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Die Kölner Spieler feiern den Klassenverbleib.

Die Kölner Spieler feiern den Klassenverbleib. © Maja Hitij

Fußball

Köln bejubelt Klassenverbleib nach 2:0 gegen Schalke

Wie kleine Kinder bejubelten die Profis des 1. FC Köln nach dem 2:0 (1:0) über Schalke 04 im Mittelkreis den Bundesliga-Verbleib. Die Königsblauen drohen in den letzten beiden Saisonspielen dagegen sogar noch das Minimalziel Europa League zu verpassen und mussten sich nach einer weiteren enttäuschenden Leistung geharnischte Kritik einiger aufgebrachter Fans anhören.

Köln. n. Kapitän Benedikt Höwedes gestand: "Das war einer Schalker Mannschaft nicht würdig, Disziplin und Leidenschaft waren gleich null."

Manager Horst Heldt schimpfte im TV-Sender Sky: "Es ist maßlos, was wir uns erlaubt haben." Heldt drohte den Profis sogar mit Suspendierungen. Zwar würden er und Trainer Roberto Di Matteo die Verantwortung tragen, räumte Heldt ein, betonte aber: "Trotz allem können wir uns das nicht mehr bieten lassen, was da abgelaufen ist."

Die Schalker haben auf Rang sechs nur noch jeweils zwei Punkte Vorsprung auf Revierrivale Dortmund und Bremen und spielen nun noch gegen die Abstiegskandidaten Paderborn und Hamburg. Marcel Risse (34.) und Yannick Gerhardt (89.) sorgten für die verdiente Pleite der seit Dezember 2014 auswärts sieglosen Gelsenkirchener. "Ich glaube, heute können wir nicht viele positive Sachen finden. Es ist schwierig, die Worte zu finden, um das Spiel zu analysieren", räumte Di Matteo ein.

Die Kölner sind daheim nun schon seit neun Partien ungeschlagen und tanzten nach dem Abpfiff. "Wir wollten es heute perfekt machen", sagte Risse nach dem geschafften Klassenverbleib. Torhüter Timo Horn ergänzte: "Der Wille zeichnet unsere Mannschaft aus. Wir stehen sensationell zusammen. Und wir haben die ganze Saison an uns geglaubt." Manager Jörg Schmadtke zollte dem Team ein großes Kompliment: "Das Besondere finde ich, dass wir mit dem Zweitliga-Kader und wenigen Veränderungen relativ konsequent durch die Runde gegangen sind", sagte Schmadtke und befand, die Mannschaft habe die schwere Aufgabe grandios gelöst.

Am ersten Aufreger im Schalker Strafraum nach zwei Minuten war auch Torjäger Anthony Ujah beteiligt. Trotz der Verstimmungen um seinen während der Woche bekanntgewordenen Wechsel zu Werder Bremen und ein umstrittenes Foto mit Werder-Kulisse zählte der Stürmer zur Startelf und jubelte nach dem Spiel umringt von seinen Teamkollegen. "Ujah hat sich nichts zuschulden kommen lassen. Es wäre falsch, wenn man böse oder beleidigt ist und ihn nicht spielen lässt", erklärte Schmadtke.

Die Gastgeber begannen vor den 46 500 Zuschauern aktiver, ohne allerdings zu großen Chancen zu kommen. Nach einer Viertelstunde fanden die Schalker besser in die Partie. Die erstmals nach längerer Zeit in die Startformation zurückgekehrten Julian Draxler und Kevin-Prince Boateng sowie Leroy Sané versuchten, Impulse im Aufbauspiel zu geben. Bis auf einen verzogenen Schuss von Sané (9.) und einen zu schwachen Kopfball von Dennis Aogo (21.) sprang gegen die gewohnt stabile FC-Defensive jedoch nichts heraus. In der Spitze fehlte der gelb-gesperrte Klaas-Jan Huntelaar, Eric-Maxim Choupo-Moting hing völlig in der Luft.

Mit dem schönsten Angriff der ersten Hälfte gelang den Gastgebern die zu diesem Zeitpunkt dennoch etwas überraschende Führung, Risse gelang per Abstauber nach einem Konter sein fünftes Saisontor. Der nach einer Stunde für Ujah eingewechselte Dusan Svento hätte mit der ersten Chance der zweiten Hälfte das 2:0 erzielen müssen, zirkelte allein vor Torwart Ralf Fährmann jedoch den Ball am Pfosten vorbei (61.). Derartige Szenen verzeichnete Schalke nicht, auch die für Boateng und Draxler gekommenen Jefferson Farfán und Max Meyer brachten keine Gefahr. Gerhardt machte nach einem Konter alles klar.

dpa


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