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Nach dem Sieg im ersten Satz ging Timea Bacsinszky gegen Serena Williams unter. Foto: Etienne Laurent

Nach dem Sieg im ersten Satz ging Timea Bacsinszky gegen Serena Williams unter. Foto: Etienne Laurent

Tennis

Serena Williams im Paris-Finale gegen Safarova

Die Weltranglisten-Erste Serena Williams greift bei den French Open nach ihrem 20. Grand-Slam-Titel. Willimas steht damit beim Sandplatz-Klassiker zum dritten Mal nach 2002 und 2013 im Endspiel.

Paris. weiz mit 4:6, 6:3, 6:0.

Willimas steht damit beim Sandplatz-Klassiker zum dritten Mal nach 2002 und 2013 im Endspiel. Beide Male gewann Williams auch den Titel. Im Finale trifft die Nummer eins der Welt auf Lucie Safarova. Die Tschechin setzte sich gegen die Serbin Ana Ivanovic mit 7:5, 7:5 durch und steht damit zum ersten Mal bei einem Major-Event im Endspiel.

Williams erlebte auf dem Court Philippe Chatrier wieder einmal eines ihrer berühmten Dramen. Die 33-Jährige plagt sich seit Beginn des zweiten Grand-Slam-Turniers der Tennis-Saison mit einer Erkältung herum. Gegen Bacsinszky hatte es vor allem in den ersten beiden Sätzen den Anschein, als stünde die Amerikanerin kurz vor der Aufgabe. Williams bewegte sich bei erstmals während dieses Turniers sommerlichen Temperaturen nur schleppend über den Platz. In den Pausen legte sie sich immer wieder ein mit Eisbeuteln gefülltes Handtuch ins Gesicht.

"Ich glaube, ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nie so schlecht gefühlt", sagte Williams später im US-Sender ESPN. "Ich hätte nie damit gerechnet, dass ich die Partie noch drehe." Die obligatorische Pressekonferenz mit ihr wurde rund 80 Minuten nach dem Spiel abgesagt. "Ich musste nach dem Spiel zum Turnierdoktor", ließ die Amerikanerin stattdessen in einem knappen Pressestatement verlauten. "Ich bin stolz, in Roland Garros zurück im Finale zu sein, in einer Stadt, die mir so viel bedeutet. Und ich bin fest entschlossen, zu 100 Prozent bereit zu sein für das Finale gegen Lucie am Samstag."

Bacsinszky zeigte sich davon zunächst unbeeindruckt. Die Eidgenössin, die ihre Karriere vor ein paar Jahren bereits beendet hatte und unter dem Druck ihres Vaters fast zerbrochen war, knüpfte nahtlos an ihre starken Leistungen in den Runden zuvor an. Mit einer verblüffenden Selbstverständlichkeit setzte sie die Nummer eins der Welt unter Druck und sicherte sich nach 42 Minuten den ersten Durchgang.

Auch im zweiten Abschnitt ging die Nummer 24 der Welt mit einem Break in Führung, beim Stand von 3:2 lag die Sensation in der Luft. Doch dann feierte Williams wieder einmal eine ihrer wundersamen Auferstehungen. In den Momenten, in denen es der Amerikanerin offenbar am schlechtesten geht, entwickelt sie die größte Energie. "Ich weiß auch nicht, woher ich die Energie genommen habe", sagte Williams nach der Partie, ehe sie das Interview auf dem Platz wegen eines heftigen Hustenanfalls abbrach.

Williams schaffte im zweiten Satz prompt das Re-Break und nahm der Schweizerin kurz danach ein weiteres Mal das Service zum späteren Satzausgleich ab. Der Widerstand von Bacsinszky war damit gebrochen. Williams gelang zum Auftakt des entscheidenden Abschnitts gleich wieder ein Break, danach war der Weg frei.

Zuvor war der Traum von Ana Ivanovic vom zweiten Paris-Finale nach sieben Jahren jäh geplatzt. Gegen Safarova konnte sie trotz aller Unterstützung von Fußball-Weltmeister Bastian Schweinsteiger nicht an ihre zuvor starken Leistungen in Paris anknüpfen. "Mir ist am Ende einfach die Kraft ausgegangen. Und sie hat wirklich unglaublich gut gespielt", sagte Ivanovic.

Die Tschechin, die in der dritten Runde Sabine Lisicki besiegt hatte, konnte ihr Glück dagegen kaum fassen. "Ein Traum wird wahr für mich", sagte Safarova nach dem größten Erfolg ihrer Karriere überwältigt. "Ich kann es noch gar nicht glauben, was ich geschafft habe."

Nachdem die Fed-Cup-Siegerin von 2014 nach 1:52 Stunden ihren dritten Matchball verwandelt hatte, ließ sie sich glücklich auf den Rücken fallen, ehe sie Kusshände an das Pariser Publikum verteilte. "Ich kann es gar nicht fassen", sagte die Tschechin, die gemeinsam mit der Amerikanerin Bethanie Mattek-Sands auch noch im Doppel vertreten ist und in Paris damit sogar noch das Double schaffen kann.

dpa


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