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Der Franzose Arnaud Démare (r) triumphierte in Sanremo. Foto: Luca Zennaro

Der Franzose Arnaud Démare (r) triumphierte in Sanremo. Foto: Luca Zennaro

Radsport

Überraschungssieg für Démare in Sanremo

Ihn hatte wohl kaum jemand auf der Rechnung. Der Franzose Démare gewinnt Mailand-Sanremo. Die Favoriten gehen leer aus. Ein Erdrutsch sorgt für eine Umleitung der 107. Auflage desd Rad-Klassikers.

Sanremo. Arnaud Démare hat sich weder von einem Erdrutsch, noch von Zusatzkilometern stoppen lassen und beim ersten Frühjahrs-Klassiker Mailand-Sanremo sämtliche Favoriten düpiert.

Der Franzose setzte sich nach 295 Kilometern im Sprint gegen Ben Swift aus Großbritannien und Jürgen Roelandts aus Belgien durch. Die Stars gingen dagegen leer aus: Kein Fabian Cancellara, kein Peter Sagan, kein Alexander Kristoff auf dem Podest in Sanremo.

Deutschlands größte Hoffnung, Vorjahressieger John Degenkolb, hatte wegen seines Trainingsunfalls im Januar erst gar nicht teilnehmen können. Tour-Etappensieger Simon Geschke aus Berlin konnte nichts ausrichten, und Roger Kluge aus Cottbus wurde in einer elfköpfigen Ausreißergruppe rund 25 Kilometer vor dem Ziel eingeholt.

Im Ziel auf der Via Roma konnte der Überraschungssieger sein Glück kaum fassen. Er ballte die Faust, schrie seine Freude heraus, dann hielt er sich noch auf dem Fahrrad ungläubig die Hände vors Gesicht. Für den 24 Jahre alten Démare ist es der bislang größte Erfolg. Bei Paris-Nizza hatte der Profi vom französischen Team FDJ Anfang des Monats eine Etappe gewonnen. Vor seinem Erfolg in Sanremo wurde er auf Platz 104 der Rangliste des Internationalen Radsportverbandes UCI geführt.

Glück hatten er und sämtliche anderen Fahrer sowie der Begleittross, dass sie bei einem Erdrutsch nicht zu Schaden kamen. Nach etwa 130 Kilometern versperrten riesige Felsbrocken den Weg. Die Rennverantwortlichen mussten schnell handeln, in Absprache und enger Zusammenarbeit mit der Polizei wurde die Fahrer in der Nähe von Arenzano über die Autobahn A 10 umgeleitet. Danach kehrten sie auf die Originalstrecke zurück. Die Gesamtdistanz erhöhte sich damit von 291 auf 295 Kilometer.

Nur zu gern hätte die auch Degenkolb in Angriff genommen. Mit der Nummer 1 des Vorjahressiegers aber war Weltmeister Sagan angetreten. Degenkolb blieb nichts anderes übrig, als das Rennen aus der Ferne zu verfolgen. Es werde "wehtun", hatte er vorher bereits erklärt.

Degenkolb hatte sich bei dem Trainingsunfall am 23. Januar in Calpe/Spanien zusammen mit fünf Teamkollegen schwer verletzt, als eine britische Autofahrerin die Trainingsgruppe mit ihrem Van gerammt hatte. Degenkolb brach sich den Unterarm und hätte fast die Kuppe seines linken Zeigefingers verloren. Er musste fünfmal operiert werden und hofft, im Juli bei der Tour de France wieder in Topform zu sein. Er begann erst in dieser Woche mit dem Training.

"Ich bin optimistisch, dass er bei der Tour in der nötigen Verfassung am Start steht", sagte sein Giant-Alpecin-Teamchef Iwan Spekenbring der Deutschen Presse-Agentur.

dpa


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