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Michael Lauber wird in Zürich zusammen mit US-Justizministerin Loretta Lynch eine Pressekonferenz abhalten.

Michael Lauber wird in Zürich zusammen mit US-Justizministerin Loretta Lynch eine Pressekonferenz abhalten. © Marcel Bieri

Fußball

Juristen informieren über Ermittlungen in FIFA-Krise

Gibt es neue Erkenntnisse in den Ermittlungen gegen hochrangige Fußball-Funktionäre? Droht dem scheidenden FIFA-Chef Joseph Blatter doch noch juristischer Ärger? In Zürich wird mit Spannung eine Pressekonferenz hochrangiger Ermittler erwartet.

Zürich. Im FIFA-Korruptionsskandal informieren am Montag die US-Justizministerin Loretta Lynch und der Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber über den Stand der Ermittlungen.

Um 15.00 Uhr geben die beiden Top-Juristen in einem Hotel in Zürich eine Pressekonferenz. Über den Inhalt wurde vorab nichts bekannt. "Wir sind mit unseren Ermittlungen weiter als vor sechs Monaten - aber noch lange nicht am Ende", sagte Lauber in einem Interview der "NZZ am Sonntag". Das Feld der Verdächtigen sei "noch sehr groß". Details wollte er aus "ermittlungstaktischen Gründen" nicht nennen.

"Ich kann nur sagen, dass wir weiterhin wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Geldwäscherei ermitteln. Und ich kann sagen, dass wir verschiedene Informationsquellen haben", sagte Lauber.

Der Bundesanwalt steht an der Spitze der Schweizer Ermittlungen zur Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an Russland und Katar. Lynch leitet das US-Strafverfahren um mutmaßliche Korruption bei der Vergabe von Medien-, Marketing- und Sponsoringrechte für Turniere in den USA sowie in Lateinamerika.

In Zürich trifft sich von Montag bis Donnerstag die Internationale Vereinigung der Staatsanwälte (IAP) zu ihrer 20. Jahreskonferenz. Hauptthemen des Kongresses, an dem Staatsanwälte aus mehr als 100 Ländern teilnehmen, sind Geldwäsche, Korruption und Wirtschaftskriminalität.

Nach bisheriger Kenntnis werden von den US-Ermittlern 14 Personen - neun ehemalige Fußball-Funktionäre und fünf Geschäftsmänner - der Korruption beschuldigt. In der Schweiz läuft zudem ein Strafverfahren um die umstrittenen WM-Vergaben an Russland und Katar. Bei einer Pressekonferenz im Mai in New York hatte Lynch mit Blick auf die Beschuldigten betont: "Sie haben das weltweite Fußballgeschäft korrumpiert, um sich selbst zu bereichern."

Blatter hatte nach dem schwersten Korruptionsskandal in der FIFA-Geschichte seinen Rückzug angekündigt. Er war vorher für eine fünfte Amtszeit wiedergewählt worden. Sein Nachfolger wird am 26. Februar 2016 gewählt. Favorit auf den Posten ist der Franzose Michel Platini, derzeit Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA).

dpa


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