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Die deutschen Freiwasser-Asse kamen über 10 Kilometer nur auf Rang 16 und 18 ins Ziel.

Die deutschen Freiwasser-Asse kamen über 10 Kilometer nur auf Rang 16 und 18 ins Ziel. © Martin Schutt

Schwimmen

Nach "Schlacht": Freiwasser-Asse ohne Olympia-Ticket

Die deutschen Freiwasserschwimmer haben sich bei der großen WM-"Schlägerei" nicht zu einem Olympia-Ticket durchboxen können. Der Olympia-Achte Andreas Waschburger kam nach zehn Kilometern bei den Weltmeisterschaften in Kasan als 16. ins Ziel, Team-Weltmeister Christian Reichert wurde 18. - das war nach dem Rücktritt von Rekordchampion Thomas Lurz zu wenig für den direkten Startplatz bei den Sommerspielen in einem Jahr. "Es war heute schon eine Schlacht, man hat gemerkt, es geht um die Olympia-Tickets", schilderte Waschburger den "Riesenkampf" in der Kasanka.

Kasan. a. "Ich wurde oft schon sehr krass am Fuß gezogen."

Rekordverdächtige 72 Starter waren beim dritten Freiwasser-Wettkampf auf dem Wolga-Nebenfluss aufgebrochen, um sich einen der zehn ausgelobten Olympia-Plätze zu sichern. Auf der Tribüne bangten Trainer und Teamkollegen mit. Auch die für den kommenden Tag aufgebotenen Angela Maurer und Isabelle Härle bekamen schon einmal einen Vorgeschmack auf das Extrem, was sie bei ihrem Fight um die Rio-Teilnahme erwartet. "Viele Schlägereien und Rangeleien" machte Reichert aus - und als der amerikanische Goldmedaillengewinner Jordan Wilimovsky das Tempo noch einmal verschärfte, war der da entkräftete WM-Neunte von 2013 eingeklemmt.

"Das war ein ganz anderes Level als über fünf Kilometer", sagte Bundestrainer Stefan Lurz. Beim WM-Auftakt hatte Rob Muffels mit Silber noch für einen starken Neubeginn der Post-Lurz-Ära gesorgt, das ungleich härtere Rennen über die Olympia-Distanz wäre nun genau nach dem Geschmack von Thomas Lurz gewesen. "Das war wie zugeschnitten für ihn", betonte der Trainer, der den Dauersieger natürlich gerne wieder im Team hätte. "Ich bin sicher, bei Thomas fängt es wieder an zu kribbeln, ich bin sehr gespannt."

Der zwölfmalige Weltmeister hatte seine große Karriere vor drei Monaten beendet, weil er für sich keine Goldchance mehr in Rio sieht. Nur ein Sieg zählt für den großen Erfolgsgaranten, der sonst alles im Sport gewonnen hat. Im Testpool der Anti-Doping-Agentur ist Lurz weiter aufgeführt, ein Comeback wäre also möglich.

Durch den Rücktritt hatten Waschburger und Reichert beide die Chance. "Aber auf den letzten ein, zwei Kilometern war das Tempo für unsere Jungs zu schnell heute", analysierte Stefan Lurz. Die Chance, einen Teilnehmer beim Olympia-Rennen an der Copacabana aufbieten zu können, besteht weiterhin: Im Juni 2016 können zwei deutsche Starter um ein Ticket kämpfen. Ob das Waschburger und Reichert sind oder ein Talent wie Muffels eine Chance bekommt, ist offen.

dpa


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