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Der anstehende Umzug der Golden State Warriors trifft die heimischen Fans von Stephen Curry besonders hart. Foto: John G. Mabanglo

Der anstehende Umzug der Golden State Warriors trifft die heimischen Fans von Stephen Curry besonders hart. Foto: John G. Mabanglo

Basketball

Umzug: Oakland verliert Golden State Warriors

Die Golden State Warriors tragen ihre Heimspiele in Oakland aus - noch: In drei Jahren soll das Team nach San Francisco umziehen. Viele Fans fühlen sich im Stich gelassen.

Oakland. Die Fans von Basketball-Superstar Stephen Curry und der Golden State Warriors leiden doppelt. Die dramatische Niederlage gegen die Cleveland Cavaliers im Kampf um die NBA-Meisterkrone traf die Anhänger aus Oakland bis ins Mark.

Aber viel schlimmer dürfte für die als besonders leidenschaftlich geltenden Anhänger aus Oakland der Umzug des Clubs in drei Jahren nach San Francisco sein.

Die Oracle Arena in Oakland ist eine der lautesten Hallen der NBA, hier halten viele dem Team schon seit Jahrzehnten die Treue. "Ich habe seit 12 Jahren eine Dauerkarte und gehe zu fast jedem Spiel. Mir gefällt die Entscheidung überhaupt nicht. Die Leute hier fühlen sich im Stich gelassen", sagt ein Warriors-Fan aus Oakland. Wie er denken viele: In den Jahren, in denen das Team schlecht war, reichte den Warriors Oakland als Heimspielort. Jetzt, wo sie erfolgreich sind, wollen sie in das angesagte San Francisco umziehen. Zu den Hemd-tragenden Warriors-Fans, die das Team erst unterstützen, seit es von Guard Curry 2015 zur Meisterschaft geführt wurde.

Die Bay Area in Kalifornien umfasst das Gebiet um die Städte San Francisco, San Jose und Oakland. San Francisco strahlt weltweite Anziehungskraft aus. Oakland liegt der Stadt in einer Bucht gegenüber und ist so etwas wie ihr ungeliebter Vorort. Eine hohe Kriminalitätsrate und wirtschaftliche Probleme sorgen für seinen schlechten Ruf.

Auf den Straßen Oaklands sieht man aufgemotzte Autos, die bei Blockpartys zur Schau gestellt werden. "Das hier ist die echte Westküste", sagt ein Anwohner, "hier gibt es nicht so viele Hemdträger wie in San Francisco." Die Menschen hier identifizieren sich mit ihrer Stadt - und den Golden State Warriors, die viele von ihnen stolz "Oakland Warriors" nennen.

Seit Anfang der siebziger Jahre trägt der Basketballverein seine Heimspiele in Oakland aus. Wenn die Warriors wichtige Spiele wie die NBA-Finals haben, bestimmen Trikots und Fahnen das Stadtbild. Viele Spieler haben in Oakland ihr Zuhause, unterstützen lokale Geschäfte und gehen dort zum Frisör.

"Nach meiner ersten Saison hier musste ich nicht lange überlegen, was ich mache. Es gab hier so viel zu entdecken, dass ich einfach hier bleiben wollte. Und jetzt lebe ich schon seit vier Jahren hier", sagte Forward Harrison Barnes in einem Radiointerview.

Die Profis der Warriors schwärmen von ihren Fans. Sie seien sich bewusst, den Menschen in Oakland mit ihren Siegen Freude zu bereiten - und den Ruf der Stadt zu verbessern. Denn die erfolgreichen vergangenen Jahre des Teams lassen Oakland auch mal positiv in den Medien erscheinen. Ein Effekt, der bald zu Ende gehen dürfte. Vor zwei Jahren präsentierten die Golden State Warriors Pläne für einen Umzug nach San Francisco. Dort soll 2019 eine moderne Arena eröffnet werden, in der das Team seine Heimspiele austrägt.

Dass die Oracle Arena im Vergleich zu anderen Hallen in der NBA veraltet ist, steht außer Frage. "Ich unterstütze das Vorhaben, die Warriors nach San Francisco zu verlegen", sagt NBA-Ligachef Adam Silver. "Ich weiß, dass sie in Oakland hervorragend unterstützt wurden. Aber es gibt auch keinen Zweifel daran, dass sie eine neue Halle brauchen. Und San Francisco erscheint mir dafür als die beste Option." Die Warriors-Fans sehen das anders. Verhindern können sie es aber wohl nicht.

dpa


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