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Sebastian Vettel steht in Spielberg unter besonderer Beobachtung.

Sebastian Vettel steht in Spielberg unter besonderer Beobachtung. © Paul Chiasso

Motorsport

Stresstest für Vettel - Hamilton wittert Schwäche

Sebastian Vettel steht in Spielberg unter Beobachtung. Nach dem Eklat von Baku und einem Tadel durch den Motorsport-Weltverband zeigt sich der Ferrari-Star reumütig. Mercedes-Rivale Lewis Hamilton lauert auf Vettels nächsten Ausrutscher. Der könnte drastische Folgen haben.

Spielberg. Vor dem idyllischen Alpenpanorama der Steiermark muss sich Sebastian Vettel dem Formel-1-Stresstest mit Lewis Hamilton unterziehen.

Für den reumütigen Ferrari-Star bedeutet der Grand Prix von Österreich in Spielberg die erste Bewährungsprobe nach seiner Rüpelattacke in Baku und dem Gnadenakt des Motorsport-Weltverbandes FIA. Weitere schwere Verfehlungen kann sich der WM-Spitzenreiter angesichts seines prallen Sündenregisters beim neunten Saisonrennen am Sonntag (14.00 Uhr) nicht erlauben, sonst wird der viermalige Weltmeister für einen Lauf gesperrt.

"Ich liebe diesen Sport und ich bin willens, ihn auf eine Weise zu repräsentieren, die ein gutes Beispiel für künftige Generationen sein kann", leistete Vettel nach seinem umstrittenen Freispruch Abbitte und entschuldigte sich auf seiner Homepage auch bei Hamilton. Sein Mercedes-Titelrivale hatte nach dem Rammstoß am Kaspischen Meer einen Friedensgipfel mit Vettel noch barsch abgelehnt. Kommt es in Spielberg zur Aussprache der beiden Alpha-Piloten?

"Jede große Formel-1-Saison wird von einer großen Rivalität geprägt", erklärte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. "In diesem Jahr scheint es der Kampf zwischen Ferrari und Mercedes sowie Lewis und Sebastian zu sein. Es ging ruhig los, aber es war nur eine Frage der Zeit, bis die Rivalität härter und umstrittener werden würde."

Nach Respektsbekundungen und Lobhudeleien markierte Baku eine Zäsur in der Rivalität Vettel vs. Hamilton. Aserbaidschan war der vorläufige vergiftete Höhepunkt dieses Wettstreits. "Dieses Kapitel ist jetzt geschlossen und wir haben den Moment hinter uns gelassen", meinte Wolff. "Unser Hauptaugenmerk lag seit Baku auf unseren eigenen Schwächen. Wir haben sowohl das Design als auch die Abläufe rund um unsere Cockpitumrandung genau analysiert." Eine lockere Nackenstütze hatte Hamilton den möglichen Sieg gekostet.

Die Power-Strecke Red-Bull-Ring ist jedenfalls Silberpfeil-Hochburg. Seit der Rückkehr der Formel 1 nach elf Jahren Abwesenheit stand stets ein Mercedes-Mann auf dem Podest ganz oben: 2014 und 2015 Nico Rosberg, in der vergangenen Saison Hamilton.

14 Punkte Rückstand hat der Brite, der sich die vergangenen beiden Poles in Österreich holte, auf den WM-Führenden Vettel. "Ich muss meinen Kopf freibekommen", kündigte Hamilton nach dem Baku-Eklat an, "ich will jetzt einfach die nächsten zwölf Rennen gewinnen."

Vettels Ausraster konnte der in Psychospielchen versierte Hamilton sogar einen positiven Aspekt abgewinnen und bewertete ihn als Einriss im Nervenkostüm des Deutschen: "Offensichtlich steht er unter Druck und es ist kein schlechtes Zeichen, wenn er so reagiert."

Das Sticheln eines dreimaligen Weltmeisters wird einen viermaligen Weltmeister aber kaum beunruhigen. Vettel wird vielmehr beschäftigen, wie er seine dürftige Bilanz auf dem 4,326 Kilometer langen Kurs verbessern kann. 2014 nach einem Motorendefekt und 2016 nach einem geplatzten Hinterreifen schaffte er es gar nicht ins Ziel, 2015 verpasste der Scuderia-Star als Vierter das Podium.

Und dann ist da noch Vettels Sündenkartei. Diese steht derzeit bei neun Strafpunkten; erhöht sie sich auf zwölf, folgt automatisch eine Rennsperre. Einen ähnlich schwerwiegenden Vorfall wie in Aserbaidschan darf sich Vettel also nicht erlauben.

dpa


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