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Angelique Kerber setzte sich im Finale in Birmingham gegen Karolina Pliskova durch.

Angelique Kerber setzte sich im Finale in Birmingham gegen Karolina Pliskova durch. © Christopher Levy

Tennis

Rittner: "Kerber zählt in Wimbledon zu Favoritinnen"

Zur Belohnung gab es Rotwein und eine Pizza Hawaii. Nach dem dritten Titel des Jahres und ihrem ersten auf Rasen gönnte sich Angelique Kerber erst einmal ein schönes Abendessen mit ihrem Trainer Torben Beltz.

London. Doch viel Zeit zum Feiern blieb Deutschlands bester Tennisspielerin nicht. Von Birmingham ging es weiter nach Eastbourne, wo Kerber in dieser Woche ihre Wimbledon-Generalprobe bestreitet. Und vom kommenden Montag an will die 27-Jährige aus Kiel ihren nächsten Angriff starten auf Grand-Slam-Titel Nummer eins.

"Für mich zählt sie zum Kreis der Favoritinnen für Wimbledon. Sie wäre so weit, da ein Wörtchen mitzureden", sagte Bundestrainerin Barbara Rittner am Montag. "Ich hoffe, dass ihr dieser Titel Ruhe und Selbstvertrauen gibt." 6:7 (5:7), 6:3, 7:6 (7:4) hatte Kerber gegen die Tschechin Karolina Pliskova gewonnen, immerhin neue Nummer elf der Welt und eine der bemerkenswertesten Aufsteigerinnen der Saison.

Sechs Titel hat Kerber bislang gefeiert, bei einem der vier wichtigsten Events aber kam sie noch nie über das Halbfinale hinaus. Beim bedeutendsten aller Turniere hat sie nun eine weitere Chance - wohlwissend, dass für die Öffentlichkeit Grand-Slam-Resultate die größten Gradmesser für Erfolg oder Misserfolg sind. Bei den US Open und in Wimbledon schaffte es Kerber bereits unter die besten Vier, sie war schon einmal die Nummer fünf der Welt. Und doch scheint die Angelique Kerber des Jahres 2015 so stark und so konstant wie nie zuvor.

Im vergangenen Jahr stand sie in vier Endspielen - und verlor alle vier. In diesem Jahr erreichte sie bislang drei Finals - und gewann alle drei. In Charleston und beim Heimspiel in Stuttgart gelang ihr das auf Sand, in Birmingham am Sonntag nun erstmals auch auf Rasen.

"Sie ist reifer und ruhiger geworden und hat eine andere Klasse auch im mentalen Bereich", sagte Rittner. Die Vorstellungen ihrer Nummer eins verfolgte sie am Wochenende im Internet, am Sonntagabend tauschten sich die Fed-Cup-Chefin und Kerber per SMS aus.

Für Rittner hat der Höhenflug auch viel mit einem Tiefpunkt zu tun. Nach ihrem Erstrunden-Aus bei den Australian Open durchlebte Kerber eine "Mini-Krise", wie es die Bundestrainerin formulierte. Sie trennte sich von ihrem Trainer Benjamin Ebrahimzadeh, kehrte zu ihrem alten Coach Beltz zurück - und feierte innerhalb von drei Monaten drei Turniersiege. Bis Wimbledon wollten sie zusammenarbeiten und dann weitersehen, hatte Kerber zuletzt angekündigt.

dpa


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