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Mehr als Platz drei war für Ferrari-Pilot Sebastian Vettel in Spanien nicht drin.

Mehr als Platz drei war für Ferrari-Pilot Sebastian Vettel in Spanien nicht drin. © Andreu Dalmau

Motorsport

Mercedes-Zweikampf lässt Vettel keine Chance

Nach der verlorenen Kraftprobe mit Nico Rosbergs Mercedes-Team klammert sich Sebastian Vettel an das Prinzip Hoffnung. "Ich denke schon, dass ich noch im Rennen bin", sagte der Ferrari-Pilot nach dem wegweisenden Europa-Auftakt der Formel 1 in Barcelona ein wenig trotzig.

Barcelona. g. Die Fakten aber sprechen gegen den Silberpfeil-Jäger.

Der Mercedes-Doppelerfolg von Rosberg und WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton in Spanien ließ nur einen Schluss zu: Der Titelkampf wird auch in diesem Jahr zum Privatduell der beiden Sternfahrer. "Es ist mit das Beste, dass wir das Entwicklungsrennen entschieden haben, mit Abstand", bilanzierte Rosberg genüsslich.

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene sah sich nach den ernüchternden Plätzen drei und fünf von Vettel und Kollege Kimi Räikkönen genötigt, einer Schockreaktion in Maranello vorzubeugen. "Wir dürfen nicht ausflippen", mahnte der Scuderia-Boss. Sein roter Gipsverband nach einer Handgelenksoperation wirkte dabei wie ein Sinnbild für den verletzten Ferrari-Stolz. "Kalte Dusche für Ferrari", titelte "Tuttosport" in der Heimat. Der britische "Independent" urteilte gar: "Ein vernichtender Schlag für das Ferrari-Team".

Die großen Erwartungen an die Ausbaustufe des SF15-T hielten dem Härtetest auf dem Circuit de Catalunya nicht stand. "Die Zahlen sagen uns, dass unsere Lösungen gut sind. Die Realität zeigt: Sie sind nicht gut genug", fasste Arrivabene zusammen. Mehr als eine halbe Runde nahm Sieger Rosberg dem WM-Dritten Vettel ab. "Ich hoffe, dass es die nächsten Rennen wieder enger wird", sagte Vettel vor den Testfahrten in Barcelona am Dienstag und Mittwoch.

Die Rennanalyse dürfte ihm dabei wenig Mut machen. Die Überlegenheit von Mercedes lässt auch für die kommenden Klassiker in Monaco und Montréal keine Trendwende erwarten. Auch seine Zuverlässigkeit hat der Rennstall gesteigert, in allen fünf Saisonläufen fuhren beide Piloten aufs Podium. In Spanien gelang Rosberg und Hamilton ihr 14. Doppelerfolg, damit zogen sie mit den McLaren-Legenden Ayrton Senna und Alain Prost gleich.

So muss Vettel wohl darauf setzen, dass der Mercedes-Zweikampf um den Titel ähnlich eskaliert wie in der Vorsaison. Der erstmals in diesem Jahr von Rosberg bezwungene Hamilton zumindest verließ sichtlich beleidigt die Strecke. "Wenn Du jetzt ins Schmollen verfällst, ist das eher hinderlich", mahnte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Auf 20 Punkte ist der Vorsprung des Titelverteidigers auf Rosberg vor dem Glamour-Grand-Prix in Monte Carlo geschmolzen. "Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich eine Last habe, aber positive Gefühle sind natürlich wichtig", sagte Rosberg. Zuletzt hat der 29-Jährige zweimal in Monaco gewonnen, das Momentum spricht plötzlich wieder für ihn. "Der Geschlagene schlägt zurück", schrieb der Wiener "Kurier". Und der Londoner "Guardian" meinte: "Hut ab vor Nico Rosberg".

Aber auch Rosberg gab Boss Wolff eine kleine Warnung mit auf den Heimweg. "Es gibt nie endgültige Befreiungsschläge, weil es am nächsten Renn-Wochenende wieder in die andere Richtung gehen kann", sagte der Österreicher. Zwar lobte er das beeindruckende Comeback des Deutschen, sagte aber auch: "In Monaco ist wieder alles auf Reset."

dpa


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