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Joachim Löw hat großen Respekt vor den Chilenen.

Joachim Löw hat großen Respekt vor den Chilenen. © Christian Charisius

Fußball

Löw vertraut auf sein "Gerüst" - Vidals Träume mit Chile

Joachim Löw möchte auch gegen Chile gewinnen, aber gleichzeitig testen. Die Startelf baut er darum um, aber nicht radikal. Im Tor steht diesmal ter Stegen. Für einen Star wird es "etwas komisch".

Kasan. Joachim Löw ist gespannt. Auf die junge deutsche Fußball-Nationalmannschaft wartet beim Confed Cup in Russland im zweiten Gruppenspiel am Abend (20.00 Uhr) die erste ganz große Prüfung.

"Gegen Chile wird es ein komplett anderes Spiel werden als gegen Australien", sagte der Bundestrainer voraus: "Australien war für uns berechenbar. Chile hat eine Mannschaft, die unglaublich flexibel spielt - unberechenbar. Ständig tauchen bei ihnen andere Spieler im Sechzehner auf, fast alle können Tore erzielen. Und sie haben eine Siegermentalität", sagte Löw vor der Kraftprobe in Kasan: "Das stellt für uns eine besondere Herausforderung dar."

AUSGANGSLAGE: Beide Kontrahenten sind mit einem Sieg in das Turnier gestartet. Weltmeister Deutschland besiegte Australien mit 3:2, der Südamerikameister gewann gegen Afrika-Champion Kamerun 2:0. "Es wird ein interessantes Duell", prophezeite Mittelfeldspieler Emre Can vom FC Liverpool: "Jeder bei uns freut sich auf das Spiel". Es geht darum, die Weichen für den Halbfinaleinzug und Platz eins in Gruppe B zu stellen, auch wenn Löw weiterhin den Lerneffekt hervorhebt: "Ich stelle hier nicht in den Vordergrund, jedes Spiel zu gewinnen. Die Erfahrungen auf dem Platz werden uns für die nächsten Jahre gut tun."

PERSONAL: Das Turnier bleibt für den Bundestrainer eine Chance zur Sichtung. "Zu dem Wort stehe ich, das kann ich auch nicht revidieren: Ich habe gesagt, dass ich möglichst versuchen werde, allen Spielern eine gewisse Einsatzzeit zu geben", bekräftigte Löw. Er werde darum auch gegen Chile neue Akteure bringen. Aber ein "gewisses Gerüst" müsse trotzdem vorhanden sein. "Hector, Kimmich, Mustafi, Draxler werden spielen", verriet Löw: "Daran können sich die anderen ein bisschen aufrichten." Drei bis vier Veränderungen seien denkbar. Eine benannte er vorab: Marc-André ter Stegen wird im Tor stehen.

GEGNER: Chiles Anführer ist Arturo Vidal vom FC Bayern. "Das Spiel ist etwas Besonderes für mich", erklärte der 30-Jährige bei der Pressekonferenz der Südamerikaner in der WM-Arena an der Wolga. "Es wird etwas komisch sein, gegen Deutschland zu spielen. Aber ich möchte immer gewinnen." Vidal erwartet "ein schönes Spiel" - und er verfolgt große Ziele im Trikot seines Vaterlandes: "Wir sind jetzt gut genug, die wichtigen Dinge zu gewinnen, den Confed Cup und dann auch die WM im kommenden Jahr." Selbstbewusst ist der Bayern-Star.

TAKTIK: Löw rechnet nicht damit, dass seine Mannschaft gegen Chile mehr Ballbesitz haben wird. "Chile spielt von hinten heraus mit einer Seelenruhe. Die Mannschaft spielt seit Jahren zusammen." Trotzdem fordert er, dass seine Elf nicht nur reagiert, sondern auch selbst zielstrebig in die Offensive geht. "Wir müssen auch die Chance nutzen, entschlossen nach vorne zu spielen, ansonsten hat man gegen Chile überhaupt keine Chance", mahnte Löw. Die klare Ansage lautet: "Auch unser junges Team muss den Mut haben, Chile anzugreifen."

BESTMARKE: Ein Erfolg würde den 100. Sieg der Nationalmannschaft unter Löw bedeuten. Kein Bundestrainer hat diese Marke in der Geschichte des DFB erreicht. "Der 100. Sieg freut mich schon. Ich werde den auch irgendwann feiern, egal wann. Der wird kommen", sagte der 57-Jährige. Statistik sei etwas, worüber er sich nicht ständig Gedanken mache, erklärte Löw und scherzte: "Aber wenn man 100 Siege feiert, finde ich das schon gut - besser als 100 Niederlagen."

dpa


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