderland gleichziehen.

"Es sind schwere Zeiten für uns, alle wissen das", räumte United-Kapitän Wayne Rooney ein. Der nach seiner Sperre zurückgekehrte Bastian Schweinsteiger sah am Montagabend dennoch Positives: "Lasst uns auf dieser Teamleistung aufbauen und weiter hart arbeiten", twitterte der DFB-Kapitän.

Dass seine Mannschaft gegen den noch schwerer kriselnden Titelverteidiger aus London die bessere war und mehr Chancen hatte, genügte van Gaal für ein klares Bekenntnis. "Solange die Spieler für mich kämpfen, werde ich immer bleiben." Die britische Zeitung "Express" titelte: "Manchester Uniteds Manager Louis van Gaal weigert sich, Old Trafford nach dem Remis gegen Chelsea zu verlassen."

Dass seine Aussagen zwei Tage zuvor nach dem 0:2 gegen Stoke City und der sechsten Pleite nacheinander als Rücktrittsgedanken ausgelegt wurden, missfiel van Gaal am Montagabend außerordentlich. In einem dreiminütigen Monolog versuchte er stattdessen, sich und seine Position zu erklären. Die eigentliche Frage, ob er denn nun weitermache oder zurücktrete, hatte er dabei vergessen. "Ob ich zurücktrete? Im Gegenteil", ließ er dann verlauten. In Stoke hatte er noch erklärt: "Der Club muss mich nicht feuern oder entlassen. Manchmal mache ich das selbst."

Es gebe keinen Grund ihn rauszuschmeißen, sein Verhältnis zu den Spielern, dem Vorstand und auch den anderen Teamverantwortlichen sei sehr gut, meinte er nun. Allerdings räumte van Gaal ein: "Wenn es einem José Mourinho passieren kann, dann kann es auch mir passieren."

Und sollte es van Gaal passieren, könnte ausgerechnet Mourinho sein Nachfolger werden. Der Portugiese musste kürzlich bei Chelsea gehen, van Gaals Landsmann Guus Hiddink übernahm das Amt. Das Remis in Old Trafford war ein weiterer kleiner Schritt auf dem Weg der Genesung des Titelverteidigers, der mit 20 Punkten auf dem 14. Platz liegt. "Die Mannschaft hat ein sehr schlechtes halbes Jahr hinter sich", meinte Hiddink.

Auf van Gaal wartet schon am Samstag die nächste Bewährungsprobe. Wieder im eigenen Stadion, dann heißt der Gegner Swansea City, Viertletzter der Liga. Da reicht ein Remis wohl nicht mehr.

dpa


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