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Basketball

Lakers-Star Bryant: Frust über "unerträgliches" Aus

Mit Tränen in den Augen stand Kobe Bryant vor der Umkleidekabine der Los Angeles Lakers. Aufgestützt auf Krücken wehrte sich der Superstar nach der niederschmetternden Verletzung trotzig gegen zweifelnde Fragen zur Zukunft seiner glanzvollen Basketball-Karriere.

Los Angeles. "Ich kann nicht gehen. Mit so etwas musste ich noch nie fertig werden", sagte der 34-Jährige leise. "Es treibt mich an, ich fühle es jetzt schon." Nach dem Riss seiner Achillessehne kurz vor Ende der regulären Saison müssen die Lakers ohne ihren Kapitän den Sprung in die Playoffs schaffen - und sind selbst beim Einzug in die K.o.-Runde wohl endgültig ohne Titelchance.

Beim 118:116-Sieg gegen die Golden State Warriors war Bryant am Freitag zu Boden gegangen und hatte humpelnd noch zwei Freiwürfe verwandelt. Sechs, möglicherweise auch neun Monate wird die NBA-Ikone nun mindestens fehlen. "Ich denke, der kommende Saisonstart ist ein realistisches Ziel für ihn, basierend auf dem, was er heute Morgen gesagt hat", berichtete General Manager Mitch Kupchak. Der viertbeste Punktewerfer der Liga-Historie hatte sein Team vor dem Eingriff mit einer Ansprache für die letzten zwei Spiele im Kampf um den achten und letzten Playoff-Platz im Westen motiviert. Lächelnd präsentierte Bryant sich danach mit OP-Haube und Krankenhauskleidung auf Twitter.

Mitten in der Nacht zu Samstag hatte er zuvor allerdings noch mit einem emotionalen Statement seine innersten Gefühle offenbart. "Das ist so ein Scheiß. Alles Training und alle Opfer sind mit einem Schritt, den ich schon millionenfach gemacht habe, einfach zum Fenster raus. Die Frustration ist unerträglich. Warum zur Hölle ist das passiert?!?", schrieb er via Handy auf seiner Facebookseite. "Jetzt soll ich mit 35 zurückkommen und der gleiche oder bessere Spieler sein?!? Wie soll ich das schaffen?? Ich habe KEINE AHNUNG." Doch sein unbedingter Wille zur Rückkehr ist ungebrochen: "Eines Tages wird eine neue Karrierereise beginnen. Heute ist NICHT dieser Tag."

Auch die restliche Basketball-Welt rechnet fest damit, dass Bryant sich nicht humpelnd und von Teamkollegen unterstützt von der großen Bühne verabschieden wird. "Verdammt @kobebryant tut mir leid. Wenn es irgendjemanden gibt und ich meine irgendjemanden, der von dieser Verletzung zurückkommen kann, ist er es", twitterte LeBron James. Auch wenn der Star der Miami Heat inzwischen die Liga dominiert, überstrahlt Bryant die aktuelle Generation immer noch mit 15 All-Star-Teilnahmen und fünf NBA-Titeln.

Doch wie lange noch? "He'll Be Back" ("Er wird zurückkommen") titelte die Online-Ausgabe der "Sports Illustrated". Mit der gleichen Verbissenheit wie auf dem Feld wird Bryant um sein Comeback kämpfen. "Er ist anders. Er ist besser. Er ist nicht menschlich. Bis zu dieser einen Nacht", schrieb "espn.com" und zog den Vergleich zum beinahe unverwundbaren griechischen Helden in Homers Ilias: "Die Überzeugung hat selten geschwankt. Es ist seine größte Stärke und Schwäche. Der eine Punkt, an dem er verwundet werden kann. Seine Achillesferse."

dpa


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