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Vanessa Grimberg steigerte ihre persönliche Bestzeit über 200 Meter Brust über eine Sekunde.

Vanessa Grimberg steigerte ihre persönliche Bestzeit über 200 Meter Brust über eine Sekunde. © Martin Schutt

Schwimmen

Kleiner Stimmungsdämpfer: Hentke Vierte - Koch topfit

Nach dem WM-Stimmungsdämpfer kletterte die knapp geschlagene Franziska Hentke als Letzte aus dem Becken. Immer wieder ging der Blick der Weltjahresbesten zur Anzeigetafel.

Kasan. Platz vier statt der erhofften Medaille über 200 Meter Schmetterling - 27 Hundertstelsekunden hinter Bronze.

"Scheiße" war Hentkes erster Gedanke beim Blick auf die oben unter dem Hallendach eingeblendete Ergebnisliste, verriet sie später. Trainer und Teamkollegen rauften sich auf der Tribüne die Haare, einige ließen sich enttäuscht in die Sitze zurückfallen. Bitter: Hentkes Bestzeit hätte zu Gold gereicht.

Bei einigen Schwimm-Kollegen kehrte am Donnerstag in Kasan ein paar Minuten später immerhin ein kleines Lächeln zurück. Marco Koch präsentierte sich als Halbfinal-Zweiter über 200 Meter Brust in Top-Verfassung und zählt zu den Goldkandidaten für den kommenden Tag.

Am Tag vor dem 29. Geburtstag von Paul Biedermann, der mit der Europameister-Staffel über 4 x 200 Meter Freistil eine Top-Platzierung anstrebt, wog die Hentke-Enttäuschung schwer. All die "Franzi, Franzi"-Rufe hatten nichts gebracht. "Das Ziel Medaille war nicht wirklich in meinem Kopf", erklärte die 26-Jährige, Dritte der Kurzbahn-WM 2014. Geknickt war sie natürlich trotzdem. "Dass drei Zehntel zu Bronze gefehlt haben, ist Schicksal, aber in den letzten Jahren haben wir einen riesengroßen Schritt nach vorne gemacht."

Das hat auch Koch seit Olympia 2012 getan, in den vergangenen Jahren war immer Verlass auf den deutschen Rekordhalter. Im Halbfinale schlug er in seiner Jahresbestzeit von 2:08,34 Minuten hinter dem Japaner Yasuhiro Koseko (2:08,03) an. "Ich denke eigentlich schon, dass man Weltrekord schwimmen muss, um im Finale zu gewinnen", sagte Koch und fühlte mit der geschlagenen Hentke. "Das war schon stark, aber manchmal steckt man nicht drin." Chefbundestrainer Henning Lambertz freute sich über einen "sehr souveränen Marco".

Auch ohne Medaille von Hentke stehen die deutschen Beckenschwimmer mit bislang zwei Medaillen in Kasan und vieler persönlicher Jahresbestleistungen zumindest ordentlich da. Insgesamt fehlt dem Deutschen Schwimm-Verband nach starken Auftritten der Freiwasser-Asse und trotz einer Nullnummer seiner Wasserspringer noch eine Plakette zum Minimalziel von sieben Medaillen. "Wir müssen uns mit unserer Leistung erstmal nicht verstecken", erklärte Biedermann.

Nach der überraschenden Bronzemedaille durch die gemischte Staffel über 4 x 100 Meter Lagen am Mittwochabend gab es am Donnerstag für die Freistil-Staffel der Frauen über 4 x 200 Meter zumindest auf Vorlauf-Rang zwölf das Olympia-Ticket. Mehr wollen Biedermann & Co. bei dieser oft als Königsstaffel bezeichneten Disziplin rausholen. "Richtig einen rauszuhauen", will Biedermann mit dem Quartett

Seine Ausnahmestellung über 200 Meter Lagen untermauerte der Amerikaner Ryan Lochte mit dem WM-Titel in 1:55,81 Minuten. Mit seinem vierten Erfolg in Serie ist er vor US-Superstar Michael Phelps (drei Erfolge) alleiniger Rekordweltmeister über diese Strecke. Nach zwei Titeln von Sun Yang über lange Strecken feierte China nun durch Ning Zetao in 47,84 Sekunden auch seinen ersten Weltmeister über 100 Meter Freistil. Auch Gold über die 50 Meter Rücken ging durch Fu Yuanhui in 27,11 Sekunden an China. Den Titel über die Hentke-Strecke holte sich die Japanerin Natsumi Hoshi in 2:05,56 Minuten. Den Sieg in der Frauen-Staffel über 4 x 200 Meter Freistil holte sich die USA in 7:45,37.

Der EM-Zweite Christian Diener schied im Halbfinale über 200 Meter Rücken in 1:57,17 Minuten und einer Hundertstelsekunde über persönlicher Bestzeit als Neunter aus - 0,05 Sekunden fehlten zum Finale. Über 200 Meter Brust scheiterte Christian vom Lehn in 2:11,26 als Halbfinal-16. Vanessa Grimberg steigerte ihre persönliche Bestzeit über 200 Meter Brust in Vorlauf und Halbfinale über eine Sekunde. Sie verpasste als 14. im Halbfinale in 2:25,36 Minuten nur um drei Hundertstelsekunden den acht Jahre alten deutschen Rekord.

dpa


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