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Simon Schempp (r) will im Sprint seine erste WM-Einzelmedaille gewinnen.

Simon Schempp (r) will im Sprint seine erste WM-Einzelmedaille gewinnen. © Hakon Mosvold Larsen

Biathlon

Schempp und Dahlmeier wollen auf das Podest - Gössner-Aus

Simon Schempp peilt nach Silber in der Mixed-Staffel nun im Sprint seine erste WM-Einzelmedaille an. Da ist ihm Laura Dahlmeier schon einen Schritt voraus. Sie will wie im Vorjahr in einem Einzelrennen auf's Podest. Miriam Gössners WM-Traum ist dagegen schon vorbei.

Oslo. Deutschlands Goldkandidaten Laura Dahlmeier und Simon Schempp sind bereit für den ersten großen Coup, für Miriam Gössners ist die Biathlon-WM schon vorbei.

"Ich fühle mich gut und hoffe, dass ich ein Wörtchen um die Medaillen mitreden kann", sagte die viermalige Saisonsiegerin Dahlmeier mit Blick auf den WM-Sprint (Samstag 14.30 Uhr). Ihre Magenverstimmung, wegen der sie erst verspätet nach Oslo gereist ist, spielt vor dem Super-Wochenende mit der anschließenden Verfolgung am Sonntag keine Rolle mehr: "Ich weiß zwar nicht ganz genau, wo ich stehe. Aber mir liegt die Strecke und ich will Vollgas geben".

Auch Schempp will nach Silber mit der Mixed-Staffel endlich seine erste WM-Einzelmedaille: "Ich bin bereit. Die Zeit ist definitiv reif." Während sich das Duo mit den anderen Sprint-Startern Franziska Hildebrand, Franziska Preuß, Vanessa Hinz, Arnd Peiffer, Benedikt Doll und Verfolgungs-Weltmeister Erik Lesser bei leichtem Schneefall im Training vorbereite, machte Bundestrainer Gerald Hönig das WM-Aus für Gössner öffentlich.

Sie wird nach derzeitigem Stand kein einziges WM-Rennen laufen. "Es war schon mein großer Traum, dass ich hier laufen darf. Aber ich weiß es ja schon ein paar Tage länger, und habe mich darauf einstellen können", sagte die Freundin von Ski-Star Felix Neureuther. Hönig begründete die nicht ganz unumstrittene Entscheidung pro Hinz und kontra Gössner mit den "Vorleistungen und Trainingseindrücken".

Einen guten Eindruck am Holmenkollen hinterließ Dahlmeier, die sich locker und gelöst gab. Neben einer WM-Einzelmedaille und der Titelverteidigung in der Staffel würde sie vor allem eines freuen: Ein Besuch in der Loge von Norwegens König Harald als Siegerin. "Das wäre natürlich die absolute Krönung der WM", meinte die begeisterte Bergsteigerin.

Schempp geht indes mit Auftakt-Silber im Gepäck in den erneuten Showdown mit Frankreichs Superstar Martin Fourcade. "Wenn er wie im Mixed einen Fehler schießt, dann ist er schlagbar", meinte der Schwabe. In der gemischten Staffel musste sich der Uhinger erst kurz vor dem Ziel seinem Kontrahenten aus Frankreich geschlagen gab.

Das Duell Schempp gegen Fourcade könnte die Auseinandersetzung der WM werden, es zieht sich schon durch die ganze Saison. Im Sprint fuhr der Schwabe drei seiner vier Siege ein, Fourcade gewann zwei. "Da habe ich fast immer Top-Resultate gehabt. Ich hoffe, dass ich dort weitermachen kann, wo ich zum Schluss aufgehört habe", so Schempp.

An seinen WM-Alptraum vom Vorjahr, als er im Sprint nach sieben Fehlern als 77. die Verfolgung verpasste, verschwendet der 27-Jährige keinen Gedanken mehr. "Es wird keine Windlotterie hier geben, deshalb ist das kein Thema mehr." Schempp ist sicher: "Für eine Medaille muss man Null schießen." Das glaubt auch Lesser, bei der letzten WM und bei Olympia der beste deutsche Skijäger. "Ich bin aufgeregter als die letzten Jahre."

Berechtigte Hoffnungen auf ihre erste WM-Einzelmedaille kann sich auch Franziska Hildebrand machen. "Wenn das Laufen und Schießen passt, ist alles möglich", meinte die 28-Jährige, ebenfalls mit Mixed-Silber dekoriert. Sie hat diesen Winter zwei Sprints gewonnen.

Norwegens Star Emil Hegle Svendsen steckt derweil ausgerechnet vor der Heim-WM in der Krise, sportlich und psychisch. Auch an sein Karriereende habe er gedacht, so Svendsen. Das, so Svendsen, kurz vor der WM, komme nun nicht mehr in Frage. Der letzte Sieg gelang dem viermaligen Olympiasieger am 20. Dezember 2014. "Aber ich werde nicht aufgeben, bis ich wieder der Beste bin - so bin ich einfach."

Sein Teamkollege Johannes Thingnes Bø stimmte sich derweil im schwarzen Smoking auf die Titelverteidigung ein. Der extrovertierte Norweger posierte in einer Zeitung als James Bond.

dpa


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