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Die Schweizer bedanken sich bei ihren Fans.

Die Schweizer bedanken sich bei ihren Fans. © Rolex Dela Pena

Fußball

Schweiz trotzt Frankreich 0:0 ab: Erstmals in EM-K.o.-Runde

Vier Schweizer Trikots und der Ball gingen kaputt. Im Gruppenfinale der Eidgenossen gegen Frankreich war Power drin. Am Ende sind beide Teams mit einer Nullnummer zufrieden. Frankreich ist Gruppensieger. Die Schweiz könnte bei ihrer K.o.-Premiere deutscher Gegner sein.

Lille. Die rote Fan-Kurve machte noch Minuten nach dem Abpfiff die Welle mit der Schweizer Mannschaft, die Franzosen verließen den Platz zufrieden, aber eher unauffällig und leise.

Die Schweizer trotzen dem Mitfavoriten und Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft ein 0:0 ab und stehen mit ihren Bundesliga-Legionären zum ersten Mal in der K.o.-Runde einer EM. Gegner dort könnte die deutsche Nationalmannschaft sein.

"Das war wichtig heute. Wir müssen schauen, gegen wen wir spielen und dann werden wir bereit sein", sagte der Schweizer Trainer Vladimir Petkovic. "Die Gruppe war nicht so leicht, das hat man gesehen. Aber es war eine großartige Leistung der Mannschaft", sagte Granit Xhaka.

Die Schweizer um den Noch-Gladbacher zogen als Zweiter der Gruppe A in die nächste Runde ein, in der am Samstag in St. Etienne die DFB-Auswahl der Gegner wäre, wenn der Weltmeister nach dem Spiel am Dienstag gegen Nordirland nur auf Platz zwei seiner Gruppe steht.

Frankreich spielt am Sonntag in Lyon gegen einen Gruppendritten um den Einzug ins Viertelfinale. "Die ganze Welt erhofft mehr, die Spieler auch, ich auch. Es gibt aber wenige Mannschaft, die dominieren. Das erste Ziel ist erreicht. Wir sind als Erster weiter", sagte Frankreichs Trainer Didier Deschamps

Trotz der Nullnummer boten beide Mannschaften vor 45 616 Zuschauern im Stade Pierre-Mauroy ein packendes Spiel. Vor allem die in den ersten beiden Partien noch spielerisch enttäuschenden Franzosen konnten angeführt von Paul Pogba einige Male ihr Offensiv-Können zeigen. Ein Treffer gelang den Last-Minute-Spezialisten aber nicht.

Deschamps blieb unbeeindruckt von allen Debatten um seine Startformation. Auf fünf Positionen änderte er diesmal sein Team: Wieder zurück in die Anfangsformation waren die gegen Albanien unter viel Getöse erstmal aussortierten Pogba und Antoine Griezmann.

Doppeltorschütze Dimitri Payet bekam bis zur 63. Minute eine Pause. Bei seiner Einwechslung für Bayern Münchens Kingsley Coman wurde er gefeiert. Torwart Hugo Lloris wurde nicht rausrotiert. Er stellte den Kapitänsrekord von Deschamps mit seinem 54. Spiel als Anführer der Équipe Tricolore ein.

Bei der Schweiz gab Breel Embolo sein EM-Startelfdebüt. Er spielte erstmal anstelle von Eintracht Frankfurts Haris Seferović, der erst in der 74. Minute eingewechselt wurde, als die Schweizer Offensivbemühungen nur noch sehr verhalten ausfielen.

Die Schweiz war aber erstmal der Gegner, den Frankreich wollte. Die Eidgenossen spielten nämlich durchaus mit. So boten sich Räume, die vor allem der energische Pogba immer wieder nutzte. Der zum Turnierstart gescholtene Juve-Star machte Gladbachs Yann Sommer im Schweizer Tor mit einem satten Schuss Probleme (12.). Fünf Minuten später krachte ein Pogba-Hammer aus vollem Lauf an die Latte.

Die Schweiz wirkte beeindruckt. Dabei hatten sie die erste Chance gehabt. Nach einem Kopfball vom Hoffenheimer Fabian Schär auf den langen Pfosten blockte Johan Djourou (8.) im Zweikampf mit Pogba unfreiwillig selbst den Ball vor der Linie ab. An Einsatz mangelte es beiden Teams nicht. Offensichtlicher wie kurioser Beweis: Die Trikots der Schweizer Admir Mehmedi, Granit Xhaka insgesamt gleich zweimal und Embolo hielten einem Reißtest nicht Stand.

Und es ging auch nach der Pause kurios weiter. Bei einem Zweikampf von Griezmann mit Valon Behrami ging der Ball kaputt. Mit dem neuen Spielgerät zeigte wieder Pogba seine Klasse, setzte sich energisch durch und bereitete eine gute Chance für Griezman vor, die Sommer parierete (57.). Nach verhaltenem Beginn war Frankreich wieder im Spiel. Der eingewechselte Payet (75.) sorgte mit einem Volleykracher unter die Querlatte noch einmal für ein Highlight.

dpa


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