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Ben Zobrist wurde nach der Partie mit dem MVP-Titel ausgezeichnet.

Ben Zobrist wurde nach der Partie mit dem MVP-Titel ausgezeichnet. © David J. Phillip

Baseball

Nach 108 Jahren: Cubs feiern World-Series-Triumph

Nach dem dramatischen 8:7 über Cleveland im Entscheidungsspiel holen die Chicago Cubs nach mehr als 100 Jahren wieder die World Series im Baseball. Glückwünsche gibt es vom US-Präsidenten, einem prominenten Fan auf der Tribüne und einem Basketball-Star.

Cleveland. Edelfan Bill Murray jubelte auf der Tribüne, in Chicago feierten Tausende auf den Straßen und sogar US-Präsident Barack Obama gratulierte: Die Baseballer der Chicago Cubs haben erstmals seit 1908 wieder in der World Series triumphiert.

Die Spieler des neuen Champions bejubelten den historischen ersten Erfolg des Clubs nach 108 Jahren euphorisch. Sie hüpften nach dem 8:7 bei den Cleveland Indians in einem hochklassigen und dramatischen Entscheidungsspiel wie kleine Kinder umher.

In Chicago bejubelten Tausende Cubs-Fans auf den Straßen vor dem heimischen Wrigley Field den dritten Titel. Das Stigma als "Lovable Losers", liebenswürdige Verlierer, ist nach 39 466 Tagen endgültig Geschichte. "Es ist passiert. Die Chicago Cubs haben die World Series gewonnen. Wollt ihr noch ins Weiße Haus kommen, bevor ich es verlasse", gratulierte Obama via Twitter. Schauspieler Bill Murray feierte im Stadion, US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton verfolgte die entscheidenden Momente im Fernsehen und jubelte mit.

Es gibt wenig Menschen, die den Cubs diesen Titel nicht gönnen. Keine US-Profimannschaft in den Top-Sportarten Basketball, Baseball, Eishockey und American Football musste nach einem Titelgewinn länger auf die nächste Meisterschaft warten. "Unglaublich, wir haben es in einem der besten Spiele aller Zeiten geschafft", jubelte Cubs-Präsident Theo Epstein.

Diese siebte Partie in der 112. Auflage der World Series geht als besonders nervenaufreibend in die Sport-Geschichte ein. Bis zum achten Inning führte Chicago scheinbar uneinholbar mit 6:3. Cleveland kam zurück, glich zum 6:6 aus und erreichte das Verlängerungs-Inning. Nach einer 17-minütigen Regenpause gingen die Cubs im zehnten Inning wieder mit 8:6 in Führung, die Indians konnten am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit) nur noch auf 8:7 verkürzen. "Episch", nannte es "ESPN".

Dabei sah es in der World Series lange Zeit nicht gut aus für die Cubs. 3:1 führten die Indians nach Spiel vier. Doch Chicago fightete, gewann das letzte Heimspiel mit 3:2 und hielt sich dann auch mit einem 9:3-Erfolg in Cleveland in der Serie. Nach dem Thriller in Spiel sieben soll am Freitag (Ortszeit) die Sieger-Parade durch die Straßen von Chicago stattfinden.

Viele Tränen gab es dagegen bei den Indians, die nach dem 3:4 in der Serie weiter auf die dritte World Series nach 1920 und 1948 warten müssen. Es ist erst das fünfte Mal in der Geschichte der Major League Baseball, dass ein Team in der World Series eine 3:1-Führung noch verspielte. Kurios: Im Sommer holten die Cleveland Cavaliers um Basketball-Superstar LeBron James nach einem 1:3-Rückstand gegen die Golden State Warriors noch die NBA-Meisterschaft. Beim Spiel sieben fieberte das Cavs-Team mit den Indians mit - vergeblich. 

"Gratulation zu einer unglaublichen Saison. Niemand hat erwartet, dass ihr so etwas schaffen könnt", schwärmte James in einer Videobotschaft vom Verlierer. "Ich möchte aber auch den Chicago Cubs gratulieren. Es war eine magische Saison und ihr wart die beste Mannschaft. Heute habt ihr gezeigt, warum."

dpa


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