Navigation:
Foto: Angelique Kerber bei ihrem Sieg über Serena Williams.

Angelique Kerber bei ihrem Sieg über Serena Williams.

Sport-Boom

Kerber und die Handballer: Was bleibt von der Euphorie?

Angelique Kerbers Sieg bei den Australian Open und der Europameister-Titel der deutschen Handballer: Was ist aus dem erhofften Handball- und Tennis-Boom geworden? Das RedaktionsNetzwerk Deutschland, dem mehr als 30 Tageszeitungen angehören, hat mit den Beteiligten vier Wochen später gesprochen.

Hannover. Bob Hanning, Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB): „Die Euphorie des Europameister-Titels, ich merke sie immer noch. Die Ticketanfrage ist angezogen, das merken wir ganz deutlich.“ Das erste Spiel der Handball-Nationalmannschaft in Leipzig sei schon nach Stunden ausverkauft gewesen. „Es gibt viele Zuschauer, die bislang nur im Fernsehen Handball geschaut haben und nun live dabei sein wollen.“ Hanning berichtet von Anrufen von Eltern, die fragen, wo ihre Kinder Handball spielen können. 

Handball-Nationaltorwart Andreas Wolff: „Unerkannt kann ich nicht mehr durch die Stadt gehen. Ich werde überall angesprochen.“ Von einem Handball-Boom ist er zu „100 Prozent überzeugt. Das zieht sich durch alle Altersschichten.“ Auch bei seinem Heimatklub, der HSG Wetzlar, merkt man das gestiegene Interesse. „Handball ist gerade hip“, sagt HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. „Wir werden wahrscheinlich elfmal hintereinander ausverkauft sein, das ist das absolute Novum.“ In Hannover werden Spiele der TSV Hannover-Burgdorf aufgrund des großen Interesses in eine größere Halle verlegt, „und auswärts habe ich noch 20 Minuten nach Spielschluss noch immer Autogramme geschrieben, und das bei einem Auswärtsauftritt“, sagt Spieler Erik Schmidt. 

Für Australian-Open-Siegerin Angelique Kerber gab es nach dem ersten deutschen Grand-Slam-Titel seit 17 Jahren erste Rückschläge. Am Dienstag schied sie beim WTA-Turnier in Doha in der ersten Runde aus. „Natürlich kommt jetzt eine andere Form von Druck hinzu“, sagt sie. Doch sie versuche, von „den positiven Emotionen zu zehren“. Und davon sind viele geblieben. Noch heute bekommt sie Fanpost mit Glückwünschen, erzählt Kerber. „Ich habe etwas geschafft, wovon viele nicht geglaubt hätten, dass ich es wirklich erreichen kann. Ich werde jetzt als Grand-Slam-Champion wahrgenommen.“

Marco Fenske


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Anzeige