Navigation:
Felix Neureuther war im bester DSV-Fahrer.

Felix Neureuther war im bester DSV-Fahrer. © Hans Klaus Techt

Ski alpin

Neureuther holt Rang sechs in Sölden

Mit einem Podium wurde es in Sölden nichts - Felix Neureuther zog nach dem Weltcup-Auftakt am Rettenbachferner dennoch eine positives Fazit: Platz sechs wie tags zuvor Viktoria Rebensburg; und der Rücken hält. Die anderen deutschen Starter waren dagegen nicht zufrieden.

Sölden. Schon bevor die Siegerehrung begann, bekam Felix Neureuther Glückwünsche von allen Seiten. Dabei hatte er auf dem geteilten sechsten Platz beim Auftakt in Sölden mit dem Podium gar nichts zu tun.

Seine Leistung im ersten Rennen der alpinen Weltcup-Saison nach einer Mini-Vorbereitung beeindruckte Kollegen und Trainer aber ebenso wie die von Sieger Ted Ligety (USA).

Auch der neuerdings mit einem Musketierbart umherlaufende Neureuther war mit seinem Riesenslalom sehr zufrieden. "Ich habe hier noch nie Weltcup-Punkte geholt, habe elf Schneetage und werde Sechster - damit hätte ich wirklich nicht gerechnet", sagte der beste deutsche Skirennfahrer am Sonntag im Ötztal. Im Ziel war er gleich schnell wie der Österreicher Roland Leitinger und Henrik Kristoffersen aus Norwegen. "Es war gut, dass man eine Standortbestimmung hat, und dass man weiß, dass es funktioniert. Auch, dass der Rücken hält, das ist vom Kopf her sehr, sehr wichtig", sagte Neureuther.

Nach einem Bandscheibenvorfall in der vergangenen Saison stand Neureuther erst im September wieder auf Ski. Dass der 31-Jährige dennoch viel besser war als erwartet, freute auch den Alpindirektor des Deutschen Skiverbands (DSV). "Er kann's halt einfach. Er hat ein außergewöhnliches Gefühl zum Skifahren", lobte Wolfgang Maier.

Auf das Podest mit Ligety, dem zweitplatzierten Franzosen Thomas Fanara und Gesamtweltcupsieger Marcel Hirscher aus Österreich fehlten dem deutschen Rekord-Weltcupsieger dennoch mehr als zweieinhalb Sekunden. Aber nicht nur wegen dieses großen Rückstands machte sich Alpinchef Maier nicht rundum zufrieden auf den Heimweg. "Man hat gestern bei der Vicky gesehen, dass doch einiges mehr drinnen gewesen wäre, besonders wenn man sich ihren zweiten Lauf angeschaut hat", meinte er mit Blick auf Rang sechs von Viktoria Rebensburg. Und zum Sonntagsrennen in Sölden sagte Maier: "Wir waren drei unter den besten Zehn und haben nur einen in Position halten können."

Denn als Achter beziehungsweise Neunter des ersten Durchgangs landeten Fritz Dopfer und Stefan Luitz am Ende jenseits der Top 15. Luitz verlor im Finale nach einem fehlerhaften Lauf einen Stock und hatte damit eine plausible Erklärung für seinen Zeitverlust und Rang 18. Dopfer aber wäre als 20. am liebsten ohne etwas zu sagen aus Sölden verschwunden. "Das war einfach keine gute Leistung", urteilte Maier. "Das muss man ihm auch mal zugestehen."

Vergangenes Jahr gelang Dopfer als Zweiter in Sölden ein Auftakt nach Maß. Doch davon war der 28-Jährige am Sonntag weit entfernt. "Es war skifahrerisch einfach unsauber", sagte der WM-Zweite im Slalom. "Das darfst du dir da runter nicht erlauben."

Neureuther dagegen kann sich mit viel Rückenwind auf den ersten Slalom in Levi Mitte November vorbereiten. "Jetzt muss man weiterarbeiten und versuchen, sich Schritt für Schritt zu verbessern", erzählte er. Im Dezember, nach der Rückkehr aus Nordamerika, will er dann seine Topform erreicht haben.

Das passt auch mit Maiers Wochenendbilanz zusammen. "Man muss ja im ersten Rennen nicht alles gewinnen, man muss ja auch etwas Luft nach oben haben", sagte der 54-Jährige. "Wenn es zu leicht geht, dann neigt man zur Überheblichkeit. Wir haben gesehen, dass wir noch zu tun haben. Jetzt schauen wir mal, was wir tun können."

dpa


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Anzeige