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Tennis

"Es hat geknistert" beim Davis-Cup-Auftakt

Es hat ein bisschen Anlauf gebraucht – die Stadt hat ja auch nach der ATP-WM viele Jahre auf großes Tennis verzichten müssen. Genau vier Sätze hat Hannover benötigt, um warm zu werden. Im fünften Satz hat es dann auch Philipp Kohlschreiber mitgerissen. „Es hat geknistert“, lobte die deutsche Nummer eins. „Wenn jeder Punkt wie ein Matchball gefeiert wird, dann macht es am meisten Spaß.“

Hannover. Kohlschreiber besorgte vor 6500 Zuschauern in der Tui-Arena gegen Lukas Rosol den ersten Punkt, doch war es überraschend knapp. 3:6, 6:3, 6:4, 2:6 und 6:3 – Kohlschreiber sprang nach fast drei Stunden jubelnd über den Platz, als es endlich geschafft war. „Am Schluss habe ich die Eier gehabt, was zu riskieren und mein bestes Tennis gezeigt“, freute er sich. Die Führung war Pflicht, um die Chance auf den Gesamtsieg zu bewahren. „Wenn Deutschland am Ende drei Punkte holt, wäre das eine Überraschung“, meinte Boris Becker.

Kohlschreiber bedankte sich für die „geile Unterstützung“ und wusste, dass er „eine aufgeheizte Halle“ für Alexander Zverev hinterlassen hat. Der 18-Jährige wird als der neue Boris gehandelt. „Er bekommt viele Vorschusslorbeeren, man sollte ihn nicht zu früh hochloben“, warnte Becker, „die Wahrheit liegt auf dem Platz.“

Dass viel Wahrheit im Lob steckt, bewies Zverev bei seinem ersten sensationellen Match für Deutschland. Satz eins verlor er zwar nach leicht vergebenem Satzball im Tiebreak. Dann drehte er gegen Tomas Berdych – Nummer sieben der Welt – richtig auf, nahm die Fans mit und holte sich mit super Tennis den zweiten Satz mit 6:1, den dritten mit 6:4. Berdych erkämpfte sich den vierten im Tiebreak mit 7:6, den fünften mit 6:4.

Nach vier Stunden und 20 Minuten Drama stand es 1:1 zwischen Deutschland und Tschechien. „Sascha hat bewiesen, welch großes Talent er ist“, lobte Berdych seinen Gegner. Zverev fands dennoch „bitter, es war sehr schön da draußen, die Fans haben mir geholfen, aber ich habs leider nicht gewonnen“.

Im Doppel heute (13 Uhr) fällt die Vorentscheidung. Vermutlich die beiden Philipps, Kohlschreiber und Petzschner, versuchen, gegen das Duo Berdych/Stepanek den zweiten Punkt zu holen. Morgen beginnt Kohlschreiber gegen Berdych (13 Uhr), danach spielt Zverev wohl gegen Rosol. Für beide Tage gibts noch Karten – es könnte sich lohnen, dabei zu sein. Fast siebeneinhalb Krimistunden gestern in der Tui-Arena: Hannover kann noch immer – oder wieder – Tennis.


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