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Haas spielte nicht zurückhaltend, ging auch ans Netz.

Haas spielte nicht zurückhaltend, ging auch ans Netz. © Marijan Murat

Tennis

Haas verpasst in Stuttgart Viertelfinale gegen Nadal

Mit gesenktem Kopf verließ Tommy Haas nach seinem kurzen Comeback-Versuch den Center Court. Nach seiner Achtelfinal-Niederlage gegen den Australier Bernard Tomic in Stuttgart schob der 37-Jährige mächtig Frust.

Stuttgart. "Ich bin enttäuscht, weil ich nicht aufschlagen kann, wie ich will", sagte Haas nach dem 6:7 (6:8), 2:6 in der zweiten Runde des ATP-Rasenturniers. Haas verpasste das erhoffte Viertelfinal-Duell gegen Rafael Nadal. Dagegen erreichte nach dem Augsburger Philipp Kohlschreiber auch der Hamburger Mischa Zverev die Runde der letzten Acht.

Haas hatte nach mehr als einem Jahr Pause aufgrund seiner vierten Schulteroperation in seinem Auftaktmatch zwei Tage zuvor gegen den Kasachen Michail Kukuschkin eine erfolgreiche Rückkehr auf die Tour gefeiert. Nach dem Aus in Runde zwei sagte Haas noch auf dem Platz, dass es einfach nerve, nicht sein bestes Tennis spielen zu können. Eine halbe Stunde später zog der Rekonvaleszent dann ein versöhnliches Fazit seines Comeback-Turniers: "Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden, hier zwei Matches gespielt zu habe." In der Umkleidekabine hatte er den Frust abgebaut. "Ich habe so ziemlich alles zerstört im Locker Room, was man zerstören kann", sagte er. 

Sein Ärger war verständlich. Einen Satz lang war Haas ein Gegner auf Augenhöhe für den in Stuttgart geborenen Tomic. Vor den Augen seiner Frau Sara Foster und der viereinhalbjährigen Tochter Valentina fehlte ihm zwar die Durchschlagskraft beim eigenen Service, dennoch ließ der gebürtige Hamburger keinen Breakball zu. Im Tiebreak des ersten Durchgangs hatte Haas zwei Satzbälle, doch sein 15 Jahre jüngerer Gegner wehrte sie mit Glück und Geschick ab. Tomic, Nummer 24 in der Welt, nutzte dann seinen ersten Satzball.

Danach ging es schnell. Haas haderte mit sich und trauerte den vergebenen Chancen nach, was sich in unkonzentrierten Aktionen  auswirkte. Zudem sei seine Schulter "leider ein bisschen müde geworden Anfang des zweiten Satzes". Ruckzuck lag der ehemalige Weltranglistenzweite 0:4 zurück. Haas konnte die ersten drei Matchbälle noch abwehren und auf 2:5 verkürzen. Die vierte Chance ließ sich Tomic dann bei eigenem Aufschlag aber nicht entgehen. Nach 76 Minuten beendete der Australier das Duell. 

Zu Beginn des vierten Turniertags war der Hamburger Mischa Zverev  überraschend dem Augsburger Philipp Kohlschreiber ins Viertelfinale gefolgt. Der in der Weltrangliste nach einer langwierigen Handverletzung auf Position 502 abgerutschte Qualifikant besiegte den Italiener Andreas Seppi 6:2, 6:4.

"Wir spielen auf Rasen, das hilft mir extrem", sagte der 27 Jahre alte Zverev, der zuletzt vor zwei Jahren in Halle das Viertelfinale erreicht hatte. Mischa Zverev trifft im Viertelfinale auf US-Open-Sieger Marin Cilic. Der Kroate besiegte den Lucky Loser Matthias Bachinger mit 7:6 (7:2), 6:3. Philipp Kohlschreiber trifft im Viertelfinale am Freitag auf den Franzosen Gael Monfils.

dpa


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