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Joachim Löw kündigt Veränderungen in der Startelf an.

Joachim Löw kündigt Veränderungen in der Startelf an. © Marius Becker

Fußball

Löws Titel-Kampf gegen bewundertes Chile

Nach dem Sommer-Feeling in Sotschi bereitet sich Joachim Löws Perspektivteam im Nieselregen von St. Petersburg auf den erhofften Titelcoup beim Confed Cup vor. Der Bundestrainer kündigt personelle Veränderungen an. Nur mit großem Kampf kann Chile bezwungen werden.

St. Petersburg. Die dicken, dunklen Wolken über St. Petersburg konnten Joachim Löw vor dem großen Finale seiner sonnenverwöhnten Confed-Cup-Crew gegen Chile nicht erschrecken.

Mit einem letzten energischen Kraftakt soll der Griff nach dem lange selbst nicht für möglich gehaltenen Premierentitel beim WM-Testlauf gelingen. "Die Stimmung innerhalb unserer Mannschaft ist natürlich sehr gut. Wir denken, dass wir zurecht in diesem Finale stehen", sagte der Bundestrainer im voll besetzten Kellerraum des Krestowski Stadions.

Der Dauer-Nieselregen und der krasse Temperatursturz im Vergleich zum so lieb gewonnenen Basisquartier in Sotschi sollen für die junge Fußball-Nationalmannschaft am Sonntag (20.00 Uhr/MESZ) gegen den nach zwei Kontinentaltiteln hoch motivierten Südamerika-Champion keine Rolle spielen. "Ich glaube, dass es morgen auch ein Spiel gibt mit sehr viel Kampf und Intensität. Beide Mannschaften wollen diesen Confed-Cup-Titel auch gewinnen", sagte Löw.

Für die Startformation kündigte der Weltmeister-Coach "Veränderungen" im Vergleich zum 4:1 im Halbfinale gegen Mexiko an - ohne Details zu verraten. Nach dem 1:1 in der Gruppenpartie gegen Chile zählte der Bundestrainer aber sehr wohl auf, welche Qualitäten gefragt sein werden, um den vor Selbstvertrauen strotzenden Chilenen um Bayern-Leader Arturo Vidal und Elfmeter-Held Claudio Bravo zu trotzen.

"Wir müssen auch nach vorne mehr Druck erzeugen als im ersten Spiel", kündigte Löw an. Man müsse das Spiel "in der Hand halten und kontrollieren". Für das Abschlusstraining, bei dem alle 21 Akteure dabei waren, mussten Julian Draxler und Co. ins alte Zenit-Stadion an einem Nebenarm des Newa-Flusses ausweichen. Der Dauerregen hatte dem ohnehin schon schlechten Rasen im Finalstadion auf der Krestowski Insel zusätzlich zugesetzt.

"Es sind kleinere Korrekturen, die wir noch mal ansprechen sollten", kündigte Löw für die Übungseinheit in der antik anmutenden Trainings-Arena an, in der der FC Bayern 2008 eine 0:4-Pleite im UEFA-Cup-Halbfinale gegen Zenit St. Petersburg kassiert hatte.

"Wir als Mannschaft sind sehr stolz, dass wir ins Finale gekommen sind. Wir sind alle fit, wir sind heiß und wir wollen das Spiel gewinnen", sagte der Turnier-Käpt'n und bekennende Russland-Fan Draxler. Eine Hypothek sieht der Paris-Profi in dem Remis in der Gruppenphase nicht. "Ein Finale ist immer ein anderes Spiel. Ich weiß, dass wir unsere Bestleistung brauchen, um zu gewinnen. Wir werden als Mannschaft auf den Platz gehen", kündigte er an.

Vor dem eigenen Finale bejubelten Leon Goretzka und Co. noch den EM-Titelgewinn der U21-Kollegen. Das 1:0 gegen Topfavorit Spanien löste im DFB-Teamhotel große Freude aus und war Ansporn für Löws Perspektivteam. "Unser Erfolg und der der U21 sind pure Werbung für den deutschen Fußball", hatte Goretzka bereits nach dem Mexiko-Spiel gesagt. Löw berichtete, dass er Nachwuchs-Coach Stefan Kuntz und DFB-Sportdirektor Horst Hrubesch "sofort gratuliert" habe. Die Erfolge der beiden jungen deutschen Mannschaften in diesem Sommer haben für Löw aber nur "wenig Aussagekraft für die WM" im kommenden Jahr.

Ein für den DFB historischer zweiter Titelgewinn in zwei Tagen bei der möglicherweise letzten Auflage des Konföderationen-Turniers ist für Löw aber keine Selbstverständlichkeit. Sein Respekt vor den Südamerikanern kommt in Russland wie von einer Dauerschleife: "Chile ist ein kleines Land. Sie gewinnen gegen Argentinien, Brasilien, Kolumbien die Copa America." Chile habe "acht, neun, zehn, elf Weltklassespieler", die bei großen Vereinen eine wichtige Rolle spielen.

Die viel kühleren Temperaturen als in Sotschi empfindet Löw nicht als Hindernis - im Gegenteil: "Es ist ein Problem, wenn man von der Kälte in die Wärme kommt, umgekehrt nicht so", sagte Löw. "Wir haben uns relativ schnell umgestellt."

Voraussichtliche Aufstellungen:

Chile: 1 Bravo (Manchester City/34/114) - 4 Isla (Cagliari Calcio/29/94), 17 Medel (Inter Mailand/29/104), 18 Jara (Club Universidad de Chile/31/106), 15 Beausejour (Club Universidad de Chile/33/94) - 10 Hernandez (Celta Vigo/30/17), 21 Marcelo Diaz (Celta Vigo/30/57), 20 Aranguiz (Bayer Leverkusen/28/62) - 11 Vargas (Tigers UANL/27/76), 8 Vidal (FC Bayern München/30/94), 7 Sánchez (FC Arsenal/28/114)

Deutschland: 22 ter Stegen (FC Barcelona/25/13) - 16 Rüdiger (AS Rom/24/16), 17 Süle (1899 Hoffenheim/21/5), 4 Ginter (Borussia Dortmund/23/13) - 18 Kimmich (FC Bayern München/22/19), 8 Goretzka (FC Schalke 04/22/8), 21 Rudy (1899 Hoffenheim/27/19), 3 Hector (1. FC Köln/27/32) - 13 Stindl (Bor. Mönchengladbach/28/5), 7 Draxler (Paris St. Germain/23/34) - 11 Werner (RB Leipzig/21/5)

Schiedsrichter: Mazic (Serbien)

dpa


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