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Simona Halep bereitete Andrea Petkovic mit ihrem aggressiven Spiel Probleme.

Simona Halep bereitete Andrea Petkovic mit ihrem aggressiven Spiel Probleme. © Robert Ghement

Tennis

Kerber gewinnt, Petkovic verliert - 1:1 im Fed Cup

Eine Woche nach ihrer Aufgabe in Charleston war Angelique Kerber im Auftaktmatch der Playoff-Partie in Rumänien gefordert und zeigte kaum Schwächen. Andrea Petkovic dagegen verpasste eine Überraschung.

Cluj. Der Kampf um den Klassenerhalt könnte für die deutschen Tennis-Damen zu einer Zitterpartie bis zum letzten Match werden. Nach dem ersten Tag steht es im Fed-Cup-Abstiegsduell in Rumänien 1:1.

Australian-Open-Siegerin Angelique Kerber sorgte in Cluj mit einem 6:2, 6:3-Erfolg gegen Irina-Camelia Begu zunächst für die 1:0-Führung. Anschließend musste sich Andrea Petkovic der rumänischen Nummer eins Simona Halep mit 4:6, 7:6 (7:5), 4:6 geschlagen geben.

Damit fällt die Entscheidung über Verbleib in der Weltgruppe der besten acht Nationen oder Abstieg in die Zweitklassigkeit frühestens im vierten Einzel. Kerber bekommt es am Sonntag zunächst im Duell der Spitzenspielerinnen mit Halep zu tun. Für das folgende Match sind bislang Petkovic und Begu nominiert, Änderungen sind aber möglich. Auch die Besetzung des Doppels ist auf beiden Seiten noch offen.

"Es bringt nichts zu jammern. Ich war heute entschlossen und aggressiv, es sollte nicht sein", sagte Petkovic, die unmittelbar nach der Niederlage ihre Tasche geschultert und den Innenraum verlassen hatte, während die Stadionregie "Happy" von Pharrell Williams einspielte und Halep sich von den Zuschauern feiern ließ.

"Ich werde Andrea gleich anfeuern und hoffe, dass ich mit dem 1:0 ein wenig Druck von ihr genommen habe", sagte Kerber nach ihrem souveränen und nie gefährdeten Auftakterfolg gegen die Nummer 35 der Welt. Nach nur 86 Minuten verwandelte die 28-Jährige aus Kiel vor 7500 lärmenden, aber immer fairen Zuschauern ihren ersten Matchball.

Doch alles Anfeuern von der deutschen Bank half Petkovic nicht. Trotz einer starken Vorstellung und energischer Gegenwehr über drei Sätze musste die 28 Jahre alte Darmstädterin im sechsten Vergleich mit der früheren Weltranglisten-Zweiten die sechste Niederlage hinnehmen.

Nach 2:49 Stunden verwandelte Halep nach einer nur selten hochklassigen, aber am Ende spannenden Partie ihren ersten Matchball. Dabei stand Petkovic schon im zweiten Satz kurz vor der Niederlage. Als Halep bei 5:4-Führung zum Matchgewinn aufschlug, nahm die Hessin ihr jedoch das Service ab, glich zum 5:5 aus und rettete sich schließlich in den Tiebreak. Dort bekamen die rund 150 mitgereisten deutschen Fans zumindest ein bisschen Petko-Drama zu sehen. Nach dem 5:2 machte es die deutsche Nummer zwei spannend, ließ Halep auf 6:5 herankommen, ehe sie nach 67 Minuten den Satz für sich entschied.

Teamchefin Barbara Rittner war weitaus mehr als Motivatorin gefordert als in der Partie zuvor. Elf Wochen nach ihrem Titelgewinn beim Grand-Slam-Turnier in Melbourne und eine Woche nach ihrer erschöpfungsbedingten Aufgabe im Halbfinale von Charleston waren Kerber keinerlei Anzeichen von Müdigkeit oder Nervosität anzumerken.

"Ich war sehr gut vorbereitet und habe aggressiv gespielt, das war der Schlüssel", sagte die Linkshänderin. Gegen Halep dürfte sie leicht favorisiert sein, steht allerdings auch gewaltig unter Druck. Ein 1:2-Rückstand wäre schon eine gehörige Bürde für das Team. "Es wird ein anderes Match, eine andere Gegnerin. Sie spielt sehr gut auf Sand, es wird hart", prophezeite Kerber vor dem Duell mit Halep.

Gegen Petkovic zeigte die Spitzenspielerin der Gastgeber eine solide, aber keine furchteinflößende Leistung. Nach schwachem Beginn erwies sich die Hessin als ebenbürtige Gegnerin. Immer wieder suchte sie den Blickkontakt mit Rittner und ließ sich nur selten vom Lärm und der zwischenzeitlichen Unruhe auf den Rängen verunsichern. Im dritten Satz kassierte die Weltranglisten-30. dann aber das Break zum 2:4 und musste sich schließlich trotz heftiger Gegenwehr geschlagen geben.

dpa


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