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Der Start von Aljona Savchenko und Bruno Massot in die WM war von kleinen Wacklern begleitet. Foto: CJ Gunther

Der Start von Aljona Savchenko und Bruno Massot in die WM war von kleinen Wacklern begleitet. Foto: CJ Gunther

Eiskunstlauf

Savchenko/Massot nach gutem WM-Start auf Rang vier

Der Auftakt des neuen Top-Paares Savchenko/Massot in die Eiskunstlauf-WM ist trotz leichter Fehler gelungen. Nach 18-monatiger Sperre liegen die EM-Zweiten vor der Kür in Boston an vierter Stelle.

Boston. Nicht makellos, aber vielversprechend: Die deutsch-französischen Paarläufer Aljona Savchenko und Bruno Massot haben bei ihrer WM-Premiere eine realistische Medaillenchance. Vor der Kür am Samstag sind die EM-Zweiten in Boston Vierte.

Mit der frühen Startnummer zehn wurden sie bei ihren ersten gemeinsamen Eiskunstlauf-Welttitelkämpfen vom Preisgericht mit ordentlichen 74,22 Punkten belohnt. "Wir haben gekämpft, aber es war nicht unser bestes Kurzprogramm", sagte die ehrgeizige fünfmalige Weltmeisterin in den Katakomben des TD Gardens.

Die Führung übernahmen die Chinesen Sui Wenjing/Han Cong (80,85) vor den Titelverteidigern Meagan Duhamel/Eric Radford (78,18) aus Kanada und den russischen Olympiasiegern Tatjana Wolossoschar/Maxim Trankow (77,13).

Savchenko landete in dem gefühlvollen Vortrag zu Klängen aus dem Cirque du Soleil beim Wurfflip auf zwei Füßen, ihr neuer Partner wackelte bei der Landung des dreifachen Toeloops. So ließen die Wertungsrichter noch Luft nach oben. "Wir haben gefühlt, wie das Publikum hinter uns stand. Es ist einfach ein unglaubliches Gefühl, wieder zurück zu sein", meinte die 32-jährige Savchenko, die nach dem Wechsel von Robin Szolkowy zu Massot wegen der folgenden 18-monatigen Sperre lange aussetzen musste.

"Viele sprechen mich an und finden es toll, dass ich weitergemacht habe. Ich lebe meinen Traum", erzählte die gebürtige Ukrainerin, die 2018 in Südkorea für Deutschland olympisches Gold holen will. Mit Szolkowy wurde es zweimal Bronze.

Wegen der fehlenden Weltranglistenpunkte lief sie mit ihrem neuen Partner sehr früh. Schon beim ersten Element, einem hoch geworfenen Twist, brandete Szenenapplaus auf. "Das war Gänsehaut pur", bekannte Trainer Alexander König, der erstmals ein Weltklasse-Duo betreut und zugab, total nervös zu sein. "Ich hoffe, dass sie nun den Swing in die Kür mitnehmen und zeigen, was sie können." Teil eins der WM sei gefühlvoll, aber leicht verhalten gewesen.

Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU), sagte zufrieden: "Das war eine große Bewährungsprobe, die sie ordentlich gelöst haben." Die kleinen Fehler sind noch auszumerzen, das Wichtigste war erreicht: Das neue Duo wird von den Wertungsrichtern gut angenommen. "Sie sind so gut angekommen beim Publikum. Klar gibt es noch einige Dinge zu verbessern. Das war ein gelungener Auftakt", betonte Dönsdorf.

Besonders der 27 Jahre alte Massot kam mit seiner Anspannung an der Seite der anmutigen und anerkannten Savchenko gut klar. Bei den Interviews im Anschluss hatte er Krämpfe in den Beinen. "Das macht nichts, ich bin froh, dass wir so viel Spaß auf dem Eis hatten. Wir haben Vertrauen zueinander", erzählte der Franzose.

Als unglücklich empfand das Paar die Wettkampfzeit am Nachmittag. Zum Training am Morgen saßen sie schon um sechs Uhr im Bus. "Unser Sport ist sehr gefährlich, da ist die Zeitplanung nicht glücklich", kritisierte Savchenko die Ansetzung.

dpa


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