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Mercedes-Pilot Nico Rosberg bei den Testfahrten in Barcelona.

Mercedes-Pilot Nico Rosberg bei den Testfahrten in Barcelona. © Jens Büttner

Motorsport

Rosbergs Fingerzeig an Hamilton - Vettels nächste Bestzeit

Da kann die Konkurrenz nur staunen. Dieser neue Mercedes läuft mühelos. Nico Rosberg übertrifft bei seinem Testdebüt sogar Marathonfahrer Lewis Hamilton. Die Bestzeit sichert sich aber wieder Scuderia-Star Sebastian Vettel.

Barcelona. Vize-Weltmeister Nico Rosberg hat bei seinem Testauftakt in Barcelona den imposanten Formel-1-Dauerlauf von Mercedes fortgesetzt und sogar den Bestwert seines Stallrivalen Lewis Hamilton übertroffen.

Mühelos sammelte der gebürtige Wiesbadener immense 172 Runden und stellte die 156 Umläufe des britischen Weltmeisters in den Schatten. Rosberg durfte sich über ein klares Zeichen an Hamilton im angepeilten WM-Kampf und einen "sehr guten Start" freuen. "Wir müssen viele Kilometer machen, weil man nur dann die Schwachstellen finden kann", sagte Rosberg, der sich im neuen Wagen auch "schon sehr zuhause fühlt". Potenzielle Probleme konnte er noch nicht ausmachen. "Es war ein sehr gelungener Tag."

Als Viertschnellster kam der 30-Jährige auf dem Circuit de Catalunya aber wie auch Hamilton tags zuvor nicht an Sebastian Vettel heran, der kurz vor Ende seinen Wagen auf dem Asphalt abstellen musste. Der Heppenheimer verwies dennoch mit seiner zweiten Tagesbestzeit Red-Bull-Mann Daniel Ricciardo mit mehr als 0,7 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Rang. Der viermalige Weltmeister toppte seine Spitzenzeit vom Montag um mehr als zwei Sekunden.

Pascal Wehrlein konnte seine Ausbeute auf dem 4,655 Kilometer langen Kurs steigern. Der Sigmaringer schraubte im Manor seine Rundenzahl von 54 auf 71. Zufrieden kann der 21-Jährige nun an Teamkollege Rio Haryanto aus Indonesien übergeben. "Für uns ist auf jeden Fall noch mehr drin", kündigte Wehrlein an.

Rosberg muss nach seinem Schnuppertag erstmal wieder Hamilton ranlassen. Die Erkenntnis zur Halbzeit in Katalonien ist eindeutig: An Zuverlässigkeit lässt dieser neue Silberpfeil kaum Wünsche offen. Die PS-Stärke soll dann bei der zweiten Barcelona-Phase vom 1. bis 4. März in den Vordergrund treten. Wie auch Hamilton, der am Abend einen Ausflug zur Mobilfunkmesse unternahm, legte Rosberg deutlich mehr als zwei komplette Grand-Prix-Distanzen zurück und erfreute mit dieser Ausdauerleistung die Silberpfeil-Ingenieure.

Die 100er Marke knackte diesmal auch Vettel, der die Mercedes-Dominanz in diesem Jahr beenden will. Bis auf einen kleinen Ausritt verliefen für ihn die ersten Stunden am Dienstag zufriedenstellend. "Wir mussten kurz pausieren und ein bisschen was reparieren. Aber das gehört dazu, man will schließlich ans Limit gehen", erläuterte Vettel, der nun für die letzten beiden Tage an Teamkollege Kimi Räikkönen übergibt.

Einen klaren Aufschwung erlebt McLaren. Nach Jenson Button spulte auch Fernando Alonso ein umfangreiches Programm ab. Bei seinem ersten Auftritt vor heimischem Publikum verbuchte der Spanier 119 Runden und bewies die neue Standfestigkeit des MP4-31. "Es ist schön, wieder zurück zu sein", gab Alonso zu Protokoll. "Wir wollen wettbewerbsfähiger sein als in der vergangenen Saison."

Die Horror-Testphase 2015 ist damit Geschichte. Zum Auftakt in Jerez hatten es die beiden früheren Weltmeister mit ihrem Honda-Motor nur auf kümmerliche 79 Runden gebracht.

Der Frust der Japaner über die desaströs abgelaufene Saison entlud sich erst mit Verspätung. Der bisherige Motorenchef Yasuhisa Arai musste am Dienstag offiziell seinen Platz für Yusuke Hasegawa räumen. Arai hatte die Rückkehr von Honda als Motorenlieferant zur Saison 2015 als Projektleiter begleitet. McLaren erlebte als Vorletzter in der Konstrukteurwertung aber die schwächste Saison seit 1980. Arai darf immerhin als Berater bei Honda bleiben.

dpa


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