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Hannover 96 verpflichtete Hiroshi Kiyotake.

Hannover 96 verpflichtete Hiroshi Kiyotake. © Nigel Treblin

Fußball

Hannovers Rekordtransferoffensive: "Müssen mutiger sein"

So viel Geld wie in diesem Sommer gab Hannover 96 noch nie für neue Spieler aus, genug hat der Fußball-Bundesligist nach der vergangenen Zittersaison dabei noch nicht.

Hannover. Vier neue Leute für den Profikader für zusammen gut zehn Millionen Euro Ablöse und noch ein bis drei weitere Zugänge sollen die Niedersachsen zurück in Reichweite der internationalen Plätze schießen. "Wir müssen mutiger und offensiver mit unseren Zielen umgehen", forderte Clubchef Martin Kind nach der Verpflichtung von Nürnbergs Hiroshi Kiyotake angesichts der Transferoffensive: "Ein einstelliger Platz sollte es mindestens sein, mit Blick auf Platz sechs."

Die erstaunlichen Bemühungen von Manager Dirk Dufner sollen nicht verpuffen. Eine Zittersaison wie im vergangenen Jahr, als der frühere Europa-League-Teilnehmer lange Zeit in Abstiegsnot schwebte, will Kind nicht noch einmal erleben. Zum Handeln war Dufner ohnehin gezwungen: In Mame Diouf (Stoke City), Szabolcs Huszti (Changchun Yatai/China), Didier Ya Konan (Al-Ittihad/Saudi Arabien) und Artjoms Rudnevs (Hamburger SV) verließ eine komplette Offensivabteilung den Club. Zusammen war das Quartett in der Vorsaison für mehr als die Hälfte aller 96-Tore verantwortlich.

Kein Wunder also, dass Trainer Tayfun Korkut trotz der bereits getätigten Offensiv-Transfers von Joselu aus Hoffenheim und Kiyotake aus Nürnberg befand: "In der Offensive ist noch Bedarf" und weitere Neue ankündigte: "Das Transferfenster ist noch offen."

Erstaunlich ist die Investitionsfreude dennoch schon jetzt. Alleine für die drei Neuen Joselu (5 Millionen Euro), Miiko Albornoz (1,5 Millionen Euro) und nun Kiyotake (4,3 Millionen Euro) gab Dufner laut Medienberichten mehr als zehn Millionen Euro aus. "Absolut gesehen ist das der Höchstbetrag", bestätigte Kind den Rekord. Dazu kam noch der ablösefreie Ceyhun Gülselam von Galatasaray Istanbul.

Bislang bügelten die Niedersachsen ihre Zurückhaltung oder Transfer-Flops im Sommer mit verhältnismäßig teuren Nachkäufen im Winter aus. "Das war daher eine strategische Entscheidung", meinte Kind und fügte hinzu: "Die allerdings mit Zielen verbunden ist."

Alle vier bisherigen Profi-Zugänge kann Korkut am Sonntag mit ins Trainingslager nach Österreich nehmen. "Mindestens einer" soll laut Kind dann noch folgen. Der Clubchef meint damit in erster Linie einen Innenverteidiger, da Sorgenkind Salif Sané vor dem Absprung steht. Drei weitere neue Spieler könnten es am Ende aber sogar noch werden.

Dufner fahndet nach der Verletzung von Samuel Radlinger noch nach einem Ersatzkeeper für Weltmeister Ron-Robert Zieler. Und auch auf der rechten Mittelfeldseite könnte sich nach der Weigerung Eintracht Frankfurts, den in einem Jahr ablösefreien Stefan Aigner schon jetzt gehen zu lassen, noch etwas tun. "Da lassen wir uns Zeit. In den nächsten zwei Wochen passiert da erstmal nichts", meinte Kind. Bis Ende August ist noch Zeit, die Rekord-Transferoffensive zu forcieren.

dpa


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