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Paul Scharner vom HSV holte sich bereits in Halbzeit eins Gelb-Rot bei Schiedsrichter Günter Perl ab.

Paul Scharner vom HSV holte sich bereits in Halbzeit eins Gelb-Rot bei Schiedsrichter Günter Perl ab. © Patrick Seeger

Fußball

FC Bayern, Schalke und BVB beißen sich durch

Allmählich schwinden auch die Kräfte der großen Drei. Dennoch beißen sich der FC Bayern, Schalke und Dortmund nach ihren Champions-League-Highlights in der Bundesliga durch und landen Arbeitssiege.

Düsseldorf. Ein Patzer von Wiese und ein Ausflug von Adler sorgen für Zündstoff.

Auch die Kräfte hartgesottener Fußball-Profis der Top-Clubs sind nicht unendlich. In den besonders belastenden Herbstwochen mit DFB-Pokal, Champions- und Europa League gibt es kaum ausreichende Regenerationsphasen für die Akteure. Gleichwohl beißen sich die Protagonisten durch. So reichte es am 11. Spieltag in der Fußball-Bundesliga für Spitzenreiter Bayern München, Verfolger Schalke 04 und Meister Borussia Dortmund dank der Mobilisierung letzter Reserven zu glanzlosen Arbeitssiegen.

Der Rekordmeister hielt sich mit dem mühevollen 2:0 (1:0) daheim den Überraschungs-Dritten Eintracht Frankfurt vom Leibe, Schalke verwandelte mit einem neuerlichen Kraftakt einen 0:1-Rückstand gegen Werder Bremen noch in einen 2:1-Sieg, und der BVB erledigte seine Pflichtaufgabe mit dem 3:1 (1:0) beim Schlusslicht FC Augsburg souverän und effektiv. Nach Dauereinsätzen stöhnen aber selbst kampferprobte Nationalspieler, die schon am Mittwoch wieder für ihre Länderteams im Einsatz sind: "Ich bin im Moment einfach nur froh, dass ich einen freien Sonntag genießen kann", sagte Roman Neustädter. "Dann freue ich mich auf die Nationalmannschaft."

Der Schalker Mittelfeldstratege spürte die hohen Belastungen wohl nur deshalb nicht so sehr, weil er nach der erfreulichen Nominierung durch Bundestrainer Joachim Löw für das Duell mit den Niederlanden am Mittwoch in Amsterdam Unmengen von Adrenalin im Blut hat. So schwang sich Neustädter trotz seines Fauxpas beim 2:2 gegen den Arsenal vier Tage später zur zentralen Figur auf, glich Aaron Hunts Führung aus und ebnete so den Weg zum Sieg, den Julian Draxler sicherstellte. Nach der Aufholjagd wurde selbst Dauerläufer Jermaine Jones von Muskelkrämpfen gequält. "Es war ein sehr intensives Spiel", meinte der 31-Jährige, der sich wie das gesamte Team ein Sonderlob vom Trainer verdiente. "Der Charakter des Kaders ist wirklich super", befand Huub Stevens.

Ähnlich anstrengen mussten sich die Bayern nach der Gala in der Königsklasse gegen Lille. Die freche Eintracht verlangte, dass die Künstlerriege um Torschütze Franck Ribèry 90 Minuten schuften musste. "Das war ein hartes Stück Arbeit. Die Frische hat ein bisschen gefehlt", meinte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Präsident Uli Hoeneß findet es interessant, "dass die drei Mannschaften, die international jetzt gerade so erfolgreich spielen, auch in der Bundesliga am Ende oben stehen werden."

Neben seinem Club und Schalke meint Hoeneß auch den BVB, der zwar elf Punkte hinter den Münchnern rangiert, aber im Titelkampf längst nicht kapituliert hat. Auch der Doublesieger der Vorsaison bestritt in drei Wochen schon sein siebtes Spiel und wirkte in Augsburg nicht taufrisch. "Man muss auch mal dreckige Spiele gewinnen", sagte Linksverteidiger Marcel Schmelzer, und Teamkollege Mats Hummels gab nach den Toren von Marco Reus und Robert Lewandowski (2) zu: "Nach so vielen englischen Wochen werden die Kräfte natürlich etwas weniger."

Keine Sieger gab es in den Partien zwischen den deutlich weniger belasteten Teams des SC Freiburg gegen den Hamburger SV (0:0) und Fortuna Düsseldorf gegen 1899 Hoffenheim (1:1). Hier wie da standen die Torhüter im Fokus. Während 1899-Keeper Tim Wiese ("Das nehme ich auf meine Kappe") durch einen Ausrutscher das frühe 0:1 durch Fortuna-Profi Robbie Kruse verschuldete, stand HSV-Torhüter René Adler in Freiburg unter besonderer Beobachtung.

Schließlich hat Löw die tollen Leistungen der früheren deutschen Nummer 1 honoriert und Adler in den DFB-Kader zurückgeholt. Auch den Breisgauern gelang es nicht, den in toller Form befindlichen Torhüter zu überwinden. Doch Adler sorgte auch für Zündstoff, als er bei einem Ausflug in der Nachspielzeit SC-Stürmer Max Kruse mit dem Ellenbogen am Kopf traf. "Ich berühre ihn, aber das wollte ich nicht", versicherte Adler. "Ich wollte ihn eigentlich nur wegschieben und ein bisschen schlichten."

dpa


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