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Und die Latte bleibt liegen: Derek Drouin sicherte sich Hochsprung-Gold im Stechen.

Und die Latte bleibt liegen: Derek Drouin sicherte sich Hochsprung-Gold im Stechen. © Franck Robichon

Leichtathletik

Perfekter WM-Abschluss: Molitor holt zweites Gold

Die deutschen Leichtathleten haben die WM in Peking mit einem Paukenschlag beendet. Speerwerferin Katharina Molitor holte überraschend Gold und bescherte ihrem Team damit ein sehr erfolgreiches Gesamtergebnis.

Peking. Der letzte Wurf am letzten Tag der WM brachte noch einmal einen Riesenerfolg: Mit ihrem so überraschenden wie dramatischen Sieg im Speerwurf hat Katharina Molitor den deutschen Leichtathleten am Sonntag einen perfekten Abschluss in Peking beschert.

Dank einer Weltjahresbestleistung von 67,69 Metern zog die 31-Jährige ganz am Schluss noch an der Chinesin Lyu Huihui (66,13) und der Südafrikanerin Sunette Viljoen (65,79) vorbei und holte für das deutsche Team das zweite Gold im "Vogelnest" nach der Kugelstoßerin Christina Schwanitz gleich zum Auftakt.

"Ich habe immer von einer Medaille geträumt, ganz egal in welcher Farbe", sagte die 31-Jährige. "Und jetzt stehe ich hier mit einem persönlichen Rekord, einer Weltjahresbestleistung, meinem ersten internationalen Titel und weiß nicht, was ich sagen soll. Das ist fantastisch. Ich bin so glücklich!"

Titelverteidigerin Christina Obergföll verpasste - 14 Monate nach der Geburt ihres Sohnes Marlon - als Vierte mit 64,61 Metern nur knapp das Siegerpodest. Aber auch so fiel die deutsche Bilanz in Peking mit insgesamt acht Medaillen sehr erfolgreich aus. Zweimal Gold, dreimal Silber und dreimal Bronze sind unterm Strich eine noch bessere Ausbeute als bei der WM 2013, als für das deutsche Team sieben Medaillen heraussprangen. "Wir haben hier tolle Tage erlebt", sagte auch Cheftrainer Idriss Gonschinska.

Wie außergewöhnlich hoch das sportliche Niveau bei diesen Weltmeisterschaften teilweise war, machte am letzten Wettkampf-Wochenende noch einmal der Samstag deutlich. Da gewann Superstar Usain Bolt mit der jamaikanischen 4 x 100-Meter-Staffel den elften WM-Titel seiner Karriere. Da verteidigte der deutsche Zehnkämpfer Rico Freimuth mit einem quälenden Schlussspurt seine Bronzemedaille und gratulierte Ashton Eaton (USA) danach zu WM-Titel und Weltrekord. Und da holte Mo Farah eine Woche nach seinem 10 000-Meter-Sieg auch noch Gold über 5000 Meter. Für den britischen Langstrecken-Star war das bereits das dritte "Double" in Serie nach den Olympischen Spielen 2012 und der WM 2013.

"Meine Karriere hat ihren Höhepunkt erreicht. Ich habe mir einen Lebenstraum erfüllt", sagte Freimuth nach der ersten internationalen Medaille seiner Laufbahn. Der 27-Jährige war schon als Drittplatzierter in den abschließenden 1500-Meter-Lauf gestartet, drohte dort aber völlig einzubrechen. Auf den letzten 200 Metern holte er aber noch einmal alles aus sich heraus und verteidigte seinen schmelzenden Vorsprung auf den Russen Ilja Schkurenew. "Das war der letzte Kraftakt. Dass ich das noch geschafft habe, ist unfassbar", meinte er.

Kai Kazmirek wurde in diesem Mehrkampf Sechster, Michael Schrader Siebter - aber alles stand im Schatten des Amerikaners Eaton. Mit 9045 Punkten verbesserte der 27-Jährige seinen eigenen Weltrekord noch einmal um sechs Zähler. "Ich habe mir gesagt: Geh' raus und genieße diesen Wettkampf! Das Ergebnis ist fantastisch", sagte er.

Als amtierender Weltmeister, Olympiasieger und Weltrekordhalter hat Eaton mittlerweile eine ähnlich beeindruckende Karrierebilanz wie Bolt. Der Jamaikaner schaffte genau wie bei den Olympischen Spielen 2012 in London und bei der WM 2013 in Moskau das Titel-Triple über 100, 200 und 4 x 100 Meter. "Das war definitiv eine meiner besten Weltmeisterschaften. Viele Leute haben an mir gezweifelt. Aber ich bin auch hierhergekommen, um sie zu widerlegen", sagte Bolt. Das ist ihm gelungen.

Den vielleicht spannendste Wettkampf aller neun Tage hat sich diese WM aber bis ganz zum Schluss aufgehoben. Den Hochsprung der Männer entschied der Kanadier Derek Drouin erst im Stechen mit 2,34 Metern vor den beiden höhengleichen Bogdan Bondarenko aus der Ukraine und Zhang Guowei aus China (beide 2,33) für sich. Eike Onnen aus Hannover wurde mit 2,25 Metern Zwölfter.

dpa


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