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Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto mit Fahrer Sergio Perez und Bernie Ecclestone. Foto: Ulises Ruiz Basurto

Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto mit Fahrer Sergio Perez und Bernie Ecclestone. Foto: Ulises Ruiz Basurto

Motorsport

Mexiko sorgt für Gänsehaut-Atmosphäre bei der F1-Rückkehr

Die Formel-1-Welt begeistert außerhalb Europas. Mexiko bereitet der Königsklasse eine rauschende Rückkehr. Und Bernie Ecclestone wird sich die Hände reiben.

Mexiko-Stadt. Die Mariachi-Band spielte im Hintergrund, von den vollen Tribünen des Autódromo Hermanos Rodríguez winkten 110 000 jubelnde Fans den Piloten zu.

Allein die Fahrerparade bei der Rückkehr der Formel 1 nach Mexiko wurde für alle zum Gänsehauterlebnis mit Seltenheitswert in der Motorsport-Königsklasse. Weltmeister Lewis Hamilton stieg aus und warf Kappen in die Menge, Lokalmatador Sergio Perez musste noch vor dem Erlöschen der Roten Ampeln Autogramme schreiben.

"Man merkt hier schon, dass es einfach von Herzen kommt und dass es natürlich ist. Es ist cool, Teil davon zu sein", betonte Force-India-Pilot Nico Hülkenberg, der Teamkollege von Perez. "Die sind einfach hungrig, weil sie 23 Jahre die Formel 1 nicht hatten. Man merkt, dass ihnen etwas gefehlt hat", sagte der 28 Jahre alte Fahrer aus Emmerich.

Ausnahmsweise mogelte sich auch Bernie Ecclestone unter die Fahrer bei der obligatorischen Parade, die sonst schon mal wie ein eher notwendiges Pflichtprogramm abgespielt wird. Chauffiert wurde der 85 Jahre alte Formel-1-Geschäftsführer von Nigel Mansell. Der Brite war vor 23 Jahren letzter Sieger auf dem Kurs in Mexiko-Stadt vor dem jetzigen Comeback.

Ecclestone dürfte sich in seinem Expansionskurs mit neun neuen Strecken seit 1999 und der Rückkehr von drei Kursen, die länger nicht im Kalender standen, mehr als bestätigt fühlen. Das einst als Kernmarkt gepriesene Europa gerät noch mehr unter Druck - und Deutschland steckt mittendrin.

In diesem Jahr war der Grand Prix sogar abgesagt worden - der Nürburgring hatte schlichtweg nicht das Geld für die Antrittsprämie von mehreren Millionen. Der Hockenheimring lehnte ab, kurzfristig einzuspringen, zu groß war das Risiko von Verlusten. Denn den Veranstaltern bleibt nichts als das Geld durch die Zuschauer, um ihre Ausgaben zu begleichen oder gar schwarze Zahlen zu schreiben.

In Mexiko kosteten die günstigsten Tickets von Freitag bis Sonntag auf der offiziellen Formel-1-Homepage umgerechnet rund 104 Euro. Das teuerste, ein VIP-Paket auf den besten Plätzen, 3177 Euro. Und die Veranstaltung war ausverkauft. An den Aufgängen zum exklusiven Paddock Club herrschte an allen Tagen Betrieb. VIP-Tickets wurden auf dem Schwarzmarkt angeblich sogar für umgerechnet bis zu 6600 Euro gehandelt.

So wie es aussieht, braucht sich Mexiko keine Sorgen zu machen, dass die Strecke das gleiche Schicksal ereilen könnte wie zum Beispiel der Kurs im japanischen Fuji. Nach drei Jahrzehnten kehrte die Formel 1 2007 zurück. Nach dem Rennen 2008 war schon wieder Schluss. Oder Valencia. Von 2008 bis 2012 wurde in der spanischen Hafenstadt gefahren. Oder der Buddh International Circuit: 2011, 2012 und 2013 trat die Formel 1 auf dem Kurs nahe Neu Delhi in Indien an. Alles längst wieder Geschichte. 

Nicht so das Autódromo Hermanos Rodríguez mit seiner beeindruckenden und einzigartigen Passage durch ein ehemaliges Baseball-Stadion hindurch. Zumal im kommenden Jahr auch noch zwei Mexikaner antreten werden. Neben Perez wird auch Esteban Gutiérrez am Start sein. Seine Verpflichtung durch den neuen US-amerikanischen Rennstall Haas war keine Überraschung mehr. Publikumswirksam wurde sie dennoch am Rande des Großen Preises von Mexiko inszeniert.

Keine Frage, Mexiko hat die Formel 1 mit offenen Armen willkommen geheißen. Ecclestone dürfte das besonders gefreut haben. Der geschäftstüchtige Brite plant schon den nächsten Ausbau des Formel-1-Verkehrsnetzes, an das 2016 Aserbaidschan angeschlossen wird. Ein zweites Rennen in den USA will er auch noch, nachdem Austin seit 2012 dabei ist. Tendenz Kalifornien, der Sonnenstaat. Ecclestones Reich wird auf jeden Fall weiter wachsen.

dpa


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