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Das Hauptfeld auf der Strecke der fünften Etappe von Vittel nach La Planche des Belles Filles.

Das Hauptfeld auf der Strecke der fünften Etappe von Vittel nach La Planche des Belles Filles. © Christophe Ena

Radsport

Froome im Gelben Trikot - Aru gewinnt erste Bergetappe

Die 104. Tour de France verspricht Spannung. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren zeigte Titelverteidiger Chris Froome auf der ersten Bergetappe noch nicht seine gewohnte Dominanz, auch wenn er vorerst Gelb trägt. Den Tagessieg holte sich der Italiener Aru.

La Planche des Belles Filles. Gezeichnet von den Strapazen und mit einem gequälten Lächeln nahm Chris Froome auf dem Tour-Podium das Gelbe Trikot in Empfang. Wie ein strahlender Spitzenreiter sah der Brite nach der ersten Bergankunft der 104. Tour de France nicht aus.

Einen Tag nach den Turbulenzen um Weltmeister Peter Sagan ist der vernichtende erste Schlag des Briten gegen seine Konkurrenten im Gegensatz zu den vergangenen Jahren ausgeblieben. Stattdessen holte sich der wie entfesselt fahrender italienischer Meister Fabio Aru nach 160,5 Kilometern in La Planche de Belles Filles im Alleingang den Tagessieg auf der fünften Etappe.

"Es ist nicht neu für mich diese Position, aber der Weg bis zum Toursieg ist noch sehr weit. In diesem Jahr ist die Konkurrenz besonders groß", sagte Froome, der 20 Sekunden hinter Aru das Ziel als Dritter erreichte. Dazwischen hatte sich noch der Ire Dan Martin geschoben. An Froomes Seite erreichte auch der starke Australier und Mitfavorit Richie Porte das Ziel. Womöglich ein Fingerzeig für die nächsten Bergetappen.

Die Leichtigkeit der vergangenen Jahre ist bei Froome jedenfalls dahin. Hatte er sonst jeweils auf der ersten Bergetappe die Konkurrenz demoralisiert, musste der dreimalige Tour-Champion diesmal selbst Schwerstarbeit verrichten. Als Aru antrat, hatte er nichts entgegenzusetzen. Sein Tritt wirkte mitunter schwerfällig.

Für Froome reichte es aber, um das Gelbe Trikot von seinem Teamkollegen Geraint Thomas zu übernehmen. Zwölf Sekunden liegt der 32-Jährige nur vor dem Auftaktsieger von Düsseldorf. "Platz eins und zwei in der Gesamtwertung sollte uns Selbstvertrauen geben. Das eröffnet uns viele Möglichkeiten", meinte Froome.

Auf Platz drei liegt Aru mit einem Rückstand von 14 Sekunden. "Dieser Sieg ist unglaublich, aber die Tour zu gewinnen, ist sehr, sehr schwer", sagte Aru, der von Froome ein großes Lob bekam: "Er ist sehr stark, aber jetzt kann man noch keine Vorhersage wagen, wie es bei ihm weitergeht. Er hat nicht geblufft, als er attackierte - das saß." Froomes persönlicher Tour-Favorit Porte ist 39 Sekunden zurück Gesamtfünfter.

Froome konnte mit der ersten Kletterpartie aber noch gut leben, einige seiner Rivalen zeigten bereits Schwächen. Ex-Sieger Alberto Contador aus Spanien und der kolumbianische Giro-Zweite Nairo Quintana liegen auf den Plätzen acht und neun im Gesamtklassement knapp eine Minute hinter Froome.

Bester Deutscher war Emanuel Buchmann als 22., der Bora-Profi verlor aber 1:17 Minuten auf Tagessieger Aru. "Ich hatte keine guten Beine. Beim Schlussanstieg habe ich keinen guten Rhythmus gefunden und musste 2,5 Kilometer vor dem Ziel abreißen lassen", erklärte Buchmann. Sorgen müsse man sich nicht machen. "Ich bin nicht hier, um auf die Gesamtwertung zu fahren, sondern ich bin da um Rafał Majka zu unterstützen, und das werde ich machen." Der Pole ist mit gut einer Minute Rückstand Gesamtzehnter.

Lange hatte auf der kurzen Etappe eine achtköpfige Ausreißer-Gruppe mit dem französischen Liebling Thomas Vöckler das Rennen bestimmt. Aber ihre Flucht war auf dem Schlussanstieg vier Kilometer vor dem Ziel beendet. Auf dem Weg von Vittel nach La Planche des Belles Filles litt der am Sonntag gestürzte Tony Martin, der an beiden Beinen bandagiert war. Er fuhr mehrmals an den Wagen der Tourärzte und ließ sich wegen seiner Knieschmerzen kurz behandeln. "Es ist unglaublich, wie wir schon leiden müssen", sagte Martin im Ziel.

Vor dem Start hatte noch der Fall Sagan den Tour-Tross bewegt. Bis zuletzt hatte sich dessen Bora-hansgrohe-Team um die Aufhebung des Ausschlusses durch den Weltverband UCI gewehrt. Der Internationale Sportgerichtshof CAS wurde eingeschaltet, Anwälte waren involviert, bis kurz vor dem Start wurde verhandelt - doch die Jury kannte kein Pardon. Für den Weltmeister gab es kein Zurück ins Peloton der Tour.

Nicht nach Planche des Belles Filles, dem Zielort, sondern in die Wahlheimat Monaco ging für den Slowaken am Mittwoch die Reise. "Ich bin gegen die Entscheidung der Jury, aber ich akzeptiere sie", sagte Sagan, der in Vittel durch seinen Ellenbogen-Check einen folgenschweren Sturz ausgelöst hatte. Ex-Weltmeister Mark Cavendish fiel mit einem Bruch des rechten Schulterblatts aus.

dpa


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