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Bastian Schweinsteiger (M.) erhielt Lob und Kritik.

Bastian Schweinsteiger (M.) erhielt Lob und Kritik. © Peter Powell

Fußball

Schweinsteiger bekommt nach Startelf-Debüt Lob und Tadel

In seinem vierten Spiel für Manchester United darf Schweinsteiger endlich von Beginn an mitspielen. Und er zeigt, was er kann - wenigstens eine Weile lang. Die Sorgen der Engländer über seine Kondition hat der DFB-Kapitän aber noch lange nicht ausgeräumt.

Manchester. Eine knappe Stunde lang hat Bastian Schweinsteiger geackert. Nachdem er hinter Kapitän Wayne Rooney erstmals mit der Startformation für Manchester United aufs Feld durfte, lief es für den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft zumindest in der ersten halben Stunde richtig gut.

Zu 100 Prozent überzeugen konnte er in England aber noch nicht. Ungeduld und Enttäuschung über den Einkauf aus Bayern wurde in der zu Übertreibung neigenden englischen Presse schonungslos deutlich: "Abgeschlagen" habe der Deutsche ausgesehen, urteilte die "Sun". "Bastian Schweinsteiger humpelt auf dem Feld des Old Trafford herum. Gewöhnt euch dran", ätzte gar der "Independent".

Hätten die Red Devils mit dem 0:0 gegen Newcastle nicht auch noch die ersten Punkte liegen lassen in der Premier League, wäre das Urteil über den Neuzugang vielleicht gnädiger ausgefallen. Dem von Schweinsteiger eine knappe Stunde organisierten Mittelfeld war eigentlich wenig vorzuwerfen. Und: Es gab auch echte Anerkennung für den Weltmeister, der über den in der Anfangsphase fast alle Angriffe liefen. Nach einer halben Stunde hatte kein ManU-Spieler mehr Pässe auf dem Konto als der Mann mit der Rückennummer 31, nur zwei Zuspiele hatten ihr Ziel nicht erreicht.

Nachdem Schweinsteiger in Minute 27 umknickte, war er allerdings weniger präsent. Seine Kondition und sein Alter waren schon bei Bekanntgabe des Transfers ein Thema auf der Insel. "Der Deutsche zeigte, dass er noch viel Klasse am Ball hat, aber nicht mehr die Beine, um Spiele zu dominieren", resümierte die "Daily Mail" - und fügte noch ein versöhnliches "wenigstens noch nicht" an.

Dass die Hausherren im Old Trafford sich mit dem 0:0 begnügen mussten, war auch Pech: Gleich zu Beginn gab Schiedsrichter Craig Pawson einen Treffer von Rooney wegen angeblicher Abseitsstellung nicht. Die Gegner aus Newcastle waren zäh, kamen nach und nach besser ins Spiel und hatten mit einem Kopfball von Aleksandar Mitrovic (23.) an die Latte sogar die Chance, in Führung zu gehen.

In einer turbulenten Schlussphase vergaben beide Teams Chancen auf einen Siegtreffer - damit hatte Schweinsteiger, der nach 58 Minuten Michael Carrick Platz machte, aber nichts mehr zu tun. "Diese Leistung war eine der besten in meiner Zeit hier", sagte Trainer Louis van Gaal nach dem Spiel, "aber wir haben uns nicht belohnt."

Als er vom Platz ging, applaudierten die ManU-Fans dem neuen Star aus Germany, doch der war offensichtlich auch enttäuscht. "Next game, next challenge", hatte er Stunden vor dem Anpfiff angriffslustig getwittert. Nach dem Spiel meldete er sich ein wenig niedergeschlagen zurück: "Leider kein Sieg heute, Druck gemacht, aber Chancen verpasst, nächstes Mal kämpfen wir wieder wieder für drei Punkte." Teamkollege Rooney freute sich da schon, am Abend Tiger Woods beim Golfen zuzusehen.

dpa


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