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Dirk Nowitzki und Co. dürfen zwei Tage verschnaufen.

Dirk Nowitzki und Co. dürfen zwei Tage verschnaufen. © Marius Becker

Basketball

Nowitzki und Co. tanken Kraft: Ab Mittwoch im EM-Modus

Noch einmal ausschlafen, noch einmal die Beine hochlegen und relaxen. Vor der Zusammenkunft im EM-Spielort Berlin genießen Dirk Nowitzki und Co. noch einmal zwei freie Tage. Ab Mittwoch zählt dann nur noch die Europameisterschaft.

Köln. Nach der Mut machenden Generalprobe gegen Topfavorit Frankreich verteilten sich die deutschen Basketball-Nationalspieler noch einmal in alle Winde.

Dirk Nowitzki düste zu seiner Familie nach Würzburg, Tibor Pleiß besuchte Angehörige und Freunde im Rheinland und auch Chris Fleming zog sich noch einmal in sein Haus in Quakenbrück zurück. Bevor Nowitzki und Co. am Mittwoch in den EM-Modus schalten, standen ein letztes Mal Ruhe, Pflege und Ablenkung für die deutschen Korbjäger auf dem Programm.

"Wir werden jetzt alle noch einmal ein bisschen abspannen", sagte Nowitzki nach dem unglücklichen 63:68 gegen Frankreich in Köln. "Ich werde am Montag gar nichts machen, am Dienstag dann wahrscheinlich ein paar Würfe in der Halle nehmen. Die Pause wird uns allen noch einmal gut tun, ehe wir dann endlich in Berlin ankommen."

Nicht mehr mit dabei sein wird in seiner Heimatstadt Akeem Vargas. Der 25 Jahre alte ALBA-Profi wurde am Montag als letzter Spieler von Fleming aus dem Kader gestrichen. Der Bundestrainer entschied sich in der letzte noch offenen Personalie für den Bamberger Karsten Tadda. "Das ist jetzt der Punkt, an dem man eigentlich einen 13er-Kader braucht, um das Richtige zu tun", sagte der Nationalcoach.

Obwohl die Vorbereitung für das Fleming-Team alles andere als optimal verlief und es gegen die Co-Gastgeber Kroatien und Frankreich zum Teil heftige Niederlagen setzte, reist die Mannschaft am Mittwoch mit einer Portion Zuversicht in die Hauptstadt. "Wir befinden uns in einem Prozess und wir wissen, dass dieser noch nicht abgeschlossen ist", sagte Kapitän Heiko Schaffartzik. "Aber mit Blick auf den Beginn der Vorbereitung sind wir mindestens vier bis fünf Schritte weiter."

Beim Abschlusstest gegen die mit NBA-Stars gespickten Franzosen zeigte die DBB-Equipe, was mit den Zuschauern im Rücken bei der Vorrunde in Berlin möglich sein kann. Anders als noch zwei Tage zuvor beim Debakel gegen den Titelverteidiger in Straßburg agierte die deutsche Mannschaft von Beginn an mit viel Energie und der nötigen Aggressivität. "Das war wesentlich besser als im ersten Spiel", lobte auch NBA-Profi Dennis Schröder, mit 16 Punkten wieder einmal bester deutscher Werfer. "Wir haben sehr viel mitgenommen, wovon wir bei der EM profitieren können."

Dass die Franzosen lange Zeit mit der zweiten Garde agierten, konnte den positiven Gesamteindruck im deutschen Lager nicht trüben. Eine volle Halle, Sprechchöre für Nowitzki und ein Spiel gegen ein Topteam auf Augenhöhe - so hatten sich die Verantwortlichen das Basketball-Fest in der Lanxess Arena vorgestellt.

Von Mittwoch an geht es dann an den Feinschliff. Dass es noch viel zu tun gibt, wissen alle Beteiligten. Aber dass Schröder gegen Frankreich klug Regie führte, Nowitzki immer besser in Szene gesetzt wurde und die Youngster Paul Zipser und Johannes Voigtmann viele gelungene Aktionen hatten, stimmte auch den leidgeplagten Fleming positiv. "Es kann losgehen", sagte der Nationalcoach, der auf so viele verletzte Spieler verzichten muss.

Unter anderem hatte Daniel Theis seine EM-Teilnahme wegen einer Schulteroperation abgesagt. Dass der Power Forward am Sonntag trotzdem im ersten Vorbereitungsspiel der Brose Baskets Bamberg in Ulm in der Startformation stand, sorgte in Verbandskreisen für großen Unmut. Offiziell äußern wollte sich niemand zu der pikanten Personalie. Jeder Nebenkriegsschauplatz soll wenige Tage vor dem EM-Auftakt gegen Island am Samstag ausgeblendet werden.

Doch Pluspunkte für die Zukunft hat Theis mit der Aktion nicht gesammelt, auch wenn sein Club am Montag versuchte, die Wogen zu glätten. "Jeder bei den Brose Baskets und beim Deutschen Basketball Bund wusste, wie sich die Situation darstellt", erklärten die Franken via Twitter.

dpa


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