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Die deutsche U21-Auswahl jubelt, die Schweizer sind geknickt.

Die deutsche U21-Auswahl jubelt, die Schweizer sind geknickt. © Sigi Tischler

Fußball

U-21 schafft Wende - Holtby führt DFB-Elf zur EM

Deutschlands Fußball-Junioren reisen zur EM nach Israel. Das Team von Coach Rainer Adrion gewann in der Schweiz souverän 3:1 und war in Gedanken danach auch bei Boris Vukcevic.

Luzern. Nach dem Schlusspfiff gab es Lob von allen Seiten.

Als das EM-Ticket souverän und eindrucksvoll gelöst war, tanzte die deutsche U-21-Nationalmannschaft ausgelassen und widmete den 3:1 (3:0)-Sieg dem um sein Leben kämpfenden Vukcevic. "Er ist ein Teil unserer Mannschaft", sagte der überragende Lewis Holtby und hatte sich genau wie seine Teamkollegen ein Trikot mit dem Namen des bei einem Verkehrsunfall schwer verunglückten Hoffenheimers übergestreift.

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff lobte vor der ARD-Kamera in Berlin den Nachwuchs: "Dass die jungen Kerle in dieser Drucksituation auswärts so souverän gespielt haben, ist prima." Auch Trainer Rainer Adrion war hochzufrieden: "Wir wussten, dass wir es können. Wir wussten, dass wir auswärts Tore schießen können. Die erste Halbzeit war sehr gut", meinte der Coach. Nach dem Schlusspfiff dann jubelte sein Team überschwänglich: "So seh'n Sieger aus!"

"Wir wollten das Trikot nicht zum letzten Mal anziehen, wir wollen Deutschland vertreten, wir wollen zur EM", sagte Holtby. Keck kündigte der Schalker an: "Nun wollen wir den Titel gewinnen." Die deutschen U-21-Junioren lösten das Ticket zur Fußball-EM 2013 souverän und eindrucksvoll. Nach dem 1:1 im Hinspiel gab es den in der Art und Weise nicht erwarteten Befreiungsschlag in der Schweiz.

Erstmals seit vier Jahren erreichte Deutschland damit wieder die EM-Endrunde, die vom 5. bis 18. Juni 2013 in Israel stattfindet. Vor 10 000 Zuschauern in der Swisspoarena in Luzern erzielten Holtby (8. Minute), Lasse Sobiech (20.) und Sebastian Polter (45.) die Treffer für die in zwölf Qualifikationsspielen unbesiegte deutsche Mannschaft. Der Treffer für die Schweiz durch Josip Drmic (75.) kam viel zu spät.

Die DFB-Auswahl erwischte im Vergleich zum Hinspiel einen Auftakt nach Maß. Diesmal nutzte das Team die erste Torchance: Kapitän Holtby erzielte mit einem direkt verwandelten Freistoß von der rechten Seite frühzeitig die 1:0-Führung. Für den stark verbesserten Schalker, der zuletzt eine enttäuschende Leistung gezeigt hatte, war es im 20. Länderspiel bereits der zwölfte Treffer für die U-21-Auswahl.

DFB-Coach Adrion hatte die Lehren aus dem Heimspiel am vergangenen Freitag gezogen und seine Elf auf vier Positionen verändert. Im defensiven Mittelfeld kam Christoph Moritz, der zuletzt nur in der Regionalliga spielte, erstmals seit fast zwei Jahren wieder zum Einsatz. In der Sturmmitte ersetzte Sebastian Polter den Gladbacher Peniel Mlapa und auf den Flügeln sollte Karim Bellarabi für frischen Wind sorgen. Den gesperrten Jan Kirchhoff ersetzte der Hoffenheimer Stefan Thesker in der Innenverteidigung.

Die Rechnung ging auf: In der 20. Minute schlug erneut Holtby einen Freistoß von der rechten Seite, den Sobiech letztlich per Kopf zum 2:0 verwandelte. Dabei wurde der Innenverteidiger von seinem Gegenspieler Francois Affolter angeköpft, von dort sprang der Ball dann ins Tor. Damit hatte sich die DFB-Elf einen komfortablen Vorsprung erspielt. Thesker hatte kurz darauf sogar die Möglichkeit auf 3:0 zu erhöhen, aber sein Kopfball strich knapp über das Tor.

Die im ersten Spiel so starken Schweizer fanden überhaupt nicht zu ihrer Linie und hatten lediglich durch Nzuzi Toko eine gute Tormöglichkeit (45.). Kurz zuvor hatte Polter aber bereits nach Pass von Bellarabi auf 3:0 erhöht. Damit war die Partie entschieden. "Das sieht nach Siegermentalität aus", befand DFB-Sportdirektor Robin Dutt. Die Gastgeber bemühten sich zwar noch um den Anschluss, doch der gute Torhüter Bernd Leno ließ sich nicht überwinden.

dpa


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