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FIFA-Präsident Joseph Blatter bleibt dabei: Er habe nichts Illegales getan.

FIFA-Präsident Joseph Blatter bleibt dabei: Er habe nichts Illegales getan. © Patrick Seeger

Fußball

FIFA-Skandal: Blatter will bleiben - Platini als Zeuge

FIFA-Präsident Blatter will ungeachtet eines Ermittlungsverfahrens seinen Platz nicht räumen. In einer Rede vor Mitarbeitern gab sich der 79-Jährige schuldlos. Sein potenzieller Nachfolger äußerte sich per Brief: Detaillierte Antworten lieferte UEFA-Chef Platini nicht.

Zürich. Beide Hauptdarsteller im FIFA-Skandal sind sich zumindest öffentlich weiterhin keiner Schuld bewusst. Präsident Joseph Blatter sprach trotz eines Strafverfahrens gegen ihn auch am Montag nicht von Rücktritt.

Der Chef des Weltfußballballverbandes betonte in einer Rede vor FIFA-Mitarbeitern in Zürich, nichts Illegales getan zu haben. Wenig später erklärte UEFA-Chef Michel Platini in einem in drei Sprachen verschickten Brief an die europäischen Mitgliedsverbände, sich wegen umstrittener Millionen-Zahlungen durch Blatter der FIFA-Ethikkommission stellen zu wollen.

"Dieses Einkommen habe ich den zuständigen Behörden vollumfänglich und wie gesetzlich vorgesehen deklariert", hieß es in dem Schreiben. Platini erklärte erneut, den Betrag von zwei Millionen Schweizer Franken als Angestellter der FIFA von 1998 und 2002 verdient zu haben. " (...) und nachdem erste Teilbeträge bezahlt worden waren, erfolgte im Februar 2011 die Auszahlung des ausstehenden Betrags in der Höhe von zwei Millionen Franken", schrieb Platini.

Der 60-jährige Franzose ging mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht näher ins Detail. Somit bleibt unklar, warum er für seine Dienste auch noch knapp neun Jahre später von Blatter bezahlt wurde. 2011 unterstützten die UEFA-Verbände unter der Führung von Platini den Schweizer im Wahlkampf gegen den Katarer Mohamed bin Hammam.

Bis zu dem von der Schweizer Bundesanwaltschaft eingeleiteten Strafverfahren gegen Blatter galt Europas Kandidat Platini als Topfavorit auf die Nachfolge seines früheren Intimus. Sollte auch Platini zum Beschuldigten werden, wäre seine Bewerbung hinfällig.

"Ich bin mir bewusst, dass diese Ereignisse mein Bild in der Öffentlichkeit und meinen Ruf beeinträchtigen können, und damit auch das Bild der UEFA", schrieb der Franzose weiter. Platini war am Freitag im Zuge der FIFA-Korruptionsaffäre befragt worden, "jedoch nicht als Beschuldigter, sondern als Auskunftsperson". Weiterhin betonte Platini, er sei keines Fehlverhaltens beschuldigt worden. Gegen Blatter hingegen hat die Schweizer Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren "wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung" und Veruntreuung eröffnet. Es geht dabei unter anderem um die Zahlung an Platini.

Weiterhin unklar blieb, wann die Ethikkommission des Weltverbandes Ermittlungen und mögliche Konsequenzen gegen den eigenen Präsidenten oder Platini publik macht. Eine Suspendierung Blatters hätte den vorzeitigen Amtsverlust des 79-Jährigen zur Folge - fünf Monate bevor der gewiefte Schweizer nach 17 oft skandalumwitterten Jahren sein Amt bei einem außerordentlichen FIFA-Kongress zur Verfügung stellen wird.

"Präsident Blatter sprach heute vor der FIFA-Belegschaft und informierte sie, dass er mit den Behörden kooperiert. Weiterhin betonte er, nichts Illegales und Unangemessenes getan zu haben und dass er Präsident der FIFA bleiben werde", sagte Blatters Anwalt Richard Cullen in einer Erklärung. Die Zahlung an Platini sei wegen dessen Tätigkeit als Berater erfolgt und wegen nichts anderem.

Angaben über die ebenfalls umstrittene Geschäftsbeziehung zum ehemaligen FIFA-Vizepräsident Jack Warner, dem Blatter TV-Rechte weit unter Marktpreisen überlassen hatte, macht Cullen nicht. Mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen werde Blatter keine weiteren Fragen beantworten, schloss die Erklärung des Anwalts.

dpa


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