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Dominik Schwaiger (r) im Duell mit Andre Myhrer aus Schweden.

Dominik Schwaiger (r) im Duell mit Andre Myhrer aus Schweden. © Andrea Solero

Ski alpin

Schwaiger Vierter in Alta Badia - Jansrud gewinnt

Beim Parallel-Riesenslalom von Alta Badia durften die deutschen Skirennfahrer über Platz vier jubeln - doch keiner der Arrivierten um Felix Neureuther war dafür verantwortlich. Ein junger Berchtesgadener sorgte in Südtirol für die große Überraschung.

Alta Badia. Der deutsche Ski-Youngster Dominik Schwaiger ist beim alpinen Parallel-Riesenslalom in Alta Badia völlig überraschend auf den vierten Platz gefahren.

In einem kuriosen Wettkampf mit vielen frühen Favoritenpatzern war der 24 Jahre alte Berchtesgadener erst im Halbfinale vom norwegischen Star Aksel Lund Svindal und im Rennen um Rang drei vom Schweden André Myhrer zu bezwingen. Dennoch feierte Schwaiger, der bei zuvor 16 Rennen einen 21. Platz im Februar 2014 sowie einen 19. Rang am Sonntag beim normalen Riesentorlauf von Alta Badia zu Buche stehen hatte, sein bestes Ergebnis im Weltcup.

"Ich war froh, überhaupt die erste Runde überstanden zu haben", sagte der Überraschungs-Vierte. Im ersten K.o.-Duell hatte er Favorit Henrik Kristoffersen aus Norwegen bezwungen. "Man muss gut starten können. Das ist ein Vorteil für mich, das kann ich ganz gut." Den ersten Platz holte sich Kjetil Jansrud im Finale gegen Svindal.

Die prominentesten Sieg-Anwärter hatten sich bei dem Rennen durch 15 Tore in der ersten Runde verabschiedet. Marcel Hirscher aus Österreich, Felix Neureuther oder Olympiasieger Ted Ligety aus den USA: Die prägenden Rennfahrer im Riesentorlauf der vergangenen Jahre landeten alle hinten. "Das ist der Wahnsinn!", fand Neureuther. Auch Fritz Dopfer und Stefan Luitz kamen nicht über Runde eins hinaus.

"Mit Riesenslalom hat das nicht viel zu tun, es ist ja keine Kurve drin", meinte der deutsche Weltcup-Rekordsieger mit Verweis auf den direkten und einfachen Kurs. Daher sei es auch kein Wunder, dass Speed-Fahrer wie Jansrud und Svindal vorn sein würden. Im Zielbereich der Gran Risa plauderte er noch ein wenig mit Fußball-Star Thomas Müller, ehe er sich ins Auto setzte und zum nächsten Rennen fuhr.

Neureuther war ohnehin kein Fan des Rennens an genau diesem Abend: Wegen der Ansetzung zwischen einem regulären Riesentorlauf am Sonntag und einem Nachtslalom am Dienstag (17.45 Uhr) im drei Autostunden entfernten Madonna di Campiglio hatte der Routinier Kritik geübt. "Der Slalom ist wichtiger", stellte der Partenkirchener klar.

Hirscher nahm sein überraschend frühes Aus mit Humor. Nur Minuten nach der Erstrunden-Niederlage gegen den Italiener Riccardo Tonetti twitterte der Österreicher: "Perspektivenwechsel. Heute: Zuschauer."

Zum Lachen war Verantwortlichen und Trainern vor dem Nachtrennen nicht zumute, vor allem die Sicherheitsfrage erhitzte die Gemüter. Der Weltverband FIS erwog sogar, zwischen dem blauen und dem roten Kurs ein niedriges Netz zu spannen. Doch die Idee wurde verworfen.

dpa


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