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Rechtzeitig vor dem Champions-League-Duell mit Real Madrid schwinden die Personalsorgen von Borussia Dortmund.

Rechtzeitig vor dem Champions-League-Duell mit Real Madrid schwinden die Personalsorgen von Borussia Dortmund. © Bernd Thissen

Fußball

Härtetest für die BVB-Torfabrik - "Haben noch viel vor"

Endlich wieder Königsklasse! Nach 559 Tagen mit Spielen in der Europa League erklingt in Dortmund wieder die Champions-League-Hymne. Dass der BVB bei diesem Spiel gleich auf den Titelverteidiger aus Madrid trifft, erhöht den Nervenkitzel.

Dortmund. Höhenflug beim BVB, Minikrise bei Real Madrid - die Vorzeichen für den ersten echten Härtetest der Dortmunder Torfabrik stehen günstig.

Nach zuletzt vier Siegen mit 20:2 Treffern scheint die Borussia für das Champions-League-Duell mit dem Titelverteidiger aus Spanien am Dienstag (20.45 Uhr) gerüstet. Bei allem Respekt vor großen Namen wie Cristiano Ronaldo, Gareth Bale oder Toni Kroos gab Rückkehrer Mario Götze die Richtung vor: "Wir haben noch viel vor - auch in der Champions League." Ähnlich groß ist die Vorfreude bei seinem Nationalmannschaftkollegen Julian Weigl: "Bei so einem Spiel dabei sein zu dürfen, davon träumt man als Kind."

Für Profis wie Raphael Guerreiro, Roman Bürki, Ousmane Dembélé, Christian Pulisic und Weigl ist es der erst zweite Auftritt im Rampenlicht der europäischen Königsklasse. Trainer Thomas Tuchel hofft, dass diese zuletzt hochgelobten Spieler auch im Duell mit den Real-Weltstars unbeschwert und mutig auftreten wie schon beim leichten 6:0-Aufgalopp zwei Wochen zuvor in Warschau. "Das ist ein weiterer Schritt in unserer Entwicklung. Real ist schließlich der größte Gegner im Weltfußball, kommentierte Tuchel, "aber wir trauen uns zu, da zu bestehen."

Bei den Spaniern lief zuletzt nicht alles nach Plan. Zwar rangiert Real noch immer an der Spitze der Tabelle, musste sich aber nach 16 Siegen in Serie zuletzt zwei Mal mit einem Remis gegen Villarreal (1:1) und Las Palmas (2:2) begnügen. Dass Ronaldo seine Auswechslung gegen Las Palmas als Majestätsbeleidigung wertete, trübte die Stimmung zusätzlich. Mit Verweis auf die schwere Aufgabe in Dortmund versuchte Trainer Zinédine Zidane, seine viel diskutierte Maßnahme zu rechtfertigen: "Wir haben am Dienstag ein wichtiges Spiel. Ich wollte ihn schonen."

In der Kabine soll Ronaldo nach Medienberichten getobt und Zidane vorgehalten haben: "Du hast mich enttäuscht." Bei den Fans verliert der Superstar zunehmend an Beliebtheit. "Um Cristiano wird es immer einsamer", titelte am Montag die Zeitung "La Vanguardia". Und "El País" stellte fest: "Ronaldo ist nicht mehr unangreifbar."

Diesen Schlagzeilen misst Trainer Thomas Tuchel jedoch wenig Bedeutung bei. "Cristiano ist einer der besten Fußballer der Welt und ein unglaublicher Gewinner. Wir stellen uns auf einen Ronaldo in Topform ein", sagte er. Mit ernstem Blick fügte er hinzu: "Es ist Champions League - und in solchen Spielen zeigen solche Spieler ihre beste Leistung."

Ronaldos Teamkollege Kroos hält die Kritik ohnehin für übertrieben: "Er hat sich wieder ganz normal in die Mannschaft integriert. Aus dieser Geschichte wird mehr gemacht, als drin ist", kommentierte der deutsche Nationalspieler. Ähnlich äußerte sich Zidane nach der Ankunft in Dortmund: "Es ist alles in Ordnung. Ich bin nicht dumm und Cristiano ist intelligent. Wir wollen beide das Gleiche - für Real."

Nicht nur Ronaldo sorgt in Madrid für Gesprächsstoff. Kantersiege gegen Warschau, Darmstadt (6:0) und Wolfsburg (5:1) haben dem BVB reichlich Respekt eingebracht. "Diese Borussia ist eine Walze", kommentierte die spanische Zeitung "As" mit Bezug auf die Offensivpower des Gegners. Die bisherige Heimbilanz gegen Real stärkt das Selbstvertrauen der Dortmunder. Noch nie konnte der Champions-League-Rekordsieger beim BVB gewinnen, die letzten drei Partien gingen sogar allesamt verloren.

Zur Freude von Tuchel schwinden vor der Partie die Personalsorgen. Weltmeister André Schürrle signalisierte nach überstandener Innenbanddehnung im Knie Einsatzbereitschaft. Darüber hinaus kann der BVB wohl auch mit Marc Bartra (Zerrung im Adduktorenbereich) und Pierre-Emerick Aubameyang planen, der sich beim 3:1 gegen Freiburg am vorigen Freitag einen schmerzhafte Fußprellung zugezogen hatte. Alle drei Profis waren am Montag beim Abschlusstraining dabei. "Wir können mit ihnen planen. Wenn nichts mehr Außergewöhnliches passiert, könnten sie spielen", sagte Tuchel.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Borussia Dortmund: Bürki - Piszczek, Sokratis, Ginter, Schmelzer - Weigl - Dembélé, Götze, Castro, Guerreiro - Aubameyang

Real Madrid: Casilla - Carvajal, Varane, Sergio Ramos, Danilo - Kroos - Modric, Kovacic - Bale, Benzema, Cristiano Ronaldo

Schiedsrichter: Clattenburg (ENG)

dpa


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