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Meister Bamberg ist erneut der Titelfavorit.

Meister Bamberg ist erneut der Titelfavorit. © Nicolas Armer

Basketball

Favorit Bamberg gleich doppelt gefordert

Die Brose Bamberg gehen auch in die neue Saison als großer Favorit auf den Titel. Doch die Doppel-Belastung aus Bundesliga und Euroleague wird den Franken zu schaffen machen. Herausforderer Nummer eins ist wieder Bayern München.

Bamberg. Bamberg, wer sonst? Bei der Frage nach dem großen Favoriten sind sich die Trainer der Basketball Bundesliga fast einig: Der Weg zur Meisterschaft führt wieder nur über Titelverteidiger Brose Bamberg.

Gleich 14 Coaches nannten die Franken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur als Kandidat Nummer eins auf die 590 Millimeter hohe und 6,4 Kilogramm schwere Trophäe für den nationalen Champion. Auch in Bamberg selbst macht man keinen Hehl aus den eigenen Ambitionen. "Wenn wir Euroleague spielen wollen, müssen wir Meister werden", sagte Geschäftsführer Rolf Beyer.

Die Euroleague ist im europäischen Basketball allen Irrungen und Wirrungen über die Zukunft der internationalen Wettbewerbe zum Trotz nach wie vor das Nonplusultra. Für die Bamberger könnte die Königsklasse in der kommenden Spielzeit aber Segen und Fluch zugleich sein. Schließlich wird das beste Team Europas seit dieser Saison in einem neuen Format gekürt, die 16 Mannschaften ermitteln die Playoff-Teilnehmer zunächst in einer Hauptrunde mit Hin- und Rückspielen.

Das bedeutet, die Bamberger haben neben den 34 Partien in der Bundesliga auch 30 Begegnungen in der Euroleague zu absolvieren - ehe die Saison in beiden Wettbewerben überhaupt erst in die entscheidende Phase geht. "Fünf Tage vor Weihnachten haben wir schon 30 Spiele absolviert, in der Vergangenheit war es da meist schon April", sagte Trainer Andrea Trinchieri. "Ich weiß zwar noch nicht wie, aber ich hoffe mein Team überlebt das."

Um den gestiegenen Herausforderungen gerecht zu werden, haben die Bamberger wieder einen exquisiten Kader zusammengestellt. Aus dem Meisterteam der Vor-Saison hat die Franken praktisch nur Point Guard und MVP Bradley Wanamaker in Richtung Türkei verlassen. Ein Verlust, der schwer wiegt, den die Verantwortlichen durch die Verpflichtung des Franzosen Fabien Causeur aber zu kompensieren hoffen. "Er ist ein Spielertyp, der sehr intelligent ist, sehr variabel einsetzbar ist", sagte Beyer. "Im fehlt, wenn überhaupt, ein bisschen die Athletik von Brad. Aber ich glaube, das ist ein mehr als gleichwertiger Ersatz."

Neu in "Freak City" sind zudem Nationalspieler Maodo Lo und Center Vladimir Veremeenko. "Ich glaube, wir haben einen Kader zusammengestellt, in dem wir in unserer Rotation 14 Spieler konsequent einsetzen können", sagte Beyer. Was angesichts des riesigen Programms auch nötig sein wird.

Zumal die Konkurrenz in der Bundesliga in der Sommerpause ebenfalls nicht untätig war. Vor allem der FC Bayern München plant nach der enttäuschenden Spielzeit 2015/16 einen neuen Angriff und geht mit vielen neuen Gesichtern in die erste Saison nach Svetislav Pesic. "Ich kann sagen, dass wir wieder angreifen werden und versuchen, die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen", sagte der alte und sehr wahrscheinlich auch zukünftige Präsident Uli Hoeneß in einem Interview der "TZ" (Donnerstagausgabe).

Die Bayern setzen darauf, dass sich die Bamberger nach dem Abgang von Wanamaker erst noch finden müssen. "Der Verlust von Wanamaker tut Bamberg schon weh. Sie müssen eine neue Identität finden, weil er so ein dominanter Spieler war", sagte Bayern-Kapitän Bryce Taylor.

Auch die Trainer sehen die Bayern als Bamberg-Verfolger Nummer eins. Sechs Coaches haben das Team des neuen Trainers Sasa Djordjevic auf der Rechnung. In Bamberg rechnet man ebenfalls mit Attacken aus der bayerischen Landeshauptstadt. "Die haben sicher nicht die Ambition, Zweiter zu werden", sagte Beyer vor dem Liga-Auftakt der Bamberger an diesem Freitag (19.00 Uhr) gegen die Fraport Skyliners aus Frankfurt.

Die Meistertipps der 18 Trainer der Basketball-Bundesliga:

Andrea Trinchieri (Brose Bamberg): "Das Team, welches das letzte Spiel der Playoffs gewinnt."

Thorsten Leibenath (ratiopharm Ulm): "Bamberg. Sie haben die größtmöglichen Chancen dank ihrer Erfahrung und individuellen Klasse. Außerdem ist Bamberg der Titelverteidiger."

Klaus Perwas (Fraport Skyliners): "Der Favorit beschäftigt mich eigentlich gar nicht. Eine Mannschaft wie Bamberg gefällt mir natürlich sehr gut. Es wird sehr schwer sie zu schlagen, denn sie haben eine gute Mannschaft. Bei Bayern muss man abwarten, wie sie mit den Umstellungen zurechtkommen."

Sasa Djordjevic (Bayern München): "FC Bayern München."

Mladen Drijencic (EWE Baskets Oldenburg): "Meister wird das Team, das alles richtig gemacht hat, zwischen zwei Spielzeiten und während einer Saison die richtigen Entscheidungen getroffen hat und verschont von Verletzungen geblieben ist."

John Patrick (MHP Riesen Ludwigsburg): "Hier muss ich die Einschätzung der Vorsaison wiederholen. Favoriten auf die Meisterschaft sind die drei großen Bs: Bamberg, Bayern, Berlin."

Ahmed Caki (ALBA Berlin): "Die größten Chancen hat natürlich Bamberg. Die haben eine starke Saison in der Liga und in der Euroleague gespielt. Und sie haben ihr Team weitestgehend zusammenhalten können."

Douglas Spradley (s.Oliver Würzburg): "Brose Bamberg oder FC Bayern München."

Denis Wucherer (Gießen 46ers): "Brose Bamberg."

Frank Menz (Basketball Löwen Braunschweig): "Bamberg."

Silvano Poropat (Telekom Baskets Bonn): "Topfavorit auf den Titel ist zweifelsfrei Bamberg. Dahinter rangiert München, gefolgt von einer Gruppe um Berlin, Oldenburg und Ulm. Wie jedes Jahr wird es ein harter Kampf um die Playoff-Plätze - ab da ist vieles möglich."

Raoul Korner (medi Bayreuth): "Brose Bamberg. Bamberg war in der vergangenen Saison ein Top-Ten-Team in Europa, das über den Sommer nahezu unverändert geblieben ist."

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): "Schaut man auf die Neuverpflichtungen, sind Brose Bamberg und Bayern München die Favoriten. Deutscher Meister wird, wer den Heimvorteil in den Playoffs hat."

Tyron McCoy (Walter Tigers Tübingen): "Brose Bamberg"

Sebastian Machowski (Eisbären Bremerhaven): "Bamberg hat in der Vorsaison eindrucksvoll bewiesen, wie man mit schnellem Teamplay attraktiv und erfolgreich spielen kann. Aufgrund der Tatsache, dass sie einen Großteil ihres Kaders halten und punktuell verstärken konnten, sind sie der Favorit auf die Meisterschaft."

Johan Roijakkers (BG Göttingen): "Brose Bamberg."

Björn Harmsen (Science City Jena): "An dem Team der Bamberger wird ganz sicher kein Weg vorbeiführen. Denn Brose Bamberg hat in der zurückliegenden Saison schon überragende Leistungen abgeliefert, konnte viele wichtige Erfahrungen bei den Auftritten in der Euroleague sammeln, diese hinüber in den Liga-Alltag transportieren und sich in der Endabrechnung den Titel sichern. Insofern ist das Team aus Franken auch in der kommenden Saison die Mannschaft, über die der Weg zur Meisterschaft führt."

Andreas Wagner (Rasta Vechta): "Bayern München."

dpa


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