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Der Franzose Johann Zarco (R) beim Handschlag mit Jonas Folger.

Der Franzose Johann Zarco (R) beim Handschlag mit Jonas Folger. © Kimimasa Mayama

Motorsport

Moto2-Piloten Folger und Cortese in Japan auf dem Podium

Das hat es seit 19 Jahren nicht mehr gegeben: Zwei deutsche Motorrad-WM-Piloten schaffen es in einem Rennen gemeinsam auf das Podest. Die künftigen Teamkollegen Jonas Folger und Sandro Cortese belohnen sich in Japan für Kampfgeist und Risiko.

Motegi. Konkurrenten auf der Strecke, respektvolle Kollegen abseits der Piste: Mit einer herzlichen Umarmung noch mit den Helmen auf dem Kopf haben Jonas Folger und Sandro Cortese in Motegi im Parc Fermé ihre Podestplätze beim Japan-Grand Prix der Motorrad-Weltmeisterschaft gefeiert.

Die Plätze zwei und drei im Rennen der Moto2-Klasse bedeuteten auch einen lange nicht erlebten Moment für den deutschen Motorrad-Rennsport. Zuletzt hatten 1996 in Assen Ralf Waldmann und Jürgen Fuchs für zwei deutsche Piloten auf dem Siegerpodest gesorgt.

Folger und Cortese, ab der neuen Saison gemeinsam im Dynavolt Intact GP-Team unterwegs, zeigten in Motegi bei schwierigen Bedingungen Kampfgeist und Risikofreude. Dabei mussten sie auch mit einer nervenaufreibenden Wartezeit zurecht kommen. Nach Sonnenschein in den vergangenen Tagen war über Nacht der Regen nach Motegi gekommen. Dazu hatte sich über der Rennstrecke dichter Nebel gebildet, der ein Aufsteigen der Rettungshubschrauber unmöglich machte. Deshalb wurden das Warm Up und auch das Rennen der Moto3 um zwei Stunden verschoben, die Renndistanz der beiden kleinen Klassen um ein Drittel gekürzt.

Doch die beiden Deutschen hatten sich viel vorgenommen. Folger übernahm vom Start weg die Führung und lediglich der bereits als Weltmeister feststehende Franzose Johann Zarco konnte dem Speed des Schwindeggers folgen. Mehr noch: Nach vier Runden übernahm der neue Champion die Spitzenposition und gab sie bis zur Zielflagge nicht mehr ab. "Nachdem er mich überholt hatte, hat er extrem Druck gemacht. Ich konnte nur schwer mithalten, war oft in Sturzgefahr. Ich sah auch, dass mein Abstand zum Dritten schon groß war und wollte nicht zu viel riskieren. Ich bin an mein Limit gegangen und habe das konstant durchgezogen", berichtete Folger. Er peilt im Gesamtklassement Rang vier in den letzten drei Saisonrennen an. "Das ist nun noch mein persönliches Ziel", sagte der zweimalige Saisonsieger.

Mit sich im Reinen war nach vielen Enttäuschungen im Saisonverlauf auch Cortese. "Wir haben endlich wieder das Podium erreicht. Für mich und meinen Kopf gibt es nichts Besseres", meinte der glückliche Berkheimer. Im Rennverlauf hatte er eine schwierige Situation zu meistern, als er bis auf Platz zwölf zurückgefallen war. "Ich habe mich wieder gefangen und zurückgekämpft. Ich musste aber schon beißen, um aufzuholen", berichtete der Italo-Schwabe.

Weniger gut verlief der Tag für Moto3-Pilot Philipp Öttl. Er musste sich beim Sieg des Italieners Niccolo Antonelli mit Platz 23 begnügen. Auch Stefan Bradl blieb in der MotoGP-Kategorie ohne Zähler. Der Aprilia-Pilot belegte nach einem Ausritt in den Kies Rang 18. Hinter Sieger Daniel Pedrosa (Spanien) schaffte WM-Spitzenreiter Valentino Rossi (Italien) Platz zwei und baute damit seine Gesamtführung vor dem diesmal drittplatzierten Spanier Jorge Lorenzo auf 18 Punkte aus.

Vorsichtige Entwarnung gab es für den am Vortag schwer gestürzten Alex de Angelis aus San Marino. Er hatte sich eine Lungen-Quetschung, drei Rippen- und fünf Wirbelbrüche zugezogen. Bis zum Sonntag waren jedoch keine Lähmungserscheinungen aufgetreten, so dass er auf eine vollständige Genesung hoffen kann.

dpa


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