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Britta Heidemann gewann in Budapest ihre zehnten WM-Medaille.

Britta Heidemann gewann in Budapest ihre zehnten WM-Medaille. © Marius Becker

Fechten

Heidemann setzt Treffer für eine olympische Zukunft

Das waren klare Treffer für die Zukunft. Auch wenn die bandagierte rechte Degen-Hand schmerzt ("Das ist eine Mondbeinprellung") und der Rücken ständig zwickt: Britta Heidemann denkt mit 30 und nach dem x-ten Highlight einer wundervollen Karriere nach vorn.

Budapest. Sie selbst sprach es nach ihrer zehnten WM-Medaille nicht aus. Dieter Lammer tat es indirekt. "Sie wird entscheiden. Aber ihr Abschneiden in Budapest wird dazu beitragen, dass sie sich nicht falsch entscheiden wird" - der Vizepräsident Sport des Deutschen Fechter-Bundes plant weiter mit der 30-Jährigen.

Bis Rio 2016? Das wären dann die vierten Spiele nach Team-Silber von Athen 2004, dem Gold-Einzelcoup von Peking 2008 und dem zweiten Platz von London 2012. "Olympia wäre unser Wunsch", sagte Sportdirektor Sven Ressel zum Ziel der weiteren Zusammenarbeit.

Sie alle wissen im DFeB: Ohne eine Heidemann geht nichts im Degenfechten; auch in näherer Zukunft nicht. Budapest war der wiederholte Beweis für diese These. Die Protagonistin selbst strahlte ob ihres dritten Platzes in der Syma-Halle, obwohl ihr die zweite WM-Finalteilnahme als Individualistin nach 2007, als sie Gold holte, durch das 9:15 in der Vorschlussrunde gegen Anna Siwkowa aus Russland verwehrt blieb. Gold holte die Estin Julia Beljajewa.

Heidemann hält es wie fast immer: Sie gibt nicht viel preis über ihre persönlichen Pläne als Fechterin. Nur so viel: "Nächstes Jahr werde ich ganz normal wieder einsteigen." Das selbst gewählte Einzel-Dasein des nacholympischen Jahres wird 2014 beendet, das Team will sich für die Spiele in Brasilien qualifizieren - und dafür muss und wird sich Heidemann wieder in den Dienst der Mannschaft stellen.

2013, in einem Zwischenjahr, wollte die China-Expertin eigentlich komplett Abstand vom Fechten nehmen. Doch die Vakanz hielt nur neun Monate, dann wurde die Lust auf das, was sie so exzellent beherrscht, zu intensiv. Und es hat sich gelohnt, nach London einmal die Seele baumeln zu lassen: "Mit dem Ergebnis von Budapest ist die Rechnung aufgegangen."

Das weiß sie. Und sie weiß auch: Rio muss fest in die persönlichen Vorhaben integriert werden. Aber eines wurde Britta Heidemann in Ungarns Hauptstadt gleichfalls bewusst: Sie braucht mehr Auszeiten. Das wird sie jetzt umsetzen. Sie wird ihre Mitstreiterinnen im Teamwettbewerb am Sonntag anfeuern, und dann wird sie Urlaub machen: "Eine Woche Robinson-Club." Ein verdienter Genuss! Wer so lange, seit der WM 2002 in Lissabon, auf Weltniveau ficht, darf den Degen auch mal aus der Hand legen.

dpa


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