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© Michael Kappeler

Leichtathletik-EM

Halbes EM-Bronze für Hannovers Onnen

Eike Onnen (33) reckte die Arme nach oben und lachte gelöst. Der Hochsprung-Oldie von Hannover 96
hat sich bei der Leichtathletik-EM in Amsterdam seinen Medaillentraum erfüllt. 2,29 Meter im zweiten Versuch – der geteilte dritte Platz. Seine Bronzemedaille war die erste für einen deutschen Hochspringer seit 30 Jahren – und auch seine erste bei einer großen Meisterschaft.

Amsterdam. Der Blondschopf strahlte mit seiner Medaille um die Wette. WM-Siebter und EM-Zehnter waren bislang seine internationalen Top-Resultate. „Ich bin superhappy. Ich befinde mich ja schon im fortgeschrittenen Sportleralter. Daher bedeutet mir diese Medaille sehr viel, das fühlt sich nach vielen Höhen und Tiefen in meiner Karriere einfach nur super an“, freute sich Onnen – und das nicht allein: „Meine Freundin, meine Mutter und Trainerin sowie ein Großteil meiner Trainingsgruppe sind da. Wir werden gleich noch zusammen feiern.“

Onnen fand gut in den Wettkampf und schaffte 2,19 und 2,24 Meter jeweils im ersten Versuch: „Ich wusste, dass ich eine Medaille habe, wenn ich die 2,29 auch im ersten Sprung schaffe. Letztlich ist mir das im zweiten gelungen, sonst wäre es sogar Silber geworden. Aber darüber bin ich kein bisschen traurig.“ Onnen teilt sich den dritten Platz und Bronze mit dem Briten Chris Baker.

Für 400-Meter-Läuferin Ruth Sophia Spelmeyer aus Hannover wurde es nichts mit der Medaille. Nach der Staffel erlebte sie eine Achterbahnfahrt der Gefühle. „Natürlich strebt man als Sportler nach dem Höchsten und hätte gern eine EM-Medaille“, sagte die Schlussläuferin nach dem fünften Platz über 4x400 Meter ein wenig geknickt, zumal sie Rang drei nicht halten konnte: „Aber wir haben alles gegeben.“ Positiv hingegen: „Unsere wichtigste Aufgabe war heute, unsere Weltranglistenposition zu behaupten. Das ist uns zu 105 Prozent gelungen, das werden wir heute auch feiern“, sagte Spelmeyer glücklich, „es ist ein tolles Gefühl, als 400-Meter-Team zu den Olympischen Spielen reisen zu dürfen.“

Anders gehts ihren beiden Trainingskameraden Alexander Gladitz und Alexander Juretzko – beide Hannover-Läufer kamen bei der 400-Meter-Staffel nicht zum Einsatz. Aus deutscher Sicht war es jedenfalls eine gute EM: Mit 16 Medaillen – fünfmal Gold, viermal Silber und siebenmal Bronze – gabs im Medaillenspiegel Rang zwei hinter Polen (6/5/1).

von Frank Schober


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