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Der Brite Mohamed Farah hat auch im Rennen über 5000 Meter gesiegt.

Der Brite Mohamed Farah hat auch im Rennen über 5000 Meter gesiegt. © Srdjan Suki

Leichtathletik

Großer WM-Abend: Zehnkampf-Weltrekord und Bolt's Triple

Was für ein WM-Abend! Sprint-Superstar Usain Bolt verlängerte seine goldene Spur mit der Staffel. Zehnkampf-Herkules Ashton Eaton verbesserte seinen Weltrekord auf 9045 Punkte und Rico Freimuth holte Bronze. Das Titel-Double gelang Mo Farah.

Peking. Drei große Leichtathleten sorgen am Samstag für einen fantastischen WM-Abend in Peking.

Usain Bolt machte mit der jamaikanisches 4 x 100-Meter-Sprintstaffel im Supertempo sein drittes Titel-Triple nach 2009 und 2013 perfekt. Als wahrer "König der Athleten" erwies sich Ashton Eaton: Der Amerikaner steigerte seinen eigenen Zehnkampf-Weltrekord auf 9045 Punkte. In seinem Schlepptau erkämpfte sich Rico Freimuth aus Halle/Saale Bronze. Wie bei den Olympischen Spielen 2012 schaffte der Brite Mo Farah das Double: Nach den 10 000 Metern siegte er auch über 5000 Meter.

"Ich habe schon davon geträumt, ein Medaillengewinner unter den Königen der Leichtathletik zu sein", sagte ein völlig ausgepumpter Freimuth nach dem 1500-Meter-Lauf und 8561 Punkte. "Das ist das größte Ding auf Erden." Freimuth, dessen Vater Uwe 1983 WM-Vierter für die DDR war, feierte den größten Erfolg seiner Karriere.

Götzis-Sieger Kai Kazmirek von der LG Rhein-Wied wurde mit 8448 Punkten Sechster. Zwei Jahre nach Platz zwei in Moskau musste sich Michael Schrader (SC Hessen Dreieich) mit dem siebten Rang und 8418 Zählern begnügen. "Ich habe alles gegeben", meinte er. Die Grenze seiner Leistungskraft hat Eaton noch einmal überschritten. Um sechs Punkte verbesserte er seine Rekordmarke. "Das Ergebnis ist eindrucksvoll", sagte der Olympiasieger mit Tränen in den Augen.

Nicht minder eindrucksvoll war der Staffel-Sieg Jamaikas in 37,36 Sekunden. Schneller flitzten nur die Karibik-Boys bei ihrem Weltrekord (36,84) selbst. Für Usain Bolt war es die elfte WM-Goldmedaille seit 2009. China und Kanada rückten auf die Ränge zwei und drei vor, weil die USA mit dem zweimaligen WM-Zweiten Justin Gatlin disqualifiziert wurde. Das deutsche Quartett mit Julian Reus an der Spitze wurde Vierter in 38,15 Sekunden. Es fehlten nur zwei Hundertstelsekunden zur ersten Medaille für Deutschland auf dieser Distanz in der WM-Historie.

Nachfolger von Robert Harting als Diskus-Weltmeister wurde Piotr Malachowski. Der Pole setzte sich mit 67,40 Metern durch. Robert Hartings jüngerer Bruder Christoph verpasste als Achter mit 63,94 Metern die erhoffte Medaille. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) legte Einspruch ein, weil der letzte Versuch als ungültig gewertet wurde: Dieser wurde aber nach dem Studium von Videobildern abgelehnt: Harting hatte die Ring-Oberkante regelwidrig berührt. Olympiasieger Robert Harting verzichtete wegen fehlender Fitness nach einem Kreuzbandriss auf die WM.

Der DLV geht nun mit sieben Medaillen (1 Gold/3 Silber/3 Bronze) in den Finaltag der WM. Vor zwei Jahren in Moskau gewannen die deutschen Athleten sieben Edelplaketten, darunter vier aus Gold. Am WM-Finaltag kann der DLV noch auf eine Medaille im Speerwurf der Frauen hoffen. Für das Finale qualifizierten sich angeführt von Titelverteidigerin Christina Obergföll alle vier deutschen Athletinnen.

An der Zwei-Meter-Marke kratzte im Hochsprung-Finale Marie-Laurence Jungfleisch. Die 24-Jährige aus Tübingen steigerte ihre persönliche Bestleistung um zwei Zentimeter auf 1,99 Meter und wurde Sechste. "Schade, dass es mit den zwei Metern nicht geklappt hat", meinte die in Paris geborene "sehr glückliche Höhenjägerin. Neue Weltmeisterin wurde Maria Kuchina (Russland), die 2,01 Meter überquerte. Silber und Bronze holten Doppel-Weltmeisterin Blanka Vlasic (Kroatien) und Olympiasiegerin Anna Tschitscherowa (Russland).

Wie bei seinen olympischen Heimspielen 2012 feierte Mo Farah einen Doppelsieg. Eine Woche nach seinem Erfolg über 10 000 Meter gewann der Brite auch das 5000-Meter-Rennen in 13:50,38 Minuten vor dem Kenianer Caleb Ndiku (13:51,75). "Ich musste tief nach Gold graben", meinte Farah, der erst im Schlussspurt davoneilte. Richard Ringer - er hatte sich als erster Deutscher seit Dieter Baumann 1997 für ein WM-Finale über diese Strecke qualifiziert - wurde nach 14:03,72 Minuten 14.

dpa


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