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Die französischen und englischen Spieler formieren sich vor dem Spiel geschlossen und einheitlich. Foto: Facundo Arrizabalaga

Die französischen und englischen Spieler formieren sich vor dem Spiel geschlossen und einheitlich. Foto: Facundo Arrizabalaga

Fußball

Solidaritätsbekundungen für Frankreich bei Länderspielen

Die Terrorattacken von Paris stehen bei den Fußball-Länderspielen im Fokus. Mit Schweigeminuten gedenken Spieler und Fans der vielen Opfer. Fast überall wird die französische Nationalhymne gespielt.

London/Paris. Nach den Terrorattacken von Paris ist der Opfer europaweit bei Fußball-Länderspielen gedacht worden. In vielen Arenen ließen die Veranstalter am Dienstagabend zusätzlich zu den Hymnen der Kontrahenten auch die französische "Marseillaise" über die Stadionmikrofone abspielen.

Im Londoner Wembley-Stadion sangen Spieler und Fans vor der Partie zwischen England und Frankreich einträchtig und lautstark Frankreichs Hymne. Auch als das Spiel lief, stimmten Fans immer wieder lautstark die "Marseillaise" an.

In Luxemburg wehte beim Spiel zwischen den Flaggen des Großherzogtums und von Gegner Portugal auch die französische Fahne. Vor der Partie zwischen Österreich und der Schweiz erhoben sich die rund 25 000 Zuschauer in Wien von ihren Plätzen und schwenkten die rot-weiß-roten Flaggen, ehe sich die Fußball-Profis wie in vielen Stadien zu einer gemeinsamen Schweigeminute versammelten. Nahezu überall waren die Sicherheitsmaßnahmen mit Blick auf den Paris-Terror drastisch erhöht worden. So waren nicht nur bei der Partie zwischen Italien und Rumänien in Bologna deutlich mehr Ordner und Polizisten im Einsatz.

In London legten Prinz William sowie die Trainer Didier Deschamps (Frankreich) und Roy Hodgson (England) zum Gedenken an die mehr als 120 Terroropfer von Paris vor dem Duell Kränze nieder. Die Spieler beider Teams trugen vier Tage nach den Attentaten schwarze Armbinden.

"Eine fantastische Show voller Freundschaft, Solidarität und Stärke heute Abend in Wembley und anderen Stadien", twitterte UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino, der sich zurzeit auch um das Amt des neuen FIFA-Präsidenten bewirbt. Ein weiteres Zeichen der Solidarität: In den Farben der Trikolore erstrahlte im Wembley-Stadion die Parole der Französischen Revolution "Liberté, égalité, fraternité" (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit).

Im Arena-Umfeld herrschte der pure Ausnahmezustand: Bewaffnete Polizisten patrouillierten vor und im Stadion. Hubschrauber kreisten über dem Gelände. Beim EM-Playoff-Spiel zwischen Dänemark und Schweden in Kopenhagen hatte sich vor dem Eingang zum Stadion zwischenzeitlich eine gut 200 Meter lange Schlange wegen der hohen Sicherheitsvorkehrungen gebildet. Bewaffnete Polizisten zeigten auch hier Präsenz.

In London war unter den Zuschauern auch der britische Premier David Cameron. Der hatte noch Stunden zuvor im Parlament gemahnt, dass das Testspiel stattfinden müsse. Die Fans hatte sich vom Grauen von Paris nicht abschrecken lassen. Lediglich 100 Besucher hatten laut einem britischen Medienbericht zufolge im Vorfeld des Spiels ihre Tickets zurückgegeben. "United we stand", hatte ein Fans auf sein Plakat geschrieben. Es war der französische Verband, der ausdrücklich gewünscht hatte, dass das Match stattfindet, hieß es in London.

dpa


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